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Samstag, 21. April 2007
Die ÖVP macht im Rahmen dieses Parteitags extrem viel im Umfeld der neuen Medien. Es gibt ein MySpace Profil, dort findet sich auch ein Live Blog vom Bundesparteitag, es gibt einen Flickr Account und eben auch ein Second Life Angebot. Neben Live-Stream soll es später auch noch aktuelle Videos auf YouTube geben. Einen Überblick findet man hier.

Ich finde das sehr gut. Es sind vielfach Experimente - nicht alles ist perfekt, einige davon werden nicht nachhaltig funktionieren wie Second Life. Das bringt kurzfristig viel Presse, aber mehr nicht.

Mehr als die technischen Experimente zählen aber die sozialen Experimente - eben, dass man kritische Blogger hierher eingeladen hat. Das sowas möglich ist, ist wichtig per se. Was noch fehlt, bzw. was noch aussteht ist ob man den Mut hat sich mit kritischen Stimmen zu vernetzen (verlinken!). Nützt man die Chance dieser Web2.0 Werkzeuge um sich auch proaktiv mit den kritischen Stimmen zu vernetzen, will man wirklich mit den kritischen Stimmen in einen Dialog treten? Das ist die entscheidende Frage die mich besonders interessiert. Mal sehen...

Abgesehen davon meine Gratulation zu dem Mut und der Offenheit, ein wichtiger Schritt.

Nachdem ich mich schön langsam auch auf den Weg zum Bahnhof machen muß verabschiede ich mich an dieser Stelle - ich bedanke mich für die Einladung, es war ein interessantes Experiment. Mir persönlich haben die Beobachtungen von Heinz Wittenbrink am besten gefallen. Bis zur nächsten spannenden Veranstaltung...

övpparteitag07

Delegierte können nun Ihren Senf dazugeben - davor wurde dazu aufgerufen, die Redezeit einzuhalten, man finde links vom Pult eine Uhr um sie zu beachten.

Andreas Kohl betritt die Bühne und beginnt:

"Jo, uns fällt es halt sehr schwer nach links zu schauen - wäre die Uhr rechts, würde es uns leichter fallen..."

Oh mein Gott - da wird mir wirklich schlecht. Es folgen Verweise aufs Alte Testament und rückwärtsgewandtes Wertegefasel - Kohl meint, wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht - ja Herr Kohl, das gebe ich gerne zurück, fragt sich wer da nicht ganz dicht ist...

Helge meinte er hörte den wenigsten Applaus...

Es folgt Silvia Fuhrmann - sehr hektisch und aufgeregt. Sie meint im Leitantrag wären die Interessen "der Jungen" optimal abgedeckt? Den Leitantrag kann ich mir dann ja auf der Heimfahrt im Zug durchlesen, mal sehen, ich bin gespannt. Sie wird gerade unterbrochen zu einem Ende zu kommen...Endspurt, verzweifelter Versuch noch viel unterzubringen ;-) sie tut mir fast ein wenig leid.

övpparteitag07

Die Heinz Wittenbrink im Gespräch eingebracht hat und die imho sehr schlüssig und berechtigt ist. Die Veranstaltung hier ist eine "interne" Veranstaltung. Es ist eine Veranstaltung für die Delegierten - es ist quasi eine Motivationsveranstaltung. Es ist eine Veranstaltung nicht für uns - sondern eine bei der wir hinter die Kulissen blicken dürfen... vielleicht kommt uns deshalb vieles so gewöhnungsbedürftig vor? Ich habe ja keinen Vergleich...

P.S.: nach dem Mittagessen ist es merklich schütter im Publikum.

övpparteitag07

auch von "lieben Freunden" - ok, vielleicht ist das auch OK und angebracht hier, zumindest was den größeren Teil der hier Anwesenden betrifft.

Es fällt auf, dass Willi Molterer mit angenehmerer Stimme beginnt. Weniger Geschrei - man kann sich besser auf den Inhalt konzentrieren.

Noch ist nicht viel Inhalt da - abwarten. (In der Zwischenzeit werden wir permanent fotografiert oder gefilmt - absehbar und logisch aber trotzdem in der aktuellen Gefühlslage ein wenig unangenehm... Was macht man mit dem Material, wie wird es aus dem Zusammenhang gerissen?). Naja, dazu gibt es ja die Möglichkeiten eines aktiven Identitätsmanagement....

Willi Molterer hats verdammt schwer - Schüssel hat schon den ganzen Zunder verbrannt. Irgendwie bleibt kaum was über um wirklich Stimmung zu machen...

"Ich habe nicht vor mich zu ändern" - Er wollte damit signalisieren, dass er Charakter und Rückgrat hat, sich nicht verbiegen will. Trotzdem ein interessantes Statement. Ich dachte man sollte immer offen für Veränderung sein, man sollte immer den Wunsch und den Anspruch haben sich weiterzuentwickeln?

Im Großen und Ganzen trotzdem ein wesentlich angenehmerer Redestil. Nicht so polternd. Applaus brandet viel seltener und eher verhalten auf, aber es ist auch nicht notwendig.

Als moderner Konservativer will er überzeugen und nicht überreden...
Er bedankt sich bei der aktuell tätigen Perspektivengruppe die er für sehr wichtig hält. Er verkündet jede Menge hehre Ziele... Mal sehen. Viele der grundsätzlich positiven Botschaften würde wahrscheinlich ad hoc jede Partei unterschreiben.

[20min inhaltsfreie Redezeit]

Seitenhieb auf die Grünen die die Umwelt nicht besser sondern nur teurer machen würden - die seien eine NGO, eine "non governmental organisation"... Was für ein lahmer und unnötiger schmäh...

ups, fast verpasst - er will in den Familienbegriff der Partei die Patchworkfamilie, die alleinerziehende Mutter, die Geschiedenen, etc. aufnehmen. Eher ein Zeichen, wenn man das so deutlich unterstreichen muß.

[es wird langatmig...pffhhh.]

övpparteitag07

Was mir auffällt - die Rede wird auf der Bühne simultan in Gebärdensprache übersetzt. Ist das Standard? Sehr ok in jedem Fall.

Also Schüssel spricht - seine Abschiedsrede? Ich mag die Art und Weise wie er spricht nicht. Dieser Akzent/Dialekt, dieses schönbrunnerische oder was auch immer es sein soll. Es wirkt nasal, arrogant, herablassend. Aber was sagt er...

Wenig wirklich inhaltliches bisher - allgemeines blabla, wunderschöne Zeit, spannend, Herausforderungen, etc... Er stockt kurz - alle fangen zum Klatschen an, eine Gelegenheit um den roten faden wieder zu finden... EU Perspektiven, Osterweiterungen, Euro, blablabla - alles schon 100mal gehört.

Die linke Hand wird am Rednerpult lässig eingesteckt, die rechte gestikuliert, Stimme moduliert gut - er kommt in Fahrt. Permanentes reflexartiges mitklatschen. Werden Inhalte wichtiger oder besser, wenn sich die Stimme beinahe bedrphlich erhebt?

Eigenlob - Irgendwie war der "Korlheinz" entscheidend daran beteiligt, dass Böhler und andere Unternehmen zu Weltmarktführern wurden? Oje, Liesl Gehrers Bildungspolitik wird gelobt, jetzt tuts weh...

Er meint die ÖVP hätte die Pensionen gesichert? Wichtige Frage! Ganz ehrlich, ich glaube an keine Pension für mich in der heute exisitierenden Form. Ich geh nicht davon aus, dass ich das rausbekomme, was ich einzahle... Da sind SPÖ und ÖVP anscheinend gleich verlogen...

Es kommt zur Wirtschaftspolitik "Wir haben das Leben der Jungunternehmer dramatisch verbessert?"
- das muss ich irgendwo verpasst haben... Er meint, das hat nicht alles allein geschaffen (echt?), er ist ein "Gruppentier" und bedankt sich nun bei seinem Team... "Lopi" wie der ehemalige Generalsekretär (Lopatka) auch "zärtlich genannt" wird... Er lobt dieses moderne Team "auch mit diesem Internet wie Second Life"...

Kaum respektvolle Worte für das politische Gegenüber sondern eher Untergriffe. "Kein einziger politischer Skandal hat unsere Partei in den letzten 12 Jahren erschüttert..." ? - Naja, die Eurofighter sind ja noch nicht abgeschlossen?

Im Publikum kollektives Nicken und Klatschen wenns deftig wird, das gefällt der Basis. Uraltgeschichten wie Noricum, Verstaatlichte und Konsum werden zum 983 Mal ausgegraben und alle sind "liebe Freunde" - gibts nichts Neues?

Wahlkämpfe müssen als Kampf geführt werden, es wird martialisch... Und nachdem sich die Journalisten Fragen "warum bleibt der Schüssel eigentlich noch da?" - es wird langatmig, ich kann nicht folgen, also warum er bleibt, das bleibt mir verborgen... ah es kommt noch was - er will sein wissen und seine erfahrung einbringen. Die Macht der grauen Panther ;-)

Aus seiner Sicht die 3 Mega-Herausforderungen in Zukunft:

* Die demographische Situation und Ihre Auswirkungen auf Gesellschaft
* Das Standhalten im internationalen Wettbewerb, Stichwort Globalisierung
* Der Klimawandel, den niemand unterschätzen darf.


Er meint die ÖVP wäre bestens auf diese Herausforderungen vorbereitet? Willi Molterer ist immer wieder im Bild auf der Großleinwand - irgendwie schaut er ein wenig verschreckt aus, oder täusch ich mich?.... Wir habens hinter uns - alle stehen auf, großes Geklatsche....

övpparteitag07

Grad wird klassische Musik "auf modern" gebracht. Miese Akustik und nicht mein Fall. Währenddessen lernen wir gerade Barbara Toth, Redakteurin vom Standard/Innenpolitik kennen, sehr nett, man findet schnell gemeinsame Bekannte. Sie ist die erste Journalistin die sich zu uns eigenartigen Bloggern traut. Sie will wissen wie wir hierhar kamen, ob es Widerstände oder Zensur gab/gibt usw... Wir bieten Ihr das letzte Platzerl an unserem privilegierten Tisch an, den sie gerne annimmt. Die restlichen Journalisten sitzen ein wenig wie im Hendlstall abseits in einem eigenen Raum ohne direkten Blick auf die Bühne.

övpparteitag07

Wir (Helge und ich) sind gestern Abend mit dem Zug in Salzburg angekommen und haben im Hotel eingecheckt. Wir haben ein Vogerl zwitschern hören, dass am Abend eine interne Veranstaltung im Stieglkeller in Salzburg stattfindet. Wir haben Alexandra angerufen und gefragt haben ob wir nicht auch dort vorbeischauen könnten - da haben wir sie ein wenig überrumpelt. Nach kurzer Abstimmung bekamen wir das OK. Wir sollten uns aber damit zurückhalten auf Teufel komm raus kompromittierendes zu bloggen.

Um es kurz zu machen - Die Veranstaltung hätte auch jede x-beliebige Firmenveranstaltung sein können. Wenn man krampfhaft auf der Suche nach Klischees war, dann haben sich die in Hirschgeweihen an den Wänden und Hirschgeweihknöpfen an den vereinzelten Trachtenjankern erschöpft. Der Schweinsbraten war gut, der Knödel nicht flaumig genug und der Wein sehr gut. Ganz ehrlich, kompromittierendes hätt es nicht gegeben, aber wir sind auch um 24:00 abgehaut. Bis dahin haben wir sehr nett mit der Leiterin des Zielgruppenmarketings geplaudert - eigentlich waren wir keine Minute allein ;-) Ein Schelm wer Böses dabei vermutet... Wir wurden einigen Personen auf höchster Ebene vorgestellt die offensichtlich alle gut gebrieft waren, denn niemand schaute ahnungslos, als wir als "Blogger" vorgestellt wurden. Man sicherte uns zu, dass wir einfach so schreiben sollten wie wir wollen (naja was sonst?) und das Widerspruch erwünscht sei, man wolle daraus lernen. Naja, wir messen sie nicht an den Worten...

btw. spontan gab es auch eine Familienzusammenführung für helge mit einem längst verschollenen Familienzweig aus der NÖ Gegend - ich war zu Tränen gerührt :-)

Heute Ankunft am Flughafen Salzburg, Terminal2. Große Halle, alles perfekt organisiert - die Parteijugend verteilt Zettel und Zeug vor dem Eingang. Wir haben einen eigenen Tisch inkl. Strom und WLAN das funktioniert. Wir haben eine offizielle Presseakkreditierung.

Dann beginnts, Einzug mit Trommlern und Musik - erinnert an 5th Element, nur die Sängerin ist älter. Plötzlich stehen alle auf - anscheinend ziehen die "Granden" der Partei ein. Nach kurzer Einleitung übernimmt Wolfgang Schüssel das Wort - Ganz offen, ich hasse die Anrede "liebe Freunde und..." - ich such mir aus mit wem ich befreundet bin, aber seis drum.

btw - Sozialdemokraten werden noch immer bewusst oder unbewusst? Sozialisten genannt. In diesem Fall war es der neue Generalsekretär Hannes Missethon...

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Sitze gerade mit Helge, Heinz, Tom und Georg am Bloggertisch beim Bundesparteitag der ÖVP in Salzburg im Terminal2.

Was tun wir hier eigentlich?

Wir wurden von der ÖVP als Blogger offiziell eingeladen. Es ist klar und macht Sinn, warum die ÖVP sowas tut und Sie tut wohl gut daran. Die ÖVP ist eine Partei die in wichtigen Bevölkerungsschichten als eine rückwärtsgewandte, verzopfte, realitätsferne Partei angesehen wird. Blogger dagegen stehen für eine junge, urbane, moderne und kommunikative Gruppe von Lead Usern und Early Adoptern und werden als Multiplikatoren angesehen.

Es ist ok, wenn wir "instrumentalisiert" werden und wenn wir das Feigenblatt sind um eine Öffnung, einen Aufbruch, etc. zu symbolisieren oder darzustellen. Wir sind eine Marketingaktion die sowohl intern als auch extern Wirkung entfalten kann. Also lassen wir uns benutzen? Nicht ohen Gegenleistung und die Gegenleistung ist nicht Zugfahrt und Übernachtung...

Also was könnte die Gegenleistung sein? Was ist meine, ist unsere Agenda? Nach einem sehr spannenden Gespräch mit Helge gestern am Heimweg von einer Veranstaltung kamen wir im Gespräch auf einen guten Punkt - Wir stehen für den Einsatz von social software im Sinne einer partizipativen Gesellschaft. Das ist meine Sache, das ist etwas was mir persönlich am Herzen liegt. Das ist der Grund warum ich hier bin, weil wir hier eine Chance haben um ein klein wenig aufzuzeigen, das Dissens und das Widerspruch wichtig sind und wertvoll sind und einen wesentlichen Beitrag leisten. Wir sind ausschließlich uns selbst verpflichtet und müssen daher subjektiv und kritisch sein.

So und vielleicht so naiv sehe ich das und ich bin neugierig und gespannt ob wir hier gemeinsam ein Zeichen setzen können.

övpparteitag07