Montag, 21. April 2003
Ein genialer Artikel aus dem Feuilleton der Sueddeutschen vom 17.04.03. Die Amerikaner begreifen anscheinend nicht, dass mit dem Ende des Krieges der Frieden nicht automatisch da ist. Ausserdem findet jede grosse Macht irgendwann Ihr Ende...
Als die Römer vor 2149 Jahren Karthago eroberten, sah die Neuordnung des Landes so aus: Publius Cornelius Scipio der Jüngere, fortan Africanus genannt, ließ die Stadt dem Erdboden gleich machen. [...] Angesichts des gewaltigen Zerstörungswerks wurde der römische Feldherr sentimental: Es kamen ihm, so berichtet Appian, die Tränen, und er dachte über die Wechselhaftigkeit des Glücks und über die Vergänglichkeit der Reiche nach.
George Bush der Jüngere hat, so weit bekannt, über die Zerstörungen, die seine 24 000 Bomben und Sprengsätze im Irak angerichtet haben, nicht geweint; er hat ja auch Bagdad nicht so gründlich zerstört wie Scipio einst Karthago. Auch philosophische Gedanken über die Vergänglichkeit des Ruhms sind von Bush nicht bekannt geworden. Im Gegenteil: Er fühlt sich auf dem Höhepunkt seiner Präsidentschaft, die Zustimmung der US-Amerikaner ist noch weiter gewachsen, und seine Außenpolitik spielt schon wieder mit den Muskeln. Im neuen Rom herrscht Zufriedenheit über einen schnellen und vermeintlich leichten Sieg.
„Inter bellum et pacem nihil medium“, sagt Cicero. Ähnlich Thomas Hobbes im Leviathan: „Die Zeit aber, in der kein Krieg herrscht, heißt Frieden“. So einfach machen es sich die Irak-Invasoren auch, aber exakt das stimmt längst nicht mehr: Krieg und Frieden sind keine festen Aggregatzustände mehr, die Übergänge sind fließend, und dies nicht nur deshalb, weil es kaum noch Kriegserklärungen und formale Friedensschlüsse gibt. An die Stelle der formalen Kriegsbeendigung tritt ein Friedensprozess, der geplant und gesteuert werden muss.
Eine moralisches Debakel war und ist er eher für die Bush-Amerikaner: Sie haben Prestige, Respekt, Autorität und Legitimität verloren; der Krieg hat die antiamerikanische Solidarisierung der arabischen Welt forciert. Zweitausend Jahre Fortschritt? Weil es in Karthago gut geklappt hatte, machte sich Scipio Africanus dreizehn Jahre später noch einmal wieder über eine Stadt her und zerstörte Numantia. George W. Bush, dem dann sein Land den Namen Arabicus verleihen darf, wird, so ist zu befürchten, nicht so lange warten. Numantia liegt heute in Syrien und im Iran.
Als die Römer vor 2149 Jahren Karthago eroberten, sah die Neuordnung des Landes so aus: Publius Cornelius Scipio der Jüngere, fortan Africanus genannt, ließ die Stadt dem Erdboden gleich machen. [...] Angesichts des gewaltigen Zerstörungswerks wurde der römische Feldherr sentimental: Es kamen ihm, so berichtet Appian, die Tränen, und er dachte über die Wechselhaftigkeit des Glücks und über die Vergänglichkeit der Reiche nach.
George Bush der Jüngere hat, so weit bekannt, über die Zerstörungen, die seine 24 000 Bomben und Sprengsätze im Irak angerichtet haben, nicht geweint; er hat ja auch Bagdad nicht so gründlich zerstört wie Scipio einst Karthago. Auch philosophische Gedanken über die Vergänglichkeit des Ruhms sind von Bush nicht bekannt geworden. Im Gegenteil: Er fühlt sich auf dem Höhepunkt seiner Präsidentschaft, die Zustimmung der US-Amerikaner ist noch weiter gewachsen, und seine Außenpolitik spielt schon wieder mit den Muskeln. Im neuen Rom herrscht Zufriedenheit über einen schnellen und vermeintlich leichten Sieg.
„Inter bellum et pacem nihil medium“, sagt Cicero. Ähnlich Thomas Hobbes im Leviathan: „Die Zeit aber, in der kein Krieg herrscht, heißt Frieden“. So einfach machen es sich die Irak-Invasoren auch, aber exakt das stimmt längst nicht mehr: Krieg und Frieden sind keine festen Aggregatzustände mehr, die Übergänge sind fließend, und dies nicht nur deshalb, weil es kaum noch Kriegserklärungen und formale Friedensschlüsse gibt. An die Stelle der formalen Kriegsbeendigung tritt ein Friedensprozess, der geplant und gesteuert werden muss.
Eine moralisches Debakel war und ist er eher für die Bush-Amerikaner: Sie haben Prestige, Respekt, Autorität und Legitimität verloren; der Krieg hat die antiamerikanische Solidarisierung der arabischen Welt forciert. Zweitausend Jahre Fortschritt? Weil es in Karthago gut geklappt hatte, machte sich Scipio Africanus dreizehn Jahre später noch einmal wieder über eine Stadt her und zerstörte Numantia. George W. Bush, dem dann sein Land den Namen Arabicus verleihen darf, wird, so ist zu befürchten, nicht so lange warten. Numantia liegt heute in Syrien und im Iran.
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zurueck aus Sardinien. Bevor ich was ueber den Urlaub erzaehl, der muehsame teil. 133 mails, und unzaehlige weblogs und zeitungen die ich lesen will/soll? und so viel zu tun....
da denk ich schon nur mehr ich will frei sein... unglaublich schoen geschrieben und so wahr!
da denk ich schon nur mehr ich will frei sein... unglaublich schoen geschrieben und so wahr!
