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Die Absinthepoche hatte 1805 im französischen Pontalier nahe der Schweizer Grenze begonnen. Dort nahmen Daniel-Henri Dubied und sein Schwiegersohn Henri-Louis Pernod in jenem Jahr die Produktion des hochprozentigen, mit Auszügen von Anis, Fenchel, Zitronenmelisse und insbesondere Wermut angereicherten Getränkes auf und steigerten dessen Produktion von anfänglich 400 Litern pro Jahr auf 125000 Liter um 1900.
herrliches Plakat im Toulouse Lautrec Stil
In seinem Ursprungsland Frankreich avancierte Absinth mit der Rückkehr der Soldaten bald zu einem Kultgetränk der Bohème. Der Pariser Dichter und Bonvivant Charles Monselet (1825-88) berichtet schon 1865 von der schaurig-schönen „L’heure de l’absinth“, die dem von einigen verzweifelten Poeten zur „Muse verte“, zur „Grünen Muse“, stilisierten Getränk gelte. Einer dieser Verzweifelten, der Romancier Alfred de Musset (1810-57), hat dem Absinth gar eine Ode gewidmet und ist wohl der Schöpfer des Begriffs „Grüne Muse“. Ähnlich mystifizierende Namen folgten bald, etwa die „Grüne Fee“ Oscar Wildes.

Der Schnaps wurde verehrt, aber auch als „maskierter Teufel“ gehasst. Nicht wenige Künstler, unter ihnen Picasso, Toulouse Lautrec, Gauguin, Baudelaire, Rimbaud, Hemingway, Verlaine oder Manet waren phasenweise schwer abhängige Absinth-Konsumenten. Einher ging die Popularisierung der Wunderdroge mit ihrer stetigen Verschlechterung und Verbilligung.


und zum Thema "Vin Mariani"


Nach dem Weltkrieg erzwang der Versailler Vertrag die Verabschiedung des Opiumgesetzes vom 20. Juli 1920, mit dem auch in Deutschland der freie Verkauf von Kokain und seinen Verbindungen gestoppt wurde.


Koks auf offener Strasse? Bis 1920??? Wow...
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