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Gegenueber von unserem Buero ist ein Kindergarten. Man sieht und hoert dann manchmal wenn die Muetter Ihre Kinder abholen.
Mehr als einmal passiert es das man mitansehen und mitanhoeren muss wie furchtbar und furchtbar unfaehig sich manche Muetter Ihren Kindern gegenueber verhalten.
Wenn ein Kind wie verrueckt und wie am Spiess bruellt und die Mutter nur entnervt die Strasse entlanglaeuft um dem Kind zu signalisieren dass es ignoeriert wird und das Kind in der Folge schon kurz davor ist einen echten Anfall zu kriegen weil es mitten auf einer Strasse alleingelassen wird, dann macht mich das krank.
Ich will runtergehen, das Kind in den Arm nehmen und der Mutter dasselbe Gefuehl geben das Sie ihrem Kind gibt damit Sie weiss was Sie tut.
Ich glaube das in der heutigen Kindererziehung und Betreuung so einiges im argen liegt und das hat wohl auch weitreichende gesellschaftliche Gruende die dadurch nur weiter verstaerkt werden.
Ich moechte nur festhalten, dass das sicher nicht an "schlechten Muettern" liegt, denn Vaeter seh ich da viel zu selten. Es liegt an ueberforderten unfaehigen Eltern. Und dabei weiss ich sogar selber wie machtlos man sich vor einem schreienden Kind manchmal fuehlt. Bei meiner Nichte und meinem Neffen gehts mir manchmal zumindest so.
In meiner Jugend hab ich begeistert "babygesittet". Ich empfand es nie als Arbeit und trotzdem gut bezahlt. Ausserdem kam ich mit fast allen Kindern von 6 Monaten bis 10 Jahren sehr gut klar. Troubles hab ich nur mit meinen nahe Verwandten (Nichte, Neffe).
Da ist man wahrscheinlich emotional zu involviert um immer richtig zu handeln. Anyway, ich hasse es sowas beobachten zu muessen, denn alles was man einem Kind antut, tut man irgendwie der Gesellschaft an. Traurige, misshandelte, verlassene, ungeliebte Kinder vertrag ich nicht!
minirich meinte am 6. Jun, 13:35:
ja, manchmal schaut es schon sehr komisch aus
aber, wenn du bei jedem mucks das dein kind mach sofort springst um das "leiden" zu lindern, dann erzeihst du wirklich eine schlechte gesellschaft heran. denn dann ist immer wer andere für die eigenen leiden und probleme zuständig und man lernt nie selber probleme zu lösen.

Auf diesen speziellen fall den du da beobachtet hast, ist nur zu sagen: die kinder sind den ganzen vormittag beim spielen, merken nicht wie sie immer müder werden und wenn sie aus dieser tätigkeit herausgeholt werden, schlägt sie (die müdigkeit) voll zu. Dann wollen sie sofort schlafen und das geht auf der Straße einfach nicht, also schreinen sie weil sie sich nicht anders artikulieren können. Die Eltern haben dann 2 möglichkeiten entweder sie "erlösen" das kind und tragen es heim und pusten ihm puderzucker in den hintern ;) erfolg siehe oben, oder sie lassen es auf einen machtkampf an und das artet oft in eine riesen schreierei aus. 
großstadtneurotikerin meinte am 6. Jun, 13:37:
übergefordete mütter
sieht man auch oft im supermarkt. kind schreit, kriegt nen trotzanfall, die mutter versucht ruhig zu bleiben.. andere menschen schaun die mütter vorwurfsvoll an: jetzt machen sie mal das kind ruhig. ältere herrschaften schüttelnd die köpfe : das kind sollte ne tracht prügel bekommen dann ist es ruhig...

die mutter wird so psychisch unter druck gesetzt dass sie alles mögliche tut um das kind still zu halten..kauft süßigkeiten die eh nicht gegesen werden..aber so kuckt keiner mehr komisch.

will sagen : das problem ist nur nicht die mutter die vielleicht manisch depressiv ist, nicht das kind der nach liebe schreit, sondern auch die gesellschaft. all die leute die immer WAS erwarten, ruhe, dass kinder immer glücklich lächeln und grüß gott sagen.

babysitten kanns du nicht mit erziehen vergleichen. erziehen heisst tag und nachts das kind zu betreuen, lieben, aushalten, fördern. dazu kommen andere lebensverpflichtungen und geld ist auch nicht immer da und ein ehemann zu hause der nur meckert und will auch das das kind immer still ist.

neulich hab ich mit einer kollgein folgendes phänomen festgestellt: gemeinsammes essen mit kinder, vater, mutter , kinder. die kinder fangen an kwatsch zu machen, machen flecken, glas wasser wird umgeschüttet. vater wird ungeduldig und flippt irgendwannmal aus, das ist zuviel für ihn, so nach der arbeit. die feststellung war die, dass es hier keine ausnahme war so al seinzelbeobachtung. wir befragten viele andere frauen die kinder haben, die lächelten und nickten und sagten : das kommt mir seeehr bekannt vor. ist der vater nicht daheim, sind die kinder brav und ruhig.

hab ein bischen viel geschrieben uff.. aber das ist nun ein tehma was mich sehr bewegt, aufregt was weiss ich. .. 
Sierra antwortete am 6. Jun, 14:00:
ja
danke! das mit der vater, mutter und kinder essen geschichte kenn ich noch aus eigener erfahrung. und babysitte wollt ich wirklich nicht mit erziehung eines kindes vergleichen. ich sag ja, schon in dem beschraenkten umfang mit nichte und neffe muss ich an mir arbeiten... it's not easy! 
miss.understood meinte am 6. Jun, 13:47:
den müttern unfähigkeit zu unterstellen
ist nicht ganz fair, denn du kennst das kind nicht. vielleicht ist es ein richtiges arschlochkind - aber ich weiss schon, was du meinst und es tut manchmal richtig weh, wenn man aus dem weinen des kindes den ganzen weltschmerz raushört. ich denke mir dann auch immer: "wie kann die mutter einfach weitergehen und dieses arme arme kind nicht trösten?" andererseits weiss ich nicht, wie ich reagiert hätte - mein sohn hat sowas nie gemacht.

es gab auch kein im supermarkt auf den boden werfen und brüllen. oder auf der strasse stur stehen bleiben, bis man kriegt was man will. ich mache sowas - littleguy nicht ; )

ist echt schwierig, weil man das kind und die geschichte nicht kennt. aber ich sag dir was: wenn eine mutter es auf sich nehmen kann, den bösen blicken der passanten zu trotzen und nicht die nerven schmeisst, ist das eigentlich ein gutes zeichen. tausendmal besser als die eltern, die dem kleinkind das im wagerl brüllt eine runterhaut und glaubt, dass es dann still ist. 
Sierra antwortete am 6. Jun, 14:02:
sorry
aber die geschichte mit dem arschlochkind ist schwachsinn. es gibt wenn schon nur arschlocheltern. 
Zorra antwortete am 6. Jun, 14:05:
Oder ihm etwas
kauft, damit es endlich ruhig ist.
Was mir aufgefallen ist, strenge aber gerechte Eltern haben selten "Arschlochkinder" wie miss sie nennt. Mit streng meine ich nicht Eltern die hauen sondern dem Kind die "Welt" erklären und ihm auch nicht alles durchgehen lassen.

Uebrigens weiss ich nicht ob es früher besser war. Die Eltern damals hatten noch weniger Zeit für die Kinder, weil sie in der Fabrik oder auf dem Feld arbeiten mussten und die Kinder gleich mit. 
miss.understood antwortete am 6. Jun, 14:24:
das die
nicht-eltern wissen, wie es richtig gemacht hört, ist schon klar - mein lieber sierra. was ich sagen wollte war: du kennst nicht die ganze geschichte. du weisst nicht, warum das kind trotzt. klar gibt es eltern, die ihr kind nicht handeln können. aber es gibt sehr wohl extrem mühsame, widerliche kinder und die heissen bei mir nun mal "arschlochkind".

aber sind wir uns doch mal ehrlich - nur für einen moment: du sitzt in deinem büro und schaust runter auf die strasse und beobachtest, wie unfähig diese eltern da sind. vielleicht hatten die aber einen sehr sehr anstrengenden tag. vielleicht verzichten die für sich selbst auf alle extras, um es dem kind an nichts fehlen zu lassen. vielleicht hat minirich recht und die kinder sind einfach müde und heulen deshalb.

letztendlich hoffe ich inständig, dass ein grossteil der eltern ihre kinder so gut kennt, zu wissen, wann sie tatsächlich kummer haben und wann nur einfach unzufrieden sind. 
tinG meinte am 6. Jun, 14:40:
Ich kann Dein Gefühl gut nachvollziehen.
Mir ist es früher auch so gegangen und oft geht es auch heute noch so. Ein anderer Ort, um sollche Geschichten zu erleben, ist ne Kinderarzt-Praxis, wo geballt Eltern und Kinder aufeinandertreffen und viele echt überfordert sind, ihren Kindern die Stunde Warten zu erleichtern (wohlgemerkt unter den Kritischen Augen der anderen Eltern - in unserer alten Kinderarztpraxis war es ganz extrem und oft wollte ich nicht wissen, was sich bei diesen Leuten dann zuhause abspielt)
Aber heute, wo ich selbst Mutter bin, verschiebt sich da auch viel. Meine Große z.B. versucht ganz viel mit Heueln zu erreichen. Und da geh ich dann beileibe nicht immer darauf ein. Das muß dann auch mal die Umwelt aushalten. Und es gibt auchTage, wo sich alles summiert und wo Du dann ab einem gewissen Grad einfach nicht mehr kannst. Da wird man dann auch schon mal ungerecht und hinterher tut es einem leid. Und da find ich auch wichtig, daß ich das meinen Kindern dann auch sage, um Entschuldigung bitte und das die Sache dann auch erledigt ist. 
miss.understood antwortete am 6. Jun, 15:00:
das mache ich auch so.
an manchen tagen kann man einfach nicht mehr und dann platzt einem der kragen oder man ist zickig oder wird ungerecht. ich entschuldige mich dann aber auch immer dafür. oftmals gleich im selben atemzug. das zeigt aber den kids auch, dass man manchmal dinge einfach falsch macht und sich dafür entschuldigen kann. kinder können damit umgehen, auch mal die starken und verzeihenden zu sein.

natürlich gibt es eltern, denen möchte man das kind am liebsten stehlen. aber oftmals müsste man echt alle beteiligten befragen, um sich wirklich ein bild machen zu können.

ich hab einmal etwas wirklich schlimmes gehört. in der u-bahn sassen mir ein ca 13jähriges mädchen und ein ungefähr 5jähriger junge gegenüber. sie schimpfte mit ihm, weil sie sich mit freunden getroffen hatte und er ihr eine szene gemacht hatte. sie schimpfte irgendwie sehr mütterlich und sehr überlegt. erklärte ihm die situation und hatte aber irgendwie auch viel verständnis für ihn.
dann plauderten sie ein wenig und plötzlich streichelte sie ihm über den kopf und sagte: "warst du gestern beim papa?" der kleine sah aus dem fenster und nickte. sie fragte: "hast du bei ihm im bett geschlafen?" und er nickte wieder. sie sagte: "warum? warum bist du hingegangen??" und er sah sie mit seinen grossen kulleraugen an und sagte: "er hat gesagt, dass er sonst euch andere wieder haut."
ich sass da und war total unfähig irgendwas zu sagen oder zu denken. ich konnte mich nicht einmal bewegen. bei der nächsten station stiegen die beiden aus und eine station später bin ich ausgestiegen und habe ehrlich gesagt geheult. ich war so sauer auf mich, weil ich nichts gesagt oder getan habe. ich war so sauer auf mich, weil ich ihm nicht helfen konnte. aber seitdem bin ich mit meinen gedanken zu eltern die ihr kind auf der strasse einfach mal brüllen lassen etwas freundlicher geworden. ich weiss schon, dass andere wirklich krank sind, macht die eigenen fehler nicht ok. eltern sein ist nicht immer leicht - aber ich glaube, sehr viele tun ihr bestes. 
Papillon meinte am 16. Jun, 12:15:
das alles erinnert mich
an TV kommentatoren, die skifahrer fragen, warum sie den hang so oder so gefahren sind und nicht so....."Warst oben?" antworten die, die's waren.

miss understood hat recht. es gibt total mühsame kinder und wunderbare kinder, genauso wie erwachsene. im gegensatz zu erwachsenen können sie sich aber noch verändern. ausserdem gibt's die trotzphase.
und babysitten ist noch lange nicht wie eigene kinder. die kann man schliesslich nicht nach sechs stunden wieder abgeben. und eltern, die sich nicht vom zeigeist mitzerren lassen (der ja bekanntermassen immer in extreme ausschlägt: Disziplin, antiautoritär usw.), sondern ihre Kinder nach werten aufziehen, nach denen sie auch selbst leben (also kontinuität zeigen, nix ist glaub ich für kinder schlimmer ein fehlender orientierungsrahmen) sind ohnehin selten und sollten nicht noch mit der moralkeule erschlagen werden.