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Als Aufguß der Erkenntnisse aus dem DLD06 berichtet Christoph Ehrhardt von der FAZ über die kommenden WIR Medien.

Wir alle sind also jetzt die Medien! Ist das nicht toll? Weniger toll ist es dann, wenn Sendungsbewußtsein und Qualifikation weit auseinanderliegen. Überhaupt nicht phantastisch ist es, wenn das Internet noch mehr zu einer Plattform für extremistische politische oder religiöse Eiferer oder für willkürlichen Rufmord würde. Daß es unabdingbar ist, sich im Internet auch darum zu kümmern, extreme Auswüchse einzudämmen, das gesteht auch Gillmor gerne ein, der in den Bloggern freilich weniger eine journalistische als vielmehr eine geschäftliche Bedrohung der etablierten Medien sieht. Diese wären in der Tat als Schleusenwärter eines sich immer schneller verbreiternden Nachrichtenflusses stärker gefragt denn je. Ob sie aber tatsächlich auch immer gefragt werden, wenn es darum geht, die Information aus dem Netz zu überprüfen und einzuordnen?

In dem Artikel wird auch mein Kollege Florin Jäger mit Bezug auf unser Projekt für die Kleine Zeitung zitiert:

Daß Gäste auf der eigenen Party nicht randalieren, dafür kann man vor allem sorgen, indem man sie zwingt, auch einmal Gastgeber zu sein. Wer zum Beispiel im Blog der gar nicht so kleinen „Kleinen Zeitung” aus Österreich jemand anderen kommentieren will, muß dort einen eigenen Auftritt vorweisen können. Anonyme Pöbeleien gebe es dort nur vereinzelt, weil es eben - für Internetbegriffe - keine rechte Anonymität gibt, sagt Florin Jäger von „Knallgrau”, dem Medienunternehmen, das das Blog entwickelt hat. Der Erfolg des Blogs zeigt auch, daß vor allem regionale Inhalte ein interessantes Betätigungsfeld für die Blogger im „globalen Dorf” sein können.

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