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Auch an Tagen, an denen man 12 Stunden und mehr arbeitet und das Gefuehl hat, dass viel zu wenig weitergeht, muss man sich 15min Zeit nehmen um "anderes" zu lesen.
Heute, zu meinem Glueck, ein faszinierender Artikel im neuen Brandeins zum Thema Konfliktbewaeltigung in Israel zwischen Juden und Palaestinensern:

Der Raum misst sieben mal sieben Meter, darin sind zwei Dutzend Stühle im Kreis aufgestellt. Vorhänge schirmen die schmalen Fenster gegen die gleißende Sonne Israels ab, damit die jungen Palästinenser und Juden drei Tage lang ungeblendet reden, sich anschreien und anschweigen können. [...]
Die Methode der School for Peace in Neve Shalom/Wahat al-Salam gilt weltweit als Maßstab in Sachen Konfliktbearbeitung. Verfeindete Gruppen aus Zypern, dem Kosovo und Nord-Irland haben die Friedensschule schon besucht, auch Norditaliener und Sizilianer, Europäer und Amerikaner. Das Guttman Center of Applied Social Research stellte jedenfalls in einer vergleichenden Studie fest, dass die School for Peace das effektivste Modell für jüdisch-arabische Begegnungen anbietet. Friedensexperten von Neve Shalom lehren an den Universitäten von Tel Aviv, Haifa und Jerusalem und vermitteln auf Konferenzen weltweit, was ihre Methode so neu und viel versprechend macht. 35000 Teilnehmer haben die School for Peace schon durchlaufen, 400 bekamen eine Ausbildung als Moderator und arbeiten heute in Friedensprojekten in Israel und dem Ausland. [...]
Immer wieder beraten beide Gruppen separat und kehren an den Verhandlungstisch zurück, bis schließlich auf einer simulierten Pressekonferenz die verblüffend liberale Verfassung des neuen Israels verkündet werden kann: Landessprache ist Englisch neben Arabisch und Hebräisch, die Flüchtlinge dürfen zurück, allerdings nur in Wüstengebiete, Palästinensern stehen in Zukunft alle Berufe offen, außer der Abteilung Terrorprävention des Geheimdienstes. Beim Landesnamen konnte die Runde allerdings keine Einigung erzielen.

Eine unglaublich tolle und wichtige Initiative, die zeigt, dass es immer Hoffnung gibt. Auch wenn Regierungen diese zerstoeren wollen.

Es bestaetigt auch meine persoenliche These, dass die "Gefuehlsduelei" in Konflikten wenig bringt. In der Sache hart disuktieren ist wesentlich sinnvoller. Zu viele Emotionen lenken nur vom wesentlichen ab und sind willkommene Ausrede wenn es scheitert.
ferromonte meinte am 5. Feb, 20:10:
ja, so
etwas könnten wir in vielen situationen auch brauchen. oder sollten das schon in den schulen "lernen" bzw. üben ...
meinst du "gefühlsduellei", oder duelle oder was? 
Sierra antwortete am 6. Feb, 09:56:
klassischer tippfehler - "gefuehlsduselei" - wollte damit die bedeutung der sachlichen und pragmatischen komponente in konfliktloesungsansaetzen unterstreichen...