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Dienstag, 20. Oktober 2009
Bislang war man solches nur von Wolfgang Fellner und Konsorten gewöhnt, aber die neue Offenheit und Transparenz im Schlagabtausch der Befindlichkeiten von Journalisten österreichischer Qualitätszeitungen macht unserem Land als Hochburg des gediegenen Kabaretts alle Ehre.

Im übrigen schätze ich die witzige und selbstironische Extrovertiertheit des M. Fleischhacker mittlerweile. Dynasty & Denver Clan ist ein Sch.ß dagegen. Man muß dabei fairerweise anmerken, dass das Weblog von Fleischhacker das einzig relevante Blog eines Chefredakteurs einer österreichischen Tageszeitung ist.

Ein kleiner Auszug aus der persöhnlichen Fehde zwischen Harald Fidler (in der roten Ecke / derStandard) und Michael Fleischhacker (in der blauen Ecke / die Presse):

@Longjohn
Gähn. Ich hab die Leier, die "Presse" sei eh nur ein zweiter Standard, auch schon linkslinks uswusf wirklich sowas von satt. Primitiv bin ich selber, da brauch ich Sie wirklich nicht.
Michael Fleischhacker, Freitag, 16. Oktober 2009 #
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Der eigentliche Skandal ist doch nicht der Inhalt von fle's Kommentars in der So-Presse, auch nicht seine Wortwahl (die ich im übrigen recht amüsant fand), sondern, daß Journalisten offensichtlich zwar alles in diesem Land kritisieren dürfen (und das ist gut so, denn zu kritisieren gibt es genug) nur nicht sich selbst bzw. die Messmethode der eigenen Reichweiten.
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Lieber Harald,
ich hab bei Dir am Freitag um 17.20h per SMS angefragt (O-Text: "Sag, ist Dir das, was Ihr da heute treibt, selber so peinlich, dass es mit red gekennzeichnet ist, oder hat es der Bergmann selbst geschrieben?"), an die Nummer 069910025482, wie man auf meinem Mobiltelefon jederzeit nachprüfen kann. Unter dieser Nummer hab ich Dich eingespreichert, falls sie unaktuell ist, bitte ich um eine aktuellere.
Ich glaube, Du weißt ohnehin am Besten über die journalistischen Schwächen in der Entstehungsgeschichte Deines Beitrags Bescheid, Einiges davon hast Du ja unterwegs korrigiert. Den Rest wird man imProtokoll der MA-Vorstandssitzung nachlesen können.
Deine Erklärung für das "red" statt des "fid" finde ich übrigens ausgesprochen süß.
Lg, Fle
Michael Fleischhacker, Sonntag, 18. Oktober 2009 #
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@ fle
lieber michael,
a) da bist du leider nicht mehr auf dem letzten stand, auch wenn ich dir schon ein paar sms von aktuelleren anschlüssen geschickt habe und du dankenswerterweise meist geantwortet hast. ich schick dir eine neuere nummer.
b) wenn drei von einander unabhängige quellen journalistisch schwach sind, dann respekt vor eurem rechercheaufwand!
c) freut mich, dass du meine erklärung süß findest. ich finde deinen blog auch ausgesprochen schnuckelig.
best,
fid
fid@diemedien.at, Sonntag, 18. Oktober 2009 #
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@fid
Lieber Harald
a) Danke für die neue Nummer. "Reply" drücken ist eben doch leichter als schauen, ob in den Kontakten noch die richtige nummer steht...
b) Der Respekt ist ganz auf meiner Seite: 3 Rechercheanrufe für 15 Zeilen mit 2 verkürzten fle-Zitaten und einem aktuellen Halbsatz, das ist die wahre Bescheidenheit des Recherchetiers.
c) Na schau
Lg, Fle
Michael Fleischhacker, Sonntag, 18. Oktober 2009 #
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Ein Hammer! Danke, ganz großes Kino.

Das Währungsdrama
Aber worum gehts eigentlich? Fleischhacker prangert zu Recht einen alten Mißstand an - In einer Zeit wo jedem 14jährigen klar ist, dass sich Medienkonsum und Gewohnheiten massiv verändern versucht ein Verband an Verlegern nach wie vor mit alten Währungen seinen Werbekunden möglichst viel Kohle aus dem Kreuz zu leiern. Aber das haben Währungen eben so an sich - sie orientieren sich nicht am wahren Wert, sondern vor allem am Vertrauen in sie selbst.

Deshalb gibt es auch nicht eine noch viel größere Flucht aus dem US Dollar angesichts explodierender Defizite und überbordender Außenhandelsbilanzdefizite - weil man dem US Dollar vertraut. So vertrauen auch einige Werbekunden vor allem in Österreich noch fest darauf, dass die ganzen Anzeigen in Zeitungen bestimmt intensiv angestarrt werden und eben deshalb kostet eine ganze Seite in der SO Krone knappe EUR 32.000,-. Na bist du deppert ...

Am SO Abend war ich eigentlich positiv überrascht, wie konstruktiv und einigermaßen vernünftig die Debatte im Zentrum verlaufen ist (auch wenn ich über die ersten 30-40min nicht hinauskam).

Neben den Pensionistenvertretern Karl Blecha und Andreas Kohl waren IV Generalsekretär Markus Beyrer, die Grüne Marie Ringler, der Pensionsexperte Wolfgang Mazal und Wolfgang Moitzi als Vertreter der SJ.

Wider der Eigenständigkeit
Wütend macht mich dabei ein Herr Moitzi, wo man sich ernsthaft fragen muß mit welcher Berechtigung dieser Mensch in der Gesprächsrunde sitzt. Allen Ernstes fordert er den Trend zur privaten Pensionsvorsorge zu unterbinden und "das Vertrauen der jungen Menschen in unser staatliches Pensionssystem zu stärken". Kein vernünftig denkender Mensch meiner Generation rechnet ernsthaft damit auch nur annähernd über eine staatliche Pension das zurückzubekommen was man in den kommenden 30 bis 40 Jahren einzahlt. Um zu dieser Annahme zu kommen muß man kein großer Finanzmathematiker vor dem Herrn sein. Was also nützt mir Vertrauen in etwas, das nur deshalb nicht angepasst, repariert und überholt wird weil Politiker Angst davor haben viele Wählerstimmen von betroffenen Pensionistinnen zu verlieren.

Ich persönlich finde die Situation auch gar nicht sonderlich unfair. Wir blicken heute auf eine der am längsten andauernden Friedensperioden der Geschichte Mitteleuropas zurück (65 Jahre) in der enormer Wohlstand aufgebaut wurde (Sachwerte und Kapital). Das selbe Glück hatte die Generation der heutigen PensionistInnen nicht. Es scheint daher nur Recht und billig es unserer Generation zuzumuten, zusätzlich für sich selbst vorzusorgen. Man sollte das nur offen und ehrlich sagen und die Menschen nicht mit Lügen abspeisen.

Mangelnde Flexiblilität am Arbeitsmarkt
Christoph Chorherr spricht konkret über das Problem der steigenden Vorruhestände bzw. dem sinkenden Pensionsantrittsalter und ich kann Ihm nur Recht geben. Aus sozialer und auch menschlicher Sicht ist das in hohem Maße problematisch und eine Zerstörung des Kitt unserer Gesellschaft - gemeinsam arbeitende Menschen unterschiedlicher Generationen sind die Grundlage für wechselseitigen Respekt und Wertschätzung.

Doch warum funktioniert das nicht? Aus meiner Sicht, weil unser Arbeitsmarkt nach wie vor vielfach Arbeitskraft falsch einschätzt und einstuft. Unser System der Kollektivverträge treibt Gehälter (auch) dort künstlich in die Höhe wo es wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist. Zusätzlich gibt es eine geringe Mobilität im Arbeitsmarkt, kaum Flexibilität - den Ausweg daraus sieht man unter anderem beim ORF. Hier stimme ich Christoph Chorherr nicht zu - gerade beim ORF handelt es sich vielfach um "weiße Elefanten" die unglaubliche Privilegien genießen die Hohn und Spott für die prekären Arbeitsverhältnisse der nachkommenden ORFler sind (O-Ton eines jungen ORF-lers der mir selbiges hinterlegt mit den konkreten Zahlen berichtete).

Die selbstauferlegte Starre ist die Hürde und sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.