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Mittwoch, 7. Dezember 2005
Und in den vergangenen Tagen gab es auch noch Erkenntnis-Highlights von den billigen Rängen. Zum einen verkündete der Service pressetext.at:

Marketing-Potenzial Weblogs: enttäuschende Reichweiten
Hoher Bekanntheitsgrad schützt vor geringer Nutzung nicht


Aha? Man erklärt also weiter:

Die vom Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß http://www.fittkaumaass.de unter 100.000 Internetusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz durchgeführte Untersuchung hat herausgefunden, dass der Bekanntheitsgrad des Phänomens mit 75 Prozent sehr hoch ist. Zum weitesten Nutzerkreis zählt der Studie zufolge allerdings nur jeder fünfte Nutzer, regelmäßige Besucher und aktive Betreiber finden sich mit vier bzw. zwei Prozent überhaupt nur ganz wenige.
Soso...

"Die Ergebnisse rücken die Bedeutung von Weblogs für Marketingzwecke wieder in das richtige Licht", meint Susanne Fittkau, Geschäftsführerin von Fittkau & Maaß, im Gespräch mit pressetext.
Na, da hat sich Susi aber richtig schlau gemacht. Ob die, die richtigen Fragen gestellt haben? Was ist der Nutzerkreis? Was ist Nutzung (lesen, kommentieren, bloggen?)? Was ist regelmässig, etc... Also irgendwie ist das alles so sehr in den Wind gereimt, dass man es am besten ignorieren sollte. Egal.

Den Vogel schießt aber N-TV ab und titelt:

Weblogs völlig überschätzt.

Das ist genau die Schlagzeile, die vollmundige tiefe Auseinandersetzung mit einem Medium das man weder kennt noch im Ansatz versteht, wie ich sie von einem Medienunternehmen des ältesten Schlages liebe und erwarte.

Noch besser die Bildunterschrift zu einem Screenshot vom geschätzten BILDBlog:

Das vermutlich einzige deutsche Weblog, dessen Lektüre lohnt: BILDblog von FAZ-Autor Stefan Niggemeier.

Einfach herrlich. Wenn Ihr könntet, Ihr Pressetexts und N-TVs, dann würdet Ihr die Millionen anderen, weniger lohnenswerten Weblogs doch am liebsten verbieten oder? Die machen zwar keinen Sinn, die liest eh kein Schwein aber irgendwie rauchen bei euch schon die Köpfe ob Ihr nicht umdenken müsst... tricky situation hä?

Six Apart schreibt all seinen Typepad Usern "in 9 Tagen müsst Ihr auf Livejournal umsteigen". So ähnlich wäre das wohl, was hier momentan im deutschen Markt vor sich geht...

Im Auditorium sitzen zwischen 300 und 400 Menschen. (Leider) Vornehmlich Männer. Die Aufregung und die Hochspannung ist spürbar - ja riechbar. Hunderte Augen springen zwischen Panel und Bildschirm hin und her, 100e Finger hämmern auf Notebook Tastaturen ein. Es geht um RSS, wer hat wie viele Feeds abonniert, der ultimative Schwanzlängenvergleich. Vorne am Panel gehts los, der Moderator peitscht sein Publikum ein...

Who's got more than hundred?
[mehr als die Hälfte des Publikums zeigt auf]
Wohooo! Who's got more than 250?
[noch immer zeigen ca. 2 Dutzend Menschen auf - Staunen]
Yeaahhh! Who's got more than 500?
[weniger als 5 Hände gehen rauf - Fassungslosigkeit]

Yessss! DO WE HAVE A 1K?!!

[???!!!???] Stimme aus dem Off:
I have 743 but I don't read them on a regular basis....

so oder so ähnlich war eine Szene auf der LesBlogs2.0.

Das ist eine interessante Neuigkeit. Nach den massiven Problemen bei 20six gibt Stefan Glänzer und das Team nun bekannt, dass alle 20six Blogs auf MyBlog.de Software migriert werden. Ein ziemliches Unterfangen, für das man sich und den Usern ganze 9 Tage Zeit gibt.

Ich kenne die 20six Software nicht so gut, aber kenne MyBlog.de vom anlegen eines Testblogs. Das ist imho doch ein ziemlich heftiger Umstieg für die User, bin gespannt wie das die noch verbliebene Community verkraften wird.

Es stellt sich auch die Frage wie man mit den kostenpflichtigen Features umgeht die es zum Teil bei MyBlog.de nicht mehr geben wird - das ist ja ziemlich heftig, allein buchhalterisch und administrativ.

Auch eine offene Frage ist, wie sich dieser Schritt auf 21publish usw. auswirkt. Näher ins Detail geht Don Alphons