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Sehr interessant - Telekom Austria General Rudi Fischer wirft in seinem Blogpost die spannende Frage nach den Infrastrukturkosten auf:

Wie schaut das Businessmodell des Content-ICT-Infrastruktur Businesscases in der Zukunft aus? [...]

Laut EITO setzten die Telcos im Jahr 2006 weltweit 1.107 Mrd. EURO um. Investoren akzeptieren eine Sales/Capex Ratio von 10 bis 15%. So kann man annehmen, dass bis zu 150 Mrd. EURO weltweit für den weiteren Ausbau der Infrastruktur investiert wurde. Wenn man bedenkt was vor uns liegt, nämlich die Umrüstung in IP Netze, dann sind 150 Mrd. EUR eher die untere Grenze die jährlich investiert wird.

Online Werbung ist im abgelaufenen Jahr zwar ordentlich gestiegen aber nicht wie in den Jahren zuvor und Google und Yahoo denken ja nicht daran, dass Telcos in Zukunft auch vermehrt von der Contentdistribution leben. Werbefinanzierte Infrastrukturen sind aus dieser Überlegung wohl nicht greifbar.

Da kommen wir zum Thema Net Neutrality, das Unwort des Jahres 2006 in der US amerikanischen Telco Szene. [...]

Wer finanzierts, wenn die Contentindustrie und großen Aggregatoren wie Yahoo und Google versuchen ihre Schäfchen mit Werbung ins Trockene zu bringen, und davon ausgehen, dass Distribution weltweit gratis ist?

Allerdings mache ich mir keine Sorgen, dass wir die Netze bauen werden, ...

Eigentlich eine spannende und durchaus berechtigte Frage - auch angesichts der Tatsache, dass es in den Kommentaren sehr heiß und emotional hergeht... Angeheizt durch die Fuzo und denStandard (dort eigenartigerweise ohne backlink auf den Blogbeitrag?).

Mal abgesehen von der Emotionalität wäre es spannend über folgendes nachzudenken. Wir haben historisch mehrere Infrastrukturwellen gesehen, zB. Straße oder Schiene. Infrastrukturen die ganz wesentlich zur Mobilität beigetragen haben und die Grundlage der enormen weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung waren/sind. Interessant dabei ist, dass die Betreiber/Erhalter derselben Infrastrukturen chronisch defizitär sind, wie die Beispiele ASFINAG oder ÖBB zeigen.

Also wird das Internet als die nächste "Mobilitätsinfrastruktur" (weil es geht nur mehr um Mobilität von Daten) zu einem Defizitgeschäft mangels tragfähigem Businessmodell - die Entwicklung der großen Telcos lässt es fast vermuten? Nicht umsonst bekommt man dort die Panik und schaut mehr intensiv als entspannt wie man in Zukunft über die Runden kommen soll.

Und was passiert in Zukunft mit den zu erwartenden Verlusten? Werden die dann auch sozialisiert und sind einfach Basiskosten welche die Gesellschaft mitzahlen muß wie bei Straße und Schiene? Oder gibts in Zukunft die Internetvignette??

Ist jetzt zwar alles ein wenig radikal gedacht aber so unrealistisch ist das imho nicht...

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