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Freitag, 10. August 2007
Man hat ja gehört, dass sich Lukasz Gadowski aus der Rolle des CEO bei Spreadshirt verabschiedet hat und das Ruder an Jana Eggers übergeben hat. Lukasz verbleibt im Vorstand und kümmert sich verstärkt um strategische Agenden.

Allein mit diesem Schritt macht sich Spreadshirt zu einem der ernstzunehmendsten Startups in Deutschland, wenn nicht Europa. Was klassische Startups im deutschen Sprachraum im Vergleich zu den USA am wenigsten können ist die Trennung von Entrepreneurship von Management. Überspitzt formuliert und auf den Punkt gebracht: der geniale Ingenieur der die Idee hat und das neue Unternehmen gründet ist in den allermeisten Fällen nicht der beste Manager.

Der Entrepreneur ist jemand der aus Nichts viel machen kann, der aber auch sehr viele Ressourcen zerstören kann. Der Entrepreneur agiert unabhängig von Ressourcen im positiven wie im negativen Sinn.

Der Manager ist der Verwalter von Ressourcen und maximiert nach ökonomischen Grundsätzen die eingesetzten Mittel.

In den USA ist es vollkommen üblich und normal, dass sich die Gründer, wenn Sie finanziert sind oder auf Expansionskurs sind, sofort einen erfahrenen CEO/Manager an Bord holen, die das Geschäft skalieren, erfolgreich machen. Siehe Larry Page und Sergey Brin die sich dafür Eric Schmidt an Bord geholt haben!

Ich bewundere Lukasz für diesen Schritt, weil ich im kleinen Rahmen weiß wie schwer es ist "loszulassen" und andere ans operative Ruder zu lassen. Man muß auch ehrlich dazusagen, dass Lukasz hier den Vorteil hat, dass Spreadshirt eben so attraktiv ist, dass er Hochkaräter wie Jana Eggers an Bord holen kann. Das ist bei einem kleinen Unternehmen natürlich ungleich schwieriger.

Erste Veränderungen scheinen sich abzuzeichnen und ich glaube Spreadshirt ist damit auf dem vollkommen richtigen Weg - weiter so u alles Gute!

Jeder kennt "alles ist relativ" - ebenso platt wie gern gebraucht.

Was mir in dem Kontext heute auffiel - Nichts schiebe ich so konstant vor mir her wie alles was mit Bürokratie, Verwaltung, Prozessen und "Kleinkram" zu tun hat. Meldebestätigungen, Abrechnungen, Belege, Ablage, Verlustanzeigen, Flugbuchungen, Versicherungsprämien oder ähnliches bringen mich zur Verzweiflung. Mich dagegen unvorbereitet vor 100 Leuten auf ein Podium zu stellen und mir zu sagen worüber ich sprechen soll - kein Problem. Eine schwierige Verhandlung mit einem Kunden, her damit.

Und so empfinde ich eine große Genugtuung wenn ich endlich mal haufenweise bürokratischen Kleinkram erledigt habe und wirklich "hinter mir habe"...

Man mag von Andreas Wabl halten was man will - Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat Andreas Wabl zu seinem Klimaschutzbeauftragten gemacht.

Alle laufen geschlossen dagegen Sturm. Eine beleidigte ÖVP/Josef Pröll sowieso, auch Grüne, BZÖ und sogar die eigene Partei regt sich auf.

Ich kann darüber nur den Kopf schütteln! Als Teil der Marktwirtschaft ist man netzwerkorientiertes Denken und Handeln gewohnt - Niemand ist weiter davon entfernt als die Politik, ein wesentlicher Grund dafür warum die aktuelle politische Situation so verdrossen macht. Hier regiert noch immer Proporz, Protektionismus und Postenschacher in den eigenen Reihen.

Würde ein (v.a. kleines) Unternehmen so handeln, es würde in kürzester Zeit zu Grunde gehen - Heute ist nur mehr erfolgreich wer seine Kernkompetenzen kennt und in unterschiedlichsten Bereichen erfolgreich mit Spezialisten zusammenarbeitet.

Alfred Gusenbauer setzt hier ein deutliches Signal - zumindest den Versuch einer Abkehr einer Apparatschikpolitik und eine Öffnung um Fachleute von außen ins Boot zu holen.

Deshalb ist es müssig über den Namen Wabl zu diskutieren, jeder der nicht aus den eigenen Reihen gekommen wäre, wäre Zielscheibe von Kritik gewesen.

Bei mir genießt diese Entscheidung allerhöchsten Respekt!