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Dienstag, 25. November 2003
Ich hab Ihn gesehen. Per Zufall weil eine Karte frei wurde. Hm. Weiss nicht genau was ich denken soll aber mein bisheriges Resumee sieht so aus:

Bowling for Colombine war ein Bravourstueck. Wirklich gelungen, polemisch, aufruettelnd, gut. Stupid White Man war auch gut aber schon nicht mehr von der selben Qualitaet. Nun Michael Moore live... Nicht besonders toll. Ehrlich gesagt ziemlich enttaeuschend. Er lebt von der Selbstinszenierung. Er brachte routiniert einige "Kalauer", Sager zu denen man eben lachen muss/soll. Das Publikum spielte brav mit. Nichtes neues, alles schon mal gehoert, nicht einmal in einer anderen Form, sondern genau so. Michael Moore ist oberflaechlich, aber das weiss man. Recherchefehler sind aber nicht so tragisch, denn die sind Teil der Polemik. Auch wenn nur 20% von dem was er sagt wahr sind ist es schlimm... Aber er kann den Ami nicht verbergen und er sollte es tunlichst vermeiden ueber Europa und die Situation in Europa zu sprechen. Denn er hat sichtlich keine Ahnung davon. Die Methode ist simpel: Man krieche dem Publikum in den Arsch und erklaere Ihnen dann wofuer sie sein sollten und wie das Leben am besten funktioniert. Zusammenhaenge werden sehr simpel konstruiert und Dinge werden nicht hinterfragt.
Michael Moore bleibt was er ist, KlischeeAmerikaner. Und als solcher bleibt er oberflaechlich, seicht und nicht sehr hintergruendig. Eben nur links statt rechts. Aber ganz unterhaltsam unter dem Strich...

Der Film von Gus van Sant ueber das High School Massaker von Littleton. Hab den Film im Gartenbau gesehen. Die NZZ schreibt:

Undurchdringlich sind die Gesichter dieser Jugendlichen, denen die gleichgültige Kamera hinterhergleitet; bald diesem, bald jener, dann wieder, wie zufällig, dem ersten. Die registrierten Begebenheiten in der und um die Watt Highschool sind banal. Denn dies ist kein Doku- Drama; das Drama entspinnt sich allein in den Köpfen der Zuschauer, die um das nahende Unheil wissen.

Der Film ist wirklich ziemlich gut. Sehr beklemmend und ziemlich nahe am US amerikanischen Alltag, wie es mir scheint. Sehenswert.