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Ralf schreibt von Ideen zum Thema Bewerbung 2.0

Was spricht eigentlich dagegen sich nicht mehr mit Papier und Foto, sondern mit Flickrrr, Zooomrrr, YouTube, SevenLoad, Blog&Co zu bewerben? [...]
Nebenbei denke ich, dass solche Videobewerbungen auch für Arbeitgeber sehr interessant sein können. Auf einer entsprechenden Plattform, welche es dem Bewerber ermöglicht neben seinem schriftlichen Lebenslauf auch ein paar Fotos/Videos hochzuladen, könnten Arbeitgeber schnell mal einen Blick in das Angebot an BewerberInnen werfen. Mittels Tags/GeoTags wäre die Suche nach passenden Bewerbern einfacher, RSS-Feeds könnten Arbeitgebern tagesaktuell Informationen bezüglich neuer Bewerbungen liefern.
Für die Bewerber wäre es in der Hinsicht von Vorteil, da man mit relativ wenig Aufwand sich relativ vielen Arbeitgebern präsentieren kann. Obendrein auch noch bundes-/europaweit.


Tres spannend - vor allem, wenn ich daran denke wie unglaublich mühsam und nervenaufreibend 10 Bewerbungsgespräche sind, wenn eine Position neu zu besetzen ist, bzw. eine Stelle neu geschaffen wurde. Aber es greift ein wenig zu kurz - es geht nicht darum sich mit möglichst wenig Aufwand bei wahllos vielen zu bewerben. Es geht darum sich möglichst effizient bei den richtigen zu bewerben.

D.h. die Siutation ist nicht nur auf Bewerberseite, sondern auch auf Anbieterseite völlig unbefriedigend. Bestehende Jobbörsen im Netz sind so unusable und furchtbar dass ich dort weder einen Job suchen würde, noch jemals einen inserieren würde.

Das Problem ist imho v.a. dass das Unternehmen eine Botschaft (Stellenbeschreibung) aussendet diese irgendwo rezipiert wird und alle individuell drauf zurücksenden. Spannender wäre es wohl, wenn schon auf der Plattform 1. ein Dialog zwischen Sender und Empfänger stattfinden könnte und wenn auch auf der Plattform ein Dialog zwischen den Bewerbern stattfinden würde/könnte. Dies würde glaub ich die Treffsicherheit für beide Seiten enorm erhöhen und auf beiden Seiten Frustration vermeiden. Man könnte dann zB auch Unternehmen bewerten und deren "Beziehungsfähigkeit" beurteilen (ein aus meiner Sicht wichtiger Faktor heute).

Leider funktioniert das Konzept nur eher auf sehr hochwertige Jobs wo es sehr, sehr schwierig ist die richtigen zu finden und nicht bei den "McJobs" die sind aufgrund des Überangebots Nachfrageseitig in Gefahr in Richtung Commodity abzurutschen.

Aber in diesem Bereich glaub ich, gäbe es echte Marktchancen den Jobmarkt neu zu definieren.
Ralf (Gast) meinte am 14. Jul, 17:33:
Was sind McJobs?
Eins der Probleme an den bestehenden Jobbörsen im Internet ist ja grade das sie ausschließlich "höherwertige" Jobs anbieten. Wobei diese Jobs keinesfalls "höherwertig" sind, sondern lediglich die Bezahlung ist in der Regel "höherwertig". Demnach sind sowohl Bewerber als auch Arbeitgeber bereit mehr Geld für eine Anzeige springen zu lassen.

Ich denke es gibt eine ganze Reihe an Berufen für die eine solche Plattform durchaus auf beiden Seiten Sinn macht. Denk nur mal an Friseure. Für viele ist Friseur ein typischer McJob.
Allerdings sollte man sich als Friseur-Meister genaustens überlegen wen man da einstellt und seinen Kunden auf die Pelle rücken lässt.

Ich stimme dir schon zu das es grade im Handwerk recht viele Berufe gibt bei denen es nicht so sehr auf die "äusseren Werte" ankommt. Aber garde in den Berufen bei denen man viel Kundenkontakt hat, ist eine Videobewerbung als erster Schritt der Vorstellung nicht ganz so ungeeignet.

Und auch grade bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz dürfte eine Videobewerbung/Vorstellung ein ganz guter Pluspunkt sein. Wenn jemand schon einen prall gefüllten Lebenslauf hat, kann es mir als Personalchef eines großen Unternehmens relativ egal sein ob der Typ mir sympathisch ist oder nicht. Hauptsache der macht seine Arbeit gut.
Auszubildene und die, die es noch werden wollen, haben hingegen relativ wenig in der Hand. Ein paar Schulzeugnisse, vielleicht ein Praktikum.
Ich war eine ganze Zeit lang in der Ausbildung tätig. Oft genug wurden bei der Einstellung die vorgezogen, von denen man dachte das man am besten mit ihnen klar kommt. Wie sonst hätte man sich auch zwischen zwei Schulabsolventen mit etwa gleich guten Zeugnissen entscheiden sollen.

Der Bedarf für Jobbörsen im Bereich der nicht ganz so hochwertigen Jobs ist schon da. Leider wird garde diese Gruppe von der effektiven Nutzung des Internets abgehalten. Sie finden schlichtweg nicht das was sie suchen weil es dafür (noch) keine Angebote gibt. 
Sierra antwortete am 17. Jul, 08:52:
* da hast du in ein paar punkten recht, nur eine personalentscheidung wird in aller regel nur dann mit viel zeitaufwand getroffen wenn der "ökonomische impact" (gehalt oder erwartete/erhoffte auswirkungen auf die wirtschaftliche performance) groß genug ist.... hat auch was mit opportunitätskosten zu tun.

* ich glaube das "sympathie" und die damit verbundene überzeugung mit der person gut zusammenarbeiten zu können zu recht eine große rolle spielen. es muß ja auch sozial klappen und nicht nur fachlich und das kann man in einigen fällen nicht erzwingen...