Montag, 17. Oktober 2005
Hab grad gelesen, dass Herbert Hufnagl am 14.10.2005 verstorben ist. Er war der Mann hinter den Kopfstücken im Kurier. Jene Zeitung mit der ich groß geworden bin. Und neben dem Sportteil hab ich die Kopfstücke (übrigens geschmacklos, wenn man seine Seiten nicht warten kann!) gelesen. Und später den Wirtschaftsteil. Das was Herbert Hufnagl in wenige Zeilen verpacken konnte schaffen andere nicht in einem Buch. Österreich hat einen großartigen Journalisten verloren.
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Wir sind in Salzburg zu einem Termin. Salzburg, ewig ein schwarzes Bundesland, seit kurzem ein rotes.
Die Stadt der Festspiele, die feine Gesellschaft, die Leute aus Salzburg Stadt die sich sehr augenscheinlich für ziemlich gut halten. Naja, das sagen zumindest die aus Salzburg Land.
Egal, ich kenn Salzburg Stadt eigentlich kaum. Also am Bahnhof angekommen müssen wir ein Taxi nehmen um zum Kunden zu kommen. Wir nehmen eins, steigen ein. Begrüssungsformeln. Wir sagen wo wir hinmüssen. Wir müssen zu einem Unternehmen, das in der Abkürzung SN heißt. Der Lenker meint: Ah, zur SN müssens… nicht zur SS…
Gedankenblase: „?!? Hat der das gerade wirklich gesagt?!?" Ok, da kann ich nicht anders – das meint auch der smi, der mit war. Da bin ich mitten in meinem Element. Ganz nah dran am echten Österreich, an jenen Menschen die die Mehrheit in unserem Land stellen und denen ich so fern bin wie der Chinese dem Samba. Da will ich mehr wissen, will spüren wie es um dieses Land steht. Und die 7min Fahrt entwickelte sich wirklich großartig, einzigartig. Gratiskabarett, einzig den Fahrtpreis mussten wir zahlen.
Ich hake also nach: Nein, zur SN wollen wir, nicht zur SS.
Taxifahrer (TX): Jo, hoho, do worns no gor ned auf da wöd gell…
Ich: Stimmt, und Sie?
TX: I bin a 44er Jahrgang, ganz knapp also… Jojo, do hots no viele Geburten gegeben!
Ich: Gedankenblase (?!? Aha, Gedankensprung) – Mhm, des ist ja heute nicht mehr so…
TX: Jo mia werdn aussterbn, so wias ausschaut…
Ich: (provokant grinsend) Naja, aber da werdn uns wohl unsere südlichen Nachbarn behilflich sein?
TX: Jo genau, wenn’s kumman die Türkn!
Ich: (noch provokanter) Genau, deshalb sind wir für Zuwanderung!
TX: Jo früher häts des ned geben. Und begonnen hot des ois damit dass de Amis den 2. Weltkrieg gwunnan hobn. De woin Ihr gonzes System der Wöd aufzwengan. Der Amerikanismus, deswegen san olle gegen die Amis, I mogs jo ned die Amis…
Ich: Mhm, ja….
TX: Und die Globalisierung, deswegen geht’s uns so schlecht. Der Sozialstaat ist am sterben. Die Kluft wird immer größer, die Armen ärmer, die Reichen reicher und alle Macht liegt bei den Unternehmen. Die Sozis wollten einen Ausgleich schaffen zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern aber heute sagt ein Betrieb, wenn ich nicht bekomm was ich will wander ich ab… Wenn die in China um 10 Cent produzieren, dann sind die weg…
Ich: Ja und das erinnert mich an ein chinesisches Sprichwort (ok ich denk mir eins aus) „Was du nicht verändern kannst, das sollst du mit einem Lächeln willkommen heißen“
TX: (lacht auf) Wos manans, i soi ned so vü jammern?
Ich: Nein, nein, es ist halt die Frage ob man das alles ändern kann oder das beste draus machen soll?
TX: (er redet ohne Unterlass, kommt vom 100sten und 1000ste, spricht über die Verstaatlichte Industrie, Sozialstaat, Neger Türken, Ausländer die das Taxigewerbe ruiniert haben, dass es uns allen so schlecht geht und wir überhaupt den Bach runtergehen)
Der Höhepunkt
TX: I glaub wir san sowieso wie des oide Rom, wir werdn untergehen.
Ich: (besonders gescheit) Ja, das glaub ich auch. Jede Zivilisation strebt Ihrem Kulminationspunkt zu um sich dann selbst zu überleben und geht schließlich unter um der Erneuerung Platz zu machen….
TX: Jo genau, deswegen wor i domois für die EU, ober die….. (das übliche…)... und wenns noch mir gangad, dann tat i no mehr steian zoin, damits den fraun a göd zoin, wenns kinda kriagn, weu des is jo a beruf und daun brauchat ma de gaunze zuwonderung ned... (und so weiter und so fort)
Ich: ?!? (grins)
Dann kam ein langer Monolog über das verbaute Salzburg, verfehlte Raumordnung, den Scheiß Flughafen, die Bürgermeister als Regionalkaier die sich selbst bereichern und dass hier sowieso alles Scheisse ist. Wenn er könnte, würde er ja sofort in Pension gehen, weil des Taxifahren is auch nicht mehr das was es mal war, aber 2 Jahre muß er noch durchhalten. Und dann bleibt er sicher nicht in Salzburg.
Ich: Aha? Na wo solls denn hingehen?
TX: Nach Mallorca. Durt hob i a Freindin, durt kaun i wohnan…
Verabschiedung. Abgang von der Bühne. Der Vorhang fällt.
Was die armen Mallorciner wohl zu solchen Ausländern sagen werden?
Die Stadt der Festspiele, die feine Gesellschaft, die Leute aus Salzburg Stadt die sich sehr augenscheinlich für ziemlich gut halten. Naja, das sagen zumindest die aus Salzburg Land.
Egal, ich kenn Salzburg Stadt eigentlich kaum. Also am Bahnhof angekommen müssen wir ein Taxi nehmen um zum Kunden zu kommen. Wir nehmen eins, steigen ein. Begrüssungsformeln. Wir sagen wo wir hinmüssen. Wir müssen zu einem Unternehmen, das in der Abkürzung SN heißt. Der Lenker meint: Ah, zur SN müssens… nicht zur SS…
Gedankenblase: „?!? Hat der das gerade wirklich gesagt?!?" Ok, da kann ich nicht anders – das meint auch der smi, der mit war. Da bin ich mitten in meinem Element. Ganz nah dran am echten Österreich, an jenen Menschen die die Mehrheit in unserem Land stellen und denen ich so fern bin wie der Chinese dem Samba. Da will ich mehr wissen, will spüren wie es um dieses Land steht. Und die 7min Fahrt entwickelte sich wirklich großartig, einzigartig. Gratiskabarett, einzig den Fahrtpreis mussten wir zahlen.
Ich hake also nach: Nein, zur SN wollen wir, nicht zur SS.
Taxifahrer (TX): Jo, hoho, do worns no gor ned auf da wöd gell…
Ich: Stimmt, und Sie?
TX: I bin a 44er Jahrgang, ganz knapp also… Jojo, do hots no viele Geburten gegeben!
Ich: Gedankenblase (?!? Aha, Gedankensprung) – Mhm, des ist ja heute nicht mehr so…
TX: Jo mia werdn aussterbn, so wias ausschaut…
Ich: (provokant grinsend) Naja, aber da werdn uns wohl unsere südlichen Nachbarn behilflich sein?
TX: Jo genau, wenn’s kumman die Türkn!
Ich: (noch provokanter) Genau, deshalb sind wir für Zuwanderung!
TX: Jo früher häts des ned geben. Und begonnen hot des ois damit dass de Amis den 2. Weltkrieg gwunnan hobn. De woin Ihr gonzes System der Wöd aufzwengan. Der Amerikanismus, deswegen san olle gegen die Amis, I mogs jo ned die Amis…
Ich: Mhm, ja….
TX: Und die Globalisierung, deswegen geht’s uns so schlecht. Der Sozialstaat ist am sterben. Die Kluft wird immer größer, die Armen ärmer, die Reichen reicher und alle Macht liegt bei den Unternehmen. Die Sozis wollten einen Ausgleich schaffen zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern aber heute sagt ein Betrieb, wenn ich nicht bekomm was ich will wander ich ab… Wenn die in China um 10 Cent produzieren, dann sind die weg…
Ich: Ja und das erinnert mich an ein chinesisches Sprichwort (ok ich denk mir eins aus) „Was du nicht verändern kannst, das sollst du mit einem Lächeln willkommen heißen“
TX: (lacht auf) Wos manans, i soi ned so vü jammern?
Ich: Nein, nein, es ist halt die Frage ob man das alles ändern kann oder das beste draus machen soll?
TX: (er redet ohne Unterlass, kommt vom 100sten und 1000ste, spricht über die Verstaatlichte Industrie, Sozialstaat, Neger Türken, Ausländer die das Taxigewerbe ruiniert haben, dass es uns allen so schlecht geht und wir überhaupt den Bach runtergehen)
Der Höhepunkt
TX: I glaub wir san sowieso wie des oide Rom, wir werdn untergehen.
Ich: (besonders gescheit) Ja, das glaub ich auch. Jede Zivilisation strebt Ihrem Kulminationspunkt zu um sich dann selbst zu überleben und geht schließlich unter um der Erneuerung Platz zu machen….
TX: Jo genau, deswegen wor i domois für die EU, ober die….. (das übliche…)... und wenns noch mir gangad, dann tat i no mehr steian zoin, damits den fraun a göd zoin, wenns kinda kriagn, weu des is jo a beruf und daun brauchat ma de gaunze zuwonderung ned... (und so weiter und so fort)
Ich: ?!? (grins)
Dann kam ein langer Monolog über das verbaute Salzburg, verfehlte Raumordnung, den Scheiß Flughafen, die Bürgermeister als Regionalkaier die sich selbst bereichern und dass hier sowieso alles Scheisse ist. Wenn er könnte, würde er ja sofort in Pension gehen, weil des Taxifahren is auch nicht mehr das was es mal war, aber 2 Jahre muß er noch durchhalten. Und dann bleibt er sicher nicht in Salzburg.
Ich: Aha? Na wo solls denn hingehen?
TX: Nach Mallorca. Durt hob i a Freindin, durt kaun i wohnan…
Verabschiedung. Abgang von der Bühne. Der Vorhang fällt.
Was die armen Mallorciner wohl zu solchen Ausländern sagen werden?
