Donnerstag, 2. Februar 2006
Der Beitrag hält nicht was der Titel verspricht ;-) - Aber wenn die armen toten Vogerln nicht wären, wärs ein Kabarett:
Es war ein kleines Mysterium: Am 15. Jänner wurden 40 Singvögel, genauer gesagt Seidenschwänze, tot aufgefunden. Allesamt in größeren Haufen, entlang der U-Bahn-Linie U3, in den Bezirken Wien-Landstraße und Penzing. Panik brach aus, Passanten berichteten der Polizei von einem "Massensterben" und fürchteten, dass die Vogelgrippe nun Österreich erreicht hatte.
[...]
Nachdem auch der Verdacht auf kollektiven Selbstmord in Sektenmanier mangels Erfahrungen zurückgewiesen werden musste, berief man sich auf die Unerfahrenheit der Seidenschwänze mit urbanen Gegebenheiten: "Anders als Stadtvögel sind Zugvögel nicht an ungekennzeichnete Glasscheiben gewöhnt," erklärte Walter Reisp, Leiter des Veterinäramtes.
[...]
Doch das war noch nicht alles, wie sich nach einer pathologischen Untersuchung der Tiere herausstellte: "Alle waren angesoffen," hieß es am Donnerstag. Die zarten, feingefiederten Vögel wiesen Alkoholikersymptome wie Leberverfettung auf. Bei ihrem Winterurlaub in Wien erwiesen sich die normalerweise in Sibirien beheimateten Seidenschwänze nicht so trinkfest wie ihre menschlichen Genossen: Gierig hatten sie sich auf das reichliche Nahrungsangebot gestürzt und dabei dabei zu viel von wildem Wein und Ebereschenbeeren erwischt. Der Gärungsprozess tat das übrige und die Vögel prallten im Alkoholrausch gegen die Scheiben.
Herrliche Gschicht. Was lernen wir draus? Don't drink and fly...
Es war ein kleines Mysterium: Am 15. Jänner wurden 40 Singvögel, genauer gesagt Seidenschwänze, tot aufgefunden. Allesamt in größeren Haufen, entlang der U-Bahn-Linie U3, in den Bezirken Wien-Landstraße und Penzing. Panik brach aus, Passanten berichteten der Polizei von einem "Massensterben" und fürchteten, dass die Vogelgrippe nun Österreich erreicht hatte.
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Nachdem auch der Verdacht auf kollektiven Selbstmord in Sektenmanier mangels Erfahrungen zurückgewiesen werden musste, berief man sich auf die Unerfahrenheit der Seidenschwänze mit urbanen Gegebenheiten: "Anders als Stadtvögel sind Zugvögel nicht an ungekennzeichnete Glasscheiben gewöhnt," erklärte Walter Reisp, Leiter des Veterinäramtes.
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Doch das war noch nicht alles, wie sich nach einer pathologischen Untersuchung der Tiere herausstellte: "Alle waren angesoffen," hieß es am Donnerstag. Die zarten, feingefiederten Vögel wiesen Alkoholikersymptome wie Leberverfettung auf. Bei ihrem Winterurlaub in Wien erwiesen sich die normalerweise in Sibirien beheimateten Seidenschwänze nicht so trinkfest wie ihre menschlichen Genossen: Gierig hatten sie sich auf das reichliche Nahrungsangebot gestürzt und dabei dabei zu viel von wildem Wein und Ebereschenbeeren erwischt. Der Gärungsprozess tat das übrige und die Vögel prallten im Alkoholrausch gegen die Scheiben.
Herrliche Gschicht. Was lernen wir draus? Don't drink and fly...
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Puh, das Ablaufdatum rast ja richtiggehend - und schon wieder gibts eine Neue Ausgabe von mindestenshaltbar - diesmal künstlich!
Und als Autor für die Coverstory konnten wir diesmal Don Alphonso gewinnen, was mich sehr freut! Und der sushimaster sorgt für die coolen Bilder!
und wenn ich Zeit zum lesen finde (und die finde ich ;-) freue ich mich schon auf:
* Gottes Werk und Foodstylists Beitrag (als leidenschaftlicher Hobbykoch!)
* Emigration aus dem Heile-Welt-Vakuum (von Thomas Loser, den ich als Journalist des Horizont, sehr sehr schätze - Danke!)
* Einfach mal man selbst sein! (von Lyssa, aber ja wann denn nu?)
* In der Fremde (weil in der Schweiz und da war ich ja kürzlich)
* Auf Besuch im Augenblick (von Chrissie die sich nun verstärkt um das Baby kümmern wird - ich freue mich auf deine gute Arbeit!)
und schon wieder neue podcasts...
Und als Autor für die Coverstory konnten wir diesmal Don Alphonso gewinnen, was mich sehr freut! Und der sushimaster sorgt für die coolen Bilder!
und wenn ich Zeit zum lesen finde (und die finde ich ;-) freue ich mich schon auf:
* Gottes Werk und Foodstylists Beitrag (als leidenschaftlicher Hobbykoch!)
* Emigration aus dem Heile-Welt-Vakuum (von Thomas Loser, den ich als Journalist des Horizont, sehr sehr schätze - Danke!)
* Einfach mal man selbst sein! (von Lyssa, aber ja wann denn nu?)
* In der Fremde (weil in der Schweiz und da war ich ja kürzlich)
* Auf Besuch im Augenblick (von Chrissie die sich nun verstärkt um das Baby kümmern wird - ich freue mich auf deine gute Arbeit!)
und schon wieder neue podcasts...
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Der Horizont druckt in seiner kommenden Ausgabe anlässlich der Affäre rund um das veröffentlichte Mail von Jean Remy von Matt folgenden Kommentar von mir ab:
Du bist Klowand!
Am 19. Jänner war es dann soweit – Jean Remy von Matt schickte eine eMail an seine Kollegenschaft die einige brisante Aussagen enthielt. Er beschwerte sich darin über die „Miesepetrigkeit“ mit der die Kampagne „Du bist Deutschland“ von einigen Seiten aufgenommen wurde. Darunter Werbekollegen, klassische Medien und den Weblogs.
Diese bezeichnete er sodann als „Klowände[n] des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern?“. In Richtung der Journalisten befindet er „Journalisten von FAZ bis TAZ, die ihre Meinung zwar insofern gefragt absondern als sie eine nachweisbare Leserschaft haben, aber:…“
Herr von Matt offenbart sich als einigermaßen naiv. Natürlich fand dieses eMail einen Weg nach draußen, vielleicht hat ja auch Jung von Matt einige Blogger im Unternehmen sitzen?
Am 19 Jänner also wurde das eMail vom deutschen Blogger Jens Scholz gepostet, bekam in wenigen Stunden 130 Kommentare, wurde über 100 Mal verlinkt, wurde innerhalb eines Tages über 18.000 Mal abgerufen.
Keine 12 Stunden später berichtete das Handelsblatt in einem seiner Weblogs darüber und weitere 12 Stunden später der Online Spiegel. Auf technorati.com, einem amerikanischen Webservice der seismisch die Bewegungen aus der Blogosphäre wiedergibt, war „Du bist Deutschland“ innerhalb von 2 Tagen der häufigste Suchbegriff.
Was sagt uns das? Anscheinend haben auch Weblogs eine nachweisbare Leserschaft, anders ist diese rasende virale Verbreitung wohl kaum zu erklären. Anscheinend hat Jung von Matt eine falsche Vorstellung von der Kraft der Überzeugung, denn die Überzeugung muß vor allem beim Rezipienten entstehen und nicht beim Macher der Kampagne.
Abgesehen davon, dass von Matt durch seine eMail das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Frage stellt spiegelt es eine abgehobene und arrogante Haltung wieder. Der Konsument bekommt eine vorgefertigte Botschaft und wenn diese nicht verstanden wird, ist sie zu doof oder eben miesepetrig. Das Problem ist, dass wir heute in einer Welt der Pro(ducer)(Con)sumer leben. Das Internet ermöglicht einen Zweiwegekanal und es gibt heute schon mehr als 26 Millionen Weblogs weltweit. Das sind aktive Sendestationen inklusive Reichweite und hoher Glaubwürdigkeit, die hervorragend auf einen offenen Dialog reagieren aber dumpfe Berieselung ablehnen. Nur weil man dieses Faktum ignoriert, heißt es noch lange nicht, dass es nicht existiert.
Zunehmend fragmentierende Medienmärkte bestehen aus mehr als Fernseh- und Radiostationen und einer Tageszeitung. Einfach in Google „Du bist Deutschland“ eingeben und den ersten Treffer genießen – kreativer Output von der Basis als Feedback für den Agenturboss. Broadcasting war gestern – heute ist Participation!
Du bist Klowand!
Am 19. Jänner war es dann soweit – Jean Remy von Matt schickte eine eMail an seine Kollegenschaft die einige brisante Aussagen enthielt. Er beschwerte sich darin über die „Miesepetrigkeit“ mit der die Kampagne „Du bist Deutschland“ von einigen Seiten aufgenommen wurde. Darunter Werbekollegen, klassische Medien und den Weblogs.
Diese bezeichnete er sodann als „Klowände[n] des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern?“. In Richtung der Journalisten befindet er „Journalisten von FAZ bis TAZ, die ihre Meinung zwar insofern gefragt absondern als sie eine nachweisbare Leserschaft haben, aber:…“
Herr von Matt offenbart sich als einigermaßen naiv. Natürlich fand dieses eMail einen Weg nach draußen, vielleicht hat ja auch Jung von Matt einige Blogger im Unternehmen sitzen?
Am 19 Jänner also wurde das eMail vom deutschen Blogger Jens Scholz gepostet, bekam in wenigen Stunden 130 Kommentare, wurde über 100 Mal verlinkt, wurde innerhalb eines Tages über 18.000 Mal abgerufen.
Keine 12 Stunden später berichtete das Handelsblatt in einem seiner Weblogs darüber und weitere 12 Stunden später der Online Spiegel. Auf technorati.com, einem amerikanischen Webservice der seismisch die Bewegungen aus der Blogosphäre wiedergibt, war „Du bist Deutschland“ innerhalb von 2 Tagen der häufigste Suchbegriff.
Was sagt uns das? Anscheinend haben auch Weblogs eine nachweisbare Leserschaft, anders ist diese rasende virale Verbreitung wohl kaum zu erklären. Anscheinend hat Jung von Matt eine falsche Vorstellung von der Kraft der Überzeugung, denn die Überzeugung muß vor allem beim Rezipienten entstehen und nicht beim Macher der Kampagne.
Abgesehen davon, dass von Matt durch seine eMail das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Frage stellt spiegelt es eine abgehobene und arrogante Haltung wieder. Der Konsument bekommt eine vorgefertigte Botschaft und wenn diese nicht verstanden wird, ist sie zu doof oder eben miesepetrig. Das Problem ist, dass wir heute in einer Welt der Pro(ducer)(Con)sumer leben. Das Internet ermöglicht einen Zweiwegekanal und es gibt heute schon mehr als 26 Millionen Weblogs weltweit. Das sind aktive Sendestationen inklusive Reichweite und hoher Glaubwürdigkeit, die hervorragend auf einen offenen Dialog reagieren aber dumpfe Berieselung ablehnen. Nur weil man dieses Faktum ignoriert, heißt es noch lange nicht, dass es nicht existiert.
Zunehmend fragmentierende Medienmärkte bestehen aus mehr als Fernseh- und Radiostationen und einer Tageszeitung. Einfach in Google „Du bist Deutschland“ eingeben und den ersten Treffer genießen – kreativer Output von der Basis als Feedback für den Agenturboss. Broadcasting war gestern – heute ist Participation!
