Etwas unmotiviert, soll ich 10 Statements zu meinem Thema bekannt geben - es geht um die Veranstaltung Adlershof am 10.10.2006 in der Nähe von Berlin. Also meine 10 Statements auf die Schnelle:
1. Wir leben in einer Aufmerksamkeitsökonomie!
2. Präsenz bedeutet Existenz, wer nicht präsent ist, der existiert gar nicht.
3. Wir entwickeln uns vom Homo Sapiens zum Homo Googlens, Google ist der neue Gatekeeper, let's face it and deal with it.
4. Social Software dient zum Informationsmanagement, Identitätsmanagement und Beziehungsmanagement.
5. Reales Identitätsmanagement ist für uns selbverständlich, in Zukunft wird virtuelles Identitätsmanagement entscheidend sein.
6. Weblogs sind die das zentrale Instrument für ein erfolgreiches virtuelles Identitätsmanagement.
7. Social Software baut auf sozialen Netzwerken auf, ist ein Enabler zur Offenbarung derselben.
8. Knallgrau bietet seinen Kunden Lösungen um die Beziehungsfähigkeit zu verbessern.
9. Der Einsatz von Social Software hat eine reale betriebswirtschaftliche Dimension ungeahnten Ausmaßes.
10. Wenn Medienunternehmen sich nicht verändern verspielen sie in sehr kurzer Zeit ein Fundament, dass sie historisch aufgebaut haben.
Ich hab auch 2 Freikarten für den Event zu vergeben - also wer mag und wens interessiert, der soll sich bitte per Mail bei mir melden. Danke.
1. Wir leben in einer Aufmerksamkeitsökonomie!
2. Präsenz bedeutet Existenz, wer nicht präsent ist, der existiert gar nicht.
3. Wir entwickeln uns vom Homo Sapiens zum Homo Googlens, Google ist der neue Gatekeeper, let's face it and deal with it.
4. Social Software dient zum Informationsmanagement, Identitätsmanagement und Beziehungsmanagement.
5. Reales Identitätsmanagement ist für uns selbverständlich, in Zukunft wird virtuelles Identitätsmanagement entscheidend sein.
6. Weblogs sind die das zentrale Instrument für ein erfolgreiches virtuelles Identitätsmanagement.
7. Social Software baut auf sozialen Netzwerken auf, ist ein Enabler zur Offenbarung derselben.
8. Knallgrau bietet seinen Kunden Lösungen um die Beziehungsfähigkeit zu verbessern.
9. Der Einsatz von Social Software hat eine reale betriebswirtschaftliche Dimension ungeahnten Ausmaßes.
10. Wenn Medienunternehmen sich nicht verändern verspielen sie in sehr kurzer Zeit ein Fundament, dass sie historisch aufgebaut haben.
Ich hab auch 2 Freikarten für den Event zu vergeben - also wer mag und wens interessiert, der soll sich bitte per Mail bei mir melden. Danke.
Pirchner meinte am 29. Sep, 15:09:
Ich mach' mich sicher unbeliebt
aber der advocatus diaboli in mir will raus:1. Ich will nicht in einer AÖ leben, ich will in überhaupt keiner "Ökonomie" leben, ich will in einer menschenwürdigen Welt leben, unter Menschen. LEBEN, notabene!
2. Wer nicht existiert, ist nicht präsent. Umgekehrt wird kein Schuh daraus. Niemand ist "nicht präsent". Präsenz allein macht es nicht aus; wohl eher der Grad aktiver Verbundenheit ("Vernetzung" meinetwegen). Präsenz ist statisch, Relations (conversations) sind dynamisch.
3. Wir befinden uns auf der retrograden Entwicklung vom homo sapiens über den homo ludens zum homo googlensis. Kehren wir die Entwicklung um; wir müssen das nicht akzeptieren. Akzeptieren ist Rückschritt.
4. Social Software DIENT. Volle Zustimmung. Bis daher ;-)
5. Real vs. virtuell ist m.E. eine künstliche Abgrenzung. Viel spannender finde ich, wie/ob es den Menschen gelingt, in einer humanverträglichen Weise mit Multi-Identitäten umzugehen, und was das für die Entwicklung der Gemeinwesen bedeutet. Im Moment regiert hier die Zauberlehrling-Methodik.
6. Weblogs sind EIN Instrument des Identitäts"managements".
7. ... (Ich muss nicht überall markieren :-))
8. Beziehungsfähigkeit ist ein Ausdruck der psychosozialen Strukturierung und eine Folge der Sozialisierung. Seit wann ist knallgrau unter die shrinks gegangen? :-)
9. D.h. da ist was passiert, das wir (wieder einmal) nicht vorhergesehen haben. Ansonsten: Nix genaues weiß man nicht.
10. Der Mutige würde sagen: Auch für Medienunternehmen gilt: F*cken oder gef*ckt werden.
Nach diesem Kommentar brauche ich vermutlich wegen der Freikarten gar nicht mehr zu fragen :-))
Nachtrag: Vielleicht findet sich ja hier noch Brauchbares: http://leverwealth.blogspot.com/2006/09/this-is-bubble-yes-it-is.html (nicht hauen, ich bin eh schon wieder ruhig).
Sierra antwortete am 29. Sep, 15:44:
super spannend, danke für den widerpart. Ich komm leider erst am MO dazu, aber da fallen mir viele Dinge ein, so einfach ist es nicht ;-) schönes WoE! Und klar, wollen Sie eine Karte?
Pirchner antwortete am 29. Sep, 16:23:
sicher nicht so einfach wie hingeschrieben
das steht schon einmal fest. (S)eine Position in 10 Punkten hinklatschen zu sollen, das ist ja wie freiwillig nach Hirnmasern zu verlangen.Die Karte wollte ich schon, allein: ich bin zu der Zeit unabkömmlich. Viel Spaß dortselbst.
Mist, jetzt sehe ich erst, wen ich verpasse: Marvin Minsky!! Mann, wie ich meine Zeitplanung hasse ...
Sierra antwortete am 29. Sep, 18:52:
ein paar Antworten
1. Ich will nicht in einer AÖ leben, ich will in überhaupt keiner "Ökonomie" leben, ich will in einer menschenwürdigen Welt leben, unter Menschen. LEBEN, notabene!>> Das ist süß, klingt nach dem Wahlkampf der Gänseblümchenpartei. Leider oder zum Glück (je nachdem wo man steht) leben wir in einer freien (sozialen) Marktwirtschaft und damit ist unser Leben auch in einer ökonomischen Dimension einzuordnen. AUCH und nicht nur. Beruflich beschäftige ich mich damit und wir beide sind Proponenten, bzw. aktive Player dieser "Aufmerksamkeitsökonomie".
2. Wer nicht existiert, ist nicht präsent. Umgekehrt wird kein Schuh daraus. Niemand ist "nicht präsent". Präsenz allein macht es nicht aus; wohl eher der Grad aktiver Verbundenheit ("Vernetzung" meinetwegen). Präsenz ist statisch, Relations (conversations) sind dynamisch.
>> Natürlich überspitzt formuliert um es zu verdeutlichen. Eine Aufmerksamkeitsökonomie macht (wahrgenommene) Präsenz zu einem Asset, einem wichtigen wirtschaftlichen Wert. V.a. eine moderne digitale Präsenz heute ist dynamisch...
3. Wir befinden uns auf der retrograden Entwicklung vom homo sapiens über den homo ludens zum homo googlensis. Kehren wir die Entwicklung um; wir müssen das nicht akzeptieren. Akzeptieren ist Rückschritt.
>> Nicht akzeptieren ist Rückschritt, sondern trotzig auf dem Boden aufstampfen und sagen "ich will aber nicht". Viel Glück dabei nicht zu akzeptieren, dass die Erde sich um die Sonne dreht (ist das jetzt ein Fortschritt?) :-)
4. Social Software DIENT. Volle Zustimmung. Bis daher ;-)
>> Ja, und der Rest stimmt auch ;-)
5. Real vs. virtuell ist m.E. eine künstliche Abgrenzung. Viel spannender finde ich, wie/ob es den Menschen gelingt, in einer humanverträglichen Weise mit Multi-Identitäten umzugehen, und was das für die Entwicklung der Gemeinwesen bedeutet. Im Moment regiert hier die Zauberlehrling-Methodik.
>> virteulles Identitätsmanagement braucht Fertigkeiten und Instrumente. Sonst ist das wie wenn man vor 20 Jahren einen Menschen auf den Arbeitsmarkt geschickt hätte ohne dass er einen Lebenslauf schreiben kann. Siehe nach unter "Information literacy / media literacy". Aber sonst stimme ich auch zu!
6. Weblogs sind EIN Instrument des Identitäts"managements".
>> Vollkommen richtig. Das erste und zentrale, imho baut der Rest darauf auf.
7. ... (Ich muss nicht überall markieren :-))
>> OK ;-)
8. Beziehungsfähigkeit ist ein Ausdruck der psychosozialen Strukturierung und eine Folge der Sozialisierung. Seit wann ist knallgrau unter die shrinks gegangen? :-)
>> ;-) auch gut. Ich bin davon überzeugt, dass Social Software und die sozialen/kommunikativen Prozesse dahinter auch zu einer (Re)Sozialisierung beitragen können. Call me nuts, but I believe it...
9. D.h. da ist was passiert, das wir (wieder einmal) nicht vorhergesehen haben. Ansonsten: Nix genaues weiß man nicht.
>> Richtig, es fehlen leider NOCH quantitative reliable Daten. Auch Case Studies wie diese (sehr gute) http://www.socialtext.com/node/80 helfen da nur bedingt weiter. Aber wer weiß vielleicht arbeiten wir dran ;-)
10. Der Mutige würde sagen: Auch für Medienunternehmen gilt: F*cken oder gef*ckt werden.
>> so kann mans auch sagen!
in diesem Sinne schönes Wochenende....
