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großartiger Artikel in der Zeit zu einem Thema das wirklich unter den Nägeln brennt!

Es ist der helle Wahnsinn. Mitten im vertrackten Bürogespräch klingelt ein Handy, Kollege A sagt noch schnell: »Oh, leider wichtig, Augenblick mal bitte – Ja? Ich bin gerade in einer Besprechung, kann ich zurückrufen? Ach so, worum geht’s denn?« Frau B liest derweil die vier neuesten SMS-Nachrichten und beantwortet die zwei eiligsten, während Kollege A, dank Call-Waiting, in seinem Unterbrecher-Anruf unterbrochen wird: »Moment mal – ja, guten Tag, ich bin gerade auf der anderen Leitung, ich melde mich nachher, doch, ja, ganz bestimmt«; das Schreibtischtelefon klingelt, der Anrufbeantworter muss ran; vom Computer dringen unterdessen glockenhelle Ping-Laute herüber, eintreffende E-Mails verkündend. Wo waren wir stehen geblieben?
Ja, ich kenn das. Das ist mein Arbeitsalltag und manchmal nervt das. Es ist unhöflich gegenüber Gesprächspartnern und es zerstreut völlig. Und so einfach ist das eben alles nicht:

Noch in den neunziger Jahren wurde das Unterbrechungsproblem vor allem als individuelles Wehwehchen oder auch Versagen abgetan, dem jeder mit ein bisschen Disziplin und ein paar elementaren Managementtechniken beikommen könnte. Mehr Konzentration »aufs Wesentliche« empfahl ein Selbsthilfebuch nach dem anderen, hin und wieder mal das Handy abschalten, dann wird das schon. Es wurde aber nicht. Es kam immer irgendetwas dazwischen.
Interessant in dem Zusammenhang sind die Slow eMail Bewegung und Überlegungen bei Konvergenz.kaywa - kürzere eMails machen erfolgreich.

Achja, wer eine Lösung hat, bitte melden!
martinroell meinte am 5. Dez, 13:28:
Du darfst in mein Seminar kommen. ;-)
Im Artikel stecken zwei verschiedene Elemente drin: Die Unterbrechung durch anderen und die Unterbrechung durch einen selbst ("Wer sich schon minutenlang mit Aufgabe A beschäftigt hat, fragt sich bald, ob er sich jetzt nicht so langsam mal um B und C kümmern sollte.") Ich lehre normalerweise, erst das zweite beherrschen zu lernen - wer schon, wenn er alleine und ununterbrochen abschweift, wird auch, wenn er Störungen vermeidet, nicht wahnsinnig effektiver. Wer aber sich selbst auf eine Aufgabe konzentriert halten kann, reagiert auf Unterbrechungen sensibler und kann dann besser Veränderungen schaffen, um sie zu stoppen.

Handy-Ausschalten ist dabei wirklich eine gute Übung. ;-) Oder mal 24 Stunden ohne E-Mail.

Eine andere Sache ist, dass man beim Multi-Tasken eigentlich den Überblick über die _Tasks_ verliert. Man macht sehr viel - zu viel - und weiß eigentlich gar nicht mehr, was alles und warum. Die Unterbrechungen lassen uns dann von Mikroaufgabe zu Mikroaufgabe springen, aber die großen Sachen erledigen wir nie. Das baut dann einen Druck auf und... Ich glaube deshalb, dann man ein Selbstorganisationssystem braucht, das einem hilft, in den ganzen Aufgaben und Unterbrechungen noch den großen Plan, seine Projekte und übergeordneten Ziele zu sehen. Wenn man darüber Klarheit hat, werfen einen Unterbrechungen nicht gleich aus der Bahn. Man kommt nach einer Unterbrechung schneller wieder zurück zur Arbeit. So wie ich mich jetzt wieder an die Arbeit mache. ;-) 
Sierra antwortete am 5. Dez, 14:03:
OK, darüber reden wir noch ;-) 
Pleitegeiger (anonym) meinte am 5. Dez, 13:50:
Ich plädiere für Brieftauben. Die fallen allenfalls durch unpassendes Gurren auf... ;-) 
jupe (anonym) meinte am 5. Dez, 16:02:
ah, da ist der artikel... ich wußte, irgendwo muß der sein. so gesehen: danke fürs suchen/finden ! 
Sierra antwortete am 5. Dez, 16:04:
gerne doch! 
Ralf G. (anonym) meinte am 5. Dez, 18:11:
Ausschalten!
Die Lösung: Das Mobiltelefon aus oder ignorieren, wenn man etwas anderes macht. Und E-Mail in festen Intervallen anschauen.

Wenn ich beschäftigt bin, bin ich beschäftigt. Und wenn ich mit jemandem rede, und das Telefon klingelt, dann wird das ignoriert. Ich komme mir regelmäßig vor wie "Klein-Doofie", wenn ich mit jemanden rede und der hält sein Telefon für wichtiger als mich. Und darum mache ich sowas natürlich auch nicht.

Ich verrate mal ein Geheimnis, aber psst, teures Herrschaftswissen: Man munkelt, früher, so im letzten Jahrhundert, trug man sein Telefon nicht ständig bei sich und Briefe kamen einmal am Tag (!) auf Papier. Und man schaffte es tatsächlich auch damals, Geschäfte zu machen. Was sagt man dazu? ;-) 
Johannes (anonym) meinte am 6. Dez, 10:01:
ein unfreundlicher muffel sein dann kommen auch keine anrufe mehr, und niemand schreibt nervt mehr mit emails. das jedenfalls die klassisch wienerische beamten-lösung. 
ashe (anonym) meinte am 6. Dez, 23:54:
als chef
mal auf den tisch hauen, bringt meist was für ein meeting, nehm ich an, dann ist alles beim alten.
beim kunden gehts leider nicht anders als grinsen, das kann er deuten wie er will :)