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Wow - das kracht wie ein Hammer.

Da schaffen es die großen ISPs in Deutschland wirklich konsequent Weblogs zu ignorieren. Dann macht sich endlich einer auf, Six Apart freut sich wie ein kleines Kind und dann kommt nach Ewigkeiten ein Projekt dabei raus. Irgendwie ein Projekt das permanent unter der Wahrnehmungsgrenze dümpelt. Oder hat jemals irgendjemand ein T-Online Weblog gesehen oder gelesen??

Naja, wenig überraschend passiert nun folgendes - T-Online stampft sein Typepad Angebot ein. "T-Online Weblogs ziehen um" klingt fast so nett und glaubwürdig wie wenn man einem Mitarbeiter den man rauswerfen muss sagt "Ich darf Sie freisetzen..."

Also nun hat T-Online gelernt, dass Weblogs mehr als ein Stück Software sind, dass Weblogs immer eine Kombination aus Format/Anwendungskonzept/Applikation sind. Dass es so einfach nicht reicht. Dass Weblog-Projekte die sich wirklich integrieren und optimal angepasst werden perfekt funktionieren (19.000 angelegte Blogs nach weniger als 12 Monaten!).

Ich hoffe dass dieser Fall in Deutschland nicht wieder prototypisch als ein "haben wir doch immer gewusst, das Blogs 'n Scheiss sind" interpretiert wird. Der Schaden für Six Apart und Typepad ist hingegen unbestritten und gewaltig.

Wirklich interessant dabei ist, dass Six Apart weder hier noch da auch nur ein Wort erklärt/sagt. Hm?

[via BlogBar]
Philipp Naderer meinte am 24. Nov, 18:19:
Das konnte ja nichts werden
Interessant ist ja an der Sache, das die Blogs so unbekannt waren bzw. ich gerade einmal auf eines gestoßen bin. Wobei ja auch irgendwie die Community fehlte. Die Kiddies bloggen bei 20six, viele bei euch und bei anderen Hostern und der Rest hat seinen eigenen Server/Webspace. Für T-Online Kunden war es auch fast nicht sichtbar und versteckt. Und braucht so ein ISP in der Größenordnung überhaupt ein Weblog-Portal? Mehr als ein Nischenprodukt wäre das nie geworden bzw. ist es ja auch nicht. Sonst würden sie jetzt nicht dicht machen. 
Sierra antwortete am 25. Nov, 11:00:
Hi Philipp - da stimme ich nicht ganz mit dir überein. Weblogs brauchen nicht immer notwendigerweise "Community" im klassischen Sinne. Und klar braucht so ein ISP ein Weblog Portal (oder kann es brauchen). Die ISPs bewegen sich mit einem Angebot das schon längst eine Commodity ist in einem mörderischen Preiskampf. Preis ist das einzige Differenzierungsmerkmal - und es ist hinlänglich bekannt, welche User/Kundenbindung ein guter Weblogdienst erzeugen kann. Wenn man nun 1 + 1 zusammenzählt, dann macht das aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr viel Sinn! Also das würde funktionieren nur in dem Fall hat es aufgrund verschiedener offensichtlicher Dinge eben nicht funktioniert. 
Philipp Naderer antwortete am 25. Nov, 12:17:
Bei der Community gebe ich dir schon recht, aber bei T-Online war es meiner Meinung nach sehr auf die Community ausgelegt bzw. mit der Eingliederung in das Portal/Community-Unterportal wurde das ja schon in diese Richtung eingeordnet. Und TypePad war sicher kein Grund für das scheitern, die Software ist gut - zumindest habe ich das schon ein paar Mal gehört. Nur wenn man sich die Seite anschaut, dann schaut das seeehr unterbemittelt aus. Eine Weblog-Community in der T-Online Portalwelt klingt ja nicht gerade verlockend für mich als User, da sieht es bei TypePad selber sehr viel kuscheliger aus.

"Und braucht so ein ISP in der Größenordnung überhaupt ein Weblog-Portal?" --> damit war jetzt das Unterportal im T-Online Portal gemeint. Ein sinnvolles Weblogservice, das man auch betreut und wo man seinen Usern sowas wie den klassischen ISP-Webspace anbietet, dann meine ich ganz klar ja. Also weg von den kleinen privaten Vorstellungsseiten ala E-media HTML-Welt und hin zu Weblogs. 
Sierra antwortete am 25. Nov, 16:55:
na dann sind wir uns einig glaub ich ;-) 
typekey:heikoh meinte am 25. Nov, 08:55:
Gewaltiger Schaden?
Lieber Dieter, da Du selbst als Anbieter von Weblog-Diensten im Markt auftrittst, nur so viel zur Erklärung: Six Apart hat die technische Plattform TypePad für den Weblog-Dienst von T-Online gestellt und betrieben. Der Dienst wurde von T-Online vertrieben und vermarktet. Es gibt einen Vertrag, in dem geregelt ist, wer was wie und wo kommuniziert und zu welchem Zeitpunkt. An diesen Vertrag halten wir uns.

Six Apart und T-Online trennen sich nicht im Streit. Es gibt gute Gründe für diese Entscheidung. T-Online Kunden können Ihr Blog bei TypePad weiterführen - oder aber einen anderen Blogdienst nutzen. Das ist im Detail auf der von Dir verlinkten Seite erklärt. 
Sierra antwortete am 25. Nov, 10:56:
Ich hatte gerade ein ausführliches Telephonat mit Heiko Hebig, in dem er mir einige Punkte ausführlich erklärt hat. Danke für die Offenheit und ich denke es ist verständlich, dass das nicht vollständig gebloggt werden kann.

Nur soviel:
* Schade, dass ein gutes Tool nicht integriert eingesetzt wird - warum das gescheitert ist, liegt eben nicht am Tool, sondern am wenig bis nicht integrierten Einsatz.

* Ich hoffe dieser Fall wird nicht prototypisch von ISPs aufgenommen. Weblogs sind ein ausserordentlich sinnvolles Angebot für einen ISP - da sind sich Heiko und ich mehr als einig. Da kommt auch bald was, auf das wir uns sehr freuen!

* Auch wir wissen aus eigener Erfahrung, dass die Zusammenarbeit mit "Big Corporates" nicht immer einfach ist. Nach den Windmühlen draußen, warten noch weitere drinnen und manchmal sind einem Dienstleister da ziemlich die Hände gebunden. Auch ein NDA ist da in kommunikativer Hinsicht sehr hinderlich, aber eben Usus bei diesen Kunden.

In diesem Sinne versuchen wir alle tolle Weblog Projekte zu machen, jedes einzelne hilft uns allen weiter.