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Mittwoch, 1. Juli 2009

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Ein Videointerview mit der Kleinen Zeitung anlässlich meiner Einladung zur Veranstaltung bei den Minoriten in Graz.

Montag, 29. Juni 2009
In einer wirklichen Krise befindet sich der Journalismus da, [...] wo die Dummheit vieler Konsumenten nur mehr nach Blablabla und Tralala verlangt
Kurt Kister ist stellvertretender Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und lehrt uns was Arroganz ist.

Dort wo der Journalismus stehen bleibt im Vortrag von der Kanzel, in einer Zeit wo sich Menschen dazu entscheiden das zu konsumieren und dort zu partizipieren wo sie ernst genommen werden - da erscheint das Gegenüber dann als "dumm" weil es unmöglich ist sich selbst zu hinterfragen. Zu bedrohlich ist der drohende Einsturz der über Jahrzehnte aufgebauten Fassade.

Ich bin der Meinung, wer seine Leser/Seher/Hörer/User nicht interessieren kann, der hat sie nicht verdient. Für diese Art der Bereinigung ist es allerhöchste Zeit und es bleibt zu hoffen, dass keine Steuergelder dafür verschwendet werden.

Sonntag, 28. Juni 2009
Unter den vielen Filmtipps die ich bekommen habe, befand sich auch State of Play - ein mit Russel Crow, Ben Affleck, Helen Mirren, Robin Wright-Penn und Jason Bateman hochkarätig besetzter Polit-Thriller.

"Wer diese Geschichte liest, der soll Druckerschwärze an seinen Fingern haben"
Wer bei solchen und ähnlichen Zitaten herzlich lachen möchte und gleichzeitig einen feinen, anspruchslosen Samstag Abend Politthriller sucht, der ist bei State of Play gut aufgehoben. Zitate wie das obige und einige mehr lassen vermuten, die Lobby der amerikanischen Zeitungsindustrie hat hier kräftig mitfinanziert um alle wissen zu lassen, dass sie nicht daran denkt so einfach mir nix dir nix unterzugehen.

state-of-play-screenshot

Helen Mirren als Cameron ist die nach aussen toughe aber doch warmherzige Managerin des Washington Globe, der neue Eigentümer hat und die wollen nur Rendite - das setzt sie gewaltig unter Druck und der unabhängige Qualitätsjournalismus gerät in Gefahr!

Deshalb beschäftigt sie junge Journalismusküken wie Della Fry die mit Ihrem Blog Capitol Hill die Karriereleiter hochklettert. Für eine wie sie hat der überfressene Altmeister des Qualitätsjournalismus Cal McAffrey (Russel Crowe: Saab fahrend, Burger schmatzend, Whiskey drinkend) nur Verachtung übrig. Aber als Altmeister seines Faches strahlt er eben doch wie die Sonne, kennt alle Kniffe und die junge Online Redakteurin braucht seine Hilfe.

Mehr wird an der Stelle nicht verraten, für alle jene die den Film sehen wollen - ich kann Ihn durchaus empfehlen, weil lustig, unterhaltsam und manchmal sogar spannend.

Mittwoch, 24. Juni 2009
Schön - da wurde ich kürzlich gefragt ob mir spontan gute Beispiele einfallen wie Medien bzw. Journalisten das Netz und soziale Medien erfolgreich einsetzen und ich hab NEIN gesagt. (an Armin Wolf hab ich nicht gedacht, weil ich auf Zeitungen + Print fixiert war)

Twitter-Euke-Frank

Und heut morgen sehe ich ein schönes Beispiel, erster zarter aber umso gelungenerer Schritte in dieser Richtung - vorgeführt von Euke Frank, Chefredakteurin von Woman aus dem NEWS Verlag. Sie berichtet via Twitter von einem Abendessen mit Demi Moore in Paris:

Twitter-Demi-Moore-Interview-Euke-Frank

Ja, das sind die spontanen Eindrücke, die Nähe zum "Star" die den Inhalt und damit auch das Produkt (= Woman) um so viel interessanter machen.

These: Wenn Frau Frank so weitermacht, dann hat Sie in 1 Jahr vielleicht 6.000 Follower, zum großen Teil Frauen (oder Männer wie mich), die Informationen wie welches Kleid Demi anhatte, oder die Autogrammkarte von Ihr (zumindest die Kopie) so neugierig machen, dass sie das nächste Woman kaufen (und lesen!).

woman-website

Und während ich mich noch wundere warum Armin Wolf das Interview mit Demi Moore in seinem Twitter Account bekannt macht, erfahre ich via Wikipedia, dass er mit Euke Frank verheiratet ist. Insofern schade, weil die "Innovationsfähigkeit" hier anscheinend aus der "Familie" kommt und dort bleibt? Ich hatte schon auf einen breiten Durchbruch unter Österreichs Journalisten gehofft ...

Dienstag, 23. Juni 2009
Einmal in einem Interview mit Peter Turi ist die Metapher vom Medienkuchen gefallen - der von den drei Tortenstücken (Print / TV / Radio) zu einem veritablen Bröselhaufen wird ...

broeselhaufen-kuchen

Und die Metapher scheint sich zu bewähren. Ich hatte gestern telefonisch ein Interview mit Helmut Spreitzer vom Medienmanager - es ging dabei um meinen Vortrag den ich im Rahmen der Generalversammlung des VÖZ gehalten habe.

Medienmanager-Interview

Einige der Aussagen möchte ich erläutern (weil sie stark verkürzt wenig aussagen) bzw. richtigstellen:

Es gibt jetzt für die werbetreibende Wirtschaft nicht mehr nur die drei großen Stücke vom Kuchen - TV, Radio und Print -, sondern einen veritablen Bröselhaufen. Wer dort weiterhin mit der Kuchengabel rumstochert, wird irgendwann verhungern.

Erläuterung: Verhungern werden vor allem die Medienunternehmen, wenn Sie einem Markt, der einen radikalen Strukturwandel durchläuft mit den selben Prozessen, Geschäfts- und Organisationsmodellen begegnen wie in der Vergangenheit!

Stichwort Budgetverteilung zwischen "Kreation" und Media - "Das würde dann heißen: 70 Prozent des Budgets in Kreation, 30 Prozent in Media."

Erläuterung Media heißt in dem Fall dann oftmals "Distribution" was auch seeding bedeuten kann.

Das Marktvolumen aus Kleinanzeigen betrug im Jahre 2000 bei amerikanischen Tageszeitungen noch 20 Milliarden US-Dollar. 2008 nur mehr die Hälfte. In der Zwischenzeit haben Dienste wie craigslist.com lediglich 100 Millionen Euro Umsatz gemacht. Wo ist also der Rest? Vermutlich eingespart durch Produktivitätsgewinne in Interaktion mit den Usern.
Richtigstellung: Dieses komplexe Thema wurde nicht korrekt wiedergegeben. Craigslist hat angeblich im Jahr 2008 rund USD 100 Mio Umsatz gemacht. Das heißt Craigslist macht 2008 nur 1% vom verschwundenen Marktvolumen - dazukommen tausende andere Online Classified Portale. Aber die These ist, dass der größte Teil des Nachfrage-Marktes aufgrund von Produktivitätsgewinnen (via Searchtechnologie) auf klassische Classified Lösungen (ob On/Offline) nicht mehr angewiesen ist.

Medienmanager: Haben also Printverlage auch ein kulturelles Problem?

Dieter Rappold: Ja, ich glaube schon. Insoferne, als sie mit dem neuen Umgang mit Content nicht zurecht kommen. Diese absurde Copyright-Diskussion kriminalisiert eine ganze Generation. Das wäre ja so, als ob sich die Mineralölindustrie darüber beschweren wollte, dass die Autoindustrie immer mehr Autos baut, die weniger Sprit verbrauchen. Die Geschäftsmodelle gehören radikal umgestellt.

Richtigstellung: So da kam auch einiges durcheinander. Die Copyright Thematik ist in der Tat ein großes kulturelles Problem der Medienbranche und da halte ich es mit Lawrence Lessig, der sagt um unsere antiquierten Überlegungen und Geschäftsmodelle rund um Copyright künstlich am Leben zu erhalten, zahlen wir den Preis eine ganze Generation junger Menschen zu kriminalisieren.

Das mit der Automobilindustrie und den Spritfressern, gehört thematisch rauf zu den Classifieds ;-)

Freitag, 12. Juni 2009
Ein schönes Bild - ich habe keine Ahnung warum ich plötzlich (angeblich) 1.274 Follower habe (warens nocht vor kurzem noch rund 660 oder so?), aber das Bild ist schön ;-) Ich bin auf wefollow.com die Nummer 1 von #Wien

nummer-1-von-wien-wefollow

Freitag, 5. Juni 2009


Videomitschnitt meines Vortrags zusammen mit Tony Douglas von der BMW Group zum Thema Adding emerging Media to the Marketing Mix.