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Montag, 19. Januar 2004
Da man in 6 Wochen ausser dem Lonelyplanet auch sonstwas zum lesen braucht, bzw. die Zeit zum Lesen geniesst gibs folgende Leseliste, die sich als Volltreffer herausstellte:

Fabian
von Erich Kästner. Eher bekannt als Autor von Kinderbüchern schreibt er hier ein Sozialkritisches Buch über das Leben im Berlin der 30er Jahre: Fabian ist ein arbeitsloser Germanist, der durch die Großstadt Berlin zieht auf der Suche nach Arbeit, auf der Suche nach Kontakten. Wir erleben mit, wie er Menschen trifft, die ihn kaufen wollen, wie sich seine Freundin prostituiert, um Schauspielerin zu werden. Sein bester Freund begeht Selbstmord wegen einer lächerlichen Bemerkung. Ein Erfinder tritt auf, der seine Erfindungen, die Arbeitsplätze vernichtet haben, zurücknehmen will, was nicht geht. Die Stadt ist in Auflösung begriffen, die Menschen leben wie in einem Irrenhaus, einem hoffnungslosen, unbarmherzigen Labyrinth. Eines der besten Bücher die mir in den letzten Jahren untergekommen sind.

Auf dem schwarzen Berg
Von Bruce Chatwin, der eigentlich eher als Autor von Reiseliteratur bekannt ist. Ein anfänglich eigenartiges aber umso interessanteres Buch vom Leben der beiden Zwillinge Benjamin und Lewis Jones auf einem Bauernhof in Wales. In archaischen Zuständen verbringen sie gemeinsam ein Leben abseits der Welt. Der Rhythmus der Jahreszeiten, Landschaften, Natur und die Auseinandersetzung mit dem anderen bestimmen ein ganzes Leben. Angenehm zu lesen...

Herzklopfen heisst das Spiel
von Wang Shou. Ein sehr interessantes Buch über eine Generation junger Chinesen im Zuge der Öffnung nach Westen. "... Seine Helden sind Hochstapler und Betrüger, verkrachte Studenten und liebenswerte Gauner. Sie reden nicht über Politik und mit den hehren Werten des Sozialismus sind sie schon lange nicht mehr zu beeindrucken" schreibt die FAZ über das Buch. Gespickt mit Vergleichen und Anekdoten liest sich das Buch im Zick Zack Kurs und offenbart dabei vielleicht auch ein bisschen über chinesische Denkweise... Auf jeden Fall weniger flüssig aber umso spannender mit interessanten Wendungen.

Gestern in Madrid am Abend Kinos gesucht. Es gibt sie in Massen, ca. doppelt soviele wie in Wien und überall Leute die tw. in Schlangen anstehen, also anscheinend Kinoboom in Madrid, soweit so gut.
Wir haben uns thirteen, einen Film über amerikanische Teenager angesehen.
Der Film spielt in L.A und handelt von der 13 jährigen Tracy und Ihrem Weg durch die L.A. Jugendszene. Dort trifft Sie auf Evie die "coole" der Schule und tut in der Folge alles um Anerkennung, Respekt und "Freundschaft" zu erlangen. Der Film zeigt schonungslos die Konfrontation mit Drogenmissbrauch, Kriminalität, Sex und dem ungeheuren psychischen Druck dem (vor allem weibliche) amerikanische Teenager in diesem Millieu ausgesetzt sind.
Der Film basiert auf autobiographischen Erfahrungen der nunmehr 15jährigen Nicki Reed die in diesem Film Evie spielt.
Der Film ist gut gemacht, ist bis auf 1-2 Szenen nicht Sensationsheischend (was offensichtliche Bilder angeht) und zeichnet ein meiner Meinung nach ziemlich realistisches Bild. Schlimm ist, dass einem vieles aus der Zeit in den USA nicht unbekannt vorkommt. Auch damals hatte ich das Gefühl dass Jugendliche in Californien einem weitaus grösseren gesellschaftlichen Druck ausgesetzt sind (vor allem Schönheitsidealen zu entsprechen) als es in Europa oder Österreich der Fall ist. Fazit: Der Film ist tough, nichts für einen romantischen Abend zu zweit aber unbedingt sehenswert.

Heute um 13:00 war es soweit. Ankunft in Wien Schwechat und damit das Ende eines unglaublich coolen, interessanten und spannenden 6 woechigen Urlaubs.
Zum Abschluss haben wir uns noch fuer einen Tag nach Jaco gehaut wo anfänglich die Wellen keine anstalten machten uns denAbschied zu versuessen. Dafür sah unser Rücken aus wie der von Aussätzigen. Den INsekten im Nationalpark Rincon de la Vieja sei Dank. Aber jammern hilft nix und somit haben wir gehofft und unsere Bitten wurden erhört. Freitag morgen gab es Wellen. Zwar immer knapp am Close out und auch selten über 3 foot aber es gab Wellen. Ich war mit einem Mini Malibu Dampfer für den man normalerweise den Bootsschein braucht draussen. Komisches Gefühl mit einem Ding mit dem man kaum Duckdiven kann. Aber es hat Spass gemacht. Das hat ein "automatic wave catching system" eingebaut und nach 2 Paddelschlägen ist man auf der flachsten Welle oben. Die Folge waren einige feine rides auf einigen netten Wellen. Darunter sogar ein wirklich slicker lefthander der mich fast bis an den Strand zurückgeführt hat. Zum Abschluss haben wir dann auch wirklich eine Welle gemeinsam erwischt und haben dem Pazifik für wohl längere Zeit "goodbye" gesagt.
Zurück nach San Jose, noch ein paar Gescheinke einkaufen und ab die Post. 3 Stunden nach Miami, von dort 9 Stunden nach Madrid. Dann ein Nachmittag und eine Nacht in Madrid, einer extrem coolen Stadt. Ich war bisher begeisterter Barca Fan, aber in diesem Frühsommer steht garantiert ein Wochenende Madrid am Plan. Spanisch, Tapas, coole Leute, was will man mehr.
Heute Vormittag dann endgültig Sense mit Urlaub und Heimkehr nach Wien. Wieder daheim, Home sweet home, family & friends und bald auch das (oder die;-) die man am meisten vermisst. So ist es fein, so hat mans gern. Nach 6 langen, oder doch kurzen Wochen freut man sich wieder auf Österreich auch wenn der erste "gscherte Weana" am Flughafen im Vergleich zum flockigen Spanisch abtörnend ist.
Es gibt meine Leibspeise, Hühnersuppe mit Semmebröselknödel und viel Hühnerfleisch drinnen. Der Christbaum steht noch immer da, der war heuer besonders schön und irgendwie geniesst man ein sauberes Bad, eine schöne Küche, einen guten Tee, ein Wohnzimmer, nach Wochen in "Hotelzimmern" die teilweise Gefängniszellen ähnlicher waren.
Centroamerica ist faszinierend und unglaublich bereichernd und ich hoffe ich war nicht das letzte Mal dort. Aber nun gehts mit frischem Elan in ein Jahr das sehr spannend begonnen hat und noch einiges zu bieten hat, (davon gehe ich mal aus ;-).....