Dienstag, 26. April 2005
Unglaubliches passierte bei der führenden österreichischen Heimwerker Kette, bauMax:
Ein Blockhaus der Baumarktkette bauMax sorgt für Aufregung: Im Produktkatalog für 2005, Seite 139 unten, wird das Blockbohlenhaus "Mauthausen" beworben. Das Unternehmen sprach nach Protesten von einem schrecklichen Fehler, nannte die Hütte in "Freistadt" um und will der KZ-Gedenkstätte Mauthausen spenden, berichten die "Salzburger Nachrichten" (SN) in ihrer Dienstag-Ausgabe.
Wieso man auf die Idee kam, ein Produkt nach dem Standort eines Konzentrationslagers zu benennen, in dem unter den Nazis zehntausende Menschen ermordet wurden, konnte in der Konzernführung niemand erklären. "Das ist irgendwie in den Katalog gerutscht. Ein schrecklicher Fauxpas", räumte Sprecherin Monika Vogelgruber ein. "Alle sind über diesen Fehler tief betroffen."
via KLZ Online
Auf der Website von Baumax gab es zum Zeitpunkt des Postings noch keine Stellungnahme.
Das Unternehmen verlautbart weiters:
Einstampfen will bauMax die Kataloge aber nicht. Auch sei ein Übermalen oder Abkleben der Seite logistisch nicht möglich. "Aber wir betreiben jetzt intensive geschichtliche Aufklärungsarbeit mit unseren Mitarbeitern, damit sie sich der historischen Bedeutung dieses Ortes bewusst werden
d.h. es gibt keinen Verantwortlichen, sondern allgemein, die Mitarbeiter als "anonyme Masse" haben sichtlich zu wenig Geschichtsbewusstsein?
Weiters:
Neben den Stapeln, wo die Kataloge zur freien Entnahme in den Geschäften lagern, werden Hinweisschilde angebracht. Darauf soll das Problem angesprochen werden. Auch soll die KZ-Gedenkstätte Mauthausen eine finanzielle Spende von bauMax erhalten. In einem Rundschreiben von Holz-Einkaufsleiter Eric Frauenberger an die Filialen heißt es, Artikel Nr. 3189153 müsse "wegen namensrechtlicher Probleme" umbenannt werden. Die Hütte heiße jetzt "Freistadt".
Achso, wegen namensrechtlicher Probleme also? Im großen und ganzen ein ziemliches PR Desaster, wo man bisher gerade in dem Medium, wo man rasch und umfassend seinen Standpunkt darlegen könnte und Probleme ansprechen und aufklären könnte, nicht reagiert. Aber dafür gibts dann wohl eine Presseaussendung an den Journalistenverteiler...
UpDate:
Es wird noch besser, derStandard.at berichtet:
"Noch dazu ist die Hütte im typischen Vierziger-Jahre-Stil gehalten", sagte Gerold Gruber vom Verein Kulturfreistatt Salzburg, dem die Namensgebung aufgefallen war. "Ein Kollege und ich haben am Informationsschalter der Bergheimer Filiale nachgefragt, was das soll. Der junge Mann hat grinsend gesagt, das sei eben das ,Gas-Haus'", so Gruber in den SN.
Ein Blockhaus der Baumarktkette bauMax sorgt für Aufregung: Im Produktkatalog für 2005, Seite 139 unten, wird das Blockbohlenhaus "Mauthausen" beworben. Das Unternehmen sprach nach Protesten von einem schrecklichen Fehler, nannte die Hütte in "Freistadt" um und will der KZ-Gedenkstätte Mauthausen spenden, berichten die "Salzburger Nachrichten" (SN) in ihrer Dienstag-Ausgabe.
Wieso man auf die Idee kam, ein Produkt nach dem Standort eines Konzentrationslagers zu benennen, in dem unter den Nazis zehntausende Menschen ermordet wurden, konnte in der Konzernführung niemand erklären. "Das ist irgendwie in den Katalog gerutscht. Ein schrecklicher Fauxpas", räumte Sprecherin Monika Vogelgruber ein. "Alle sind über diesen Fehler tief betroffen."
via KLZ Online
Auf der Website von Baumax gab es zum Zeitpunkt des Postings noch keine Stellungnahme.
Das Unternehmen verlautbart weiters:
Einstampfen will bauMax die Kataloge aber nicht. Auch sei ein Übermalen oder Abkleben der Seite logistisch nicht möglich. "Aber wir betreiben jetzt intensive geschichtliche Aufklärungsarbeit mit unseren Mitarbeitern, damit sie sich der historischen Bedeutung dieses Ortes bewusst werden
d.h. es gibt keinen Verantwortlichen, sondern allgemein, die Mitarbeiter als "anonyme Masse" haben sichtlich zu wenig Geschichtsbewusstsein?
Weiters:
Neben den Stapeln, wo die Kataloge zur freien Entnahme in den Geschäften lagern, werden Hinweisschilde angebracht. Darauf soll das Problem angesprochen werden. Auch soll die KZ-Gedenkstätte Mauthausen eine finanzielle Spende von bauMax erhalten. In einem Rundschreiben von Holz-Einkaufsleiter Eric Frauenberger an die Filialen heißt es, Artikel Nr. 3189153 müsse "wegen namensrechtlicher Probleme" umbenannt werden. Die Hütte heiße jetzt "Freistadt".
Achso, wegen namensrechtlicher Probleme also? Im großen und ganzen ein ziemliches PR Desaster, wo man bisher gerade in dem Medium, wo man rasch und umfassend seinen Standpunkt darlegen könnte und Probleme ansprechen und aufklären könnte, nicht reagiert. Aber dafür gibts dann wohl eine Presseaussendung an den Journalistenverteiler...
UpDate:
Es wird noch besser, derStandard.at berichtet:
"Noch dazu ist die Hütte im typischen Vierziger-Jahre-Stil gehalten", sagte Gerold Gruber vom Verein Kulturfreistatt Salzburg, dem die Namensgebung aufgefallen war. "Ein Kollege und ich haben am Informationsschalter der Bergheimer Filiale nachgefragt, was das soll. Der junge Mann hat grinsend gesagt, das sei eben das ,Gas-Haus'", so Gruber in den SN.
