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und die Auswirkungen auf Rahmenbedingunen und Geschäftsmodelle.

Richie Pettauer fasst seine Eindrücke vom Barcamp am vergangenen Sonntag zusammen und schreibt:

Dieter Rappolds Einführungsworkshop mit dem Titel “Medien, Telcos und Brands” adressierte zentrale Fragen des zukünftigen Online-Business; vertikales Identitätsmanagment, Clustering und Segmentierung verändern die Bedingungen der Wertschöpfung, in den letzten Jahren wurde das Netz von einem multimedialen Angebot zu einer Querschnittsmaterie durch fast alle Wirtschaftssektoren - die Diskussion hätte vermutlich locker den ganzen Vormittag gefüllt.
Danke für die Blumen. Ich hätte, wäre es ein anderer Tag gewesen auch sehr gerne mit vielen der Menschen die dort waren dieses Thema den ganzen Vormittag diskutiert. Ich bin mir zwar nicht sicher ob ich danach eine Lösung hätte, aber interessant wäre es gewesen. Aber worum gehts genau?

In meiner Wahrnehmung basiert das was wir so kläglich Web2.0 nennen auf 3 Innovationsfundamenten:
  • Informationsmanagement
  • Identitätsmanagement
  • Beziehungsmanagement
Der Kern liegt aber im Punkt Identitätsmanagement (denn darauf basiert das Beziehungsmanagement). Im Rahmen der "Attention Economy" ist Aufmerksamkeit das knappe Gut und diese Tatsache betrifft folgende 3 Player so:

Medienunternehmen
Der Verlust von Aufmerksamkeit ist eine radikale Bedrohung Ihres Geschäftsmodells, denn ohne Aufmerksamkeit kann ich keine Werbung verkaufen. Mein Online Real Estate verliert an Wert... Grosse Angst abzustürzen...

Telcos
Telcos sind bereits in der Talsohle. Sie verkaufen Commodity. Access ist wie Strom aus der Steckdose und funktioniert nur mehr über den Preis. Telcos haben zwar (noch) Geld, aber sie haben keine wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten. Sie wollen investieren um neue Handlungsmöglichkeiten (=Geschäftsfelder) zu erschliessen. Dies vor allem weil ja einige der heute erfolgreichen Medien (zumindest nimmt man sie vielfach als solche wahr) eigentlich Infrastrukturplattformen sind (MySpace, YouTube, Flickr, ...)

Brands
Grosse Marken haben bisher brav auf das Konto der Medienunternehmen eingezahlt um "die Zielgruppe zu erreichen". Nun erkennt man aber, dass klassische Medienunternehmen einiges verschlafen haben und spannende Zielgruppen definitiv nicht mehr erreichen. Also versuchen Sie Ihre einstigen Lieferanten von "Aufmerksamkeit" rechts zu überholen und etablieren selbst erfolgreich direkte Zugänge zum Kunden um die Brandmessage "rüberzubringen".

Das heißt wir haben neue Rahmenbedingungen. Dort wo früher "Kunden-Lieferanten" Verhältnisse herrschten, gibt es heute Coopetition und morgen vielleicht Competition? Doch wer steigt wirklich offiziell gegeneinander in den Ring und was setzt sich durch?

Setzt sich (Editorial) Content-Knowhow und Vermarktungskapazität durch oder ist es Technology Leadership und die Position als Infrastrukturprovider (=Enabler)?

Und da kommen wir zum Identitätsmanagement zurück. Dieses wird schon heute von Lead Usern (den Bloggern der 1. Stunde) im Kontext des neuen globalen Gatekeepers Google als extrem mächtiges Instrument erkannt (eher zufällig als bewusst geplant und gewollt um ehrlich zu sein). Vor dem Hintergrund, dass noch dazu 30% aller Google Seraches "People related searches" sind nur allzu verständlich. Gehen wir davon aus, dass trotz unserer Ängste rund um "Privacy" ein transparentes webbasiertes Identitätsmanagement in 5 Jahren genau so normal sein wird wie es heute ein Mobiltelefon ist (Frag mal nach was vor 25 Jahren Menschen zu der Vorstellung sagten immer ein tragbares Telefon dabei zu haben!).

Dann ist nicht die Frage ob ich nun Flickr, YouTube, MySpace, whatever benutze sondern, was die zentrale gemeinsame Klammer für die vielen Services ist die ich nutze, denn es werden viele verschiedene sein. Und wie ist dieses webbasierte Identitätsmanagement ausgestaltet und wie wird es wahrgenommen? Ist das ein Interface, eine Technologie, ... keine Ahnung.

Aber wer die "Identität" hat (=die Infrastruktur für ein effizientes Identitätsmanagement zur Verfügung stellt), der sitzt an der Quelle der Monetarisierungsmöglichkeiten und darum geht es am Ende des Tages in einem kapitalistischen System.

Wichtig dabei zu beachten ist aber, dass ein zentrales Element dabei ein "billing relationship" ist. Ein billing relationship haben traditionell Telcos und was ein billing relationship wert ist haben wir ja bei Paypal gelernt....
Sebastian Moser (Gast) meinte am 14. Jun, 10:42:
Spock People Search
Hallo Dieter! Ich stimme Richie völlig zu, deine Präsentation war definitiv die beste von dem, was ich gesehen habe.

Übrigens, weil ich deinen Link zur TechCrunch-Analyse von Flock People Search gesehen hab - bist du da schon angemeldet? Sonst kann ich dir gerne einen Link schicken. Du wirst jedenfalls von Flock als "business owner" erkannt ;)

Melde dich einfach per E-Mail unter sebastian punkt moser ät gmail punkt com 
Sierra antwortete am 14. Jun, 11:12:
hi sebastian, danke sehr, ich meld mich... 
ritchie (Gast) antwortete am 19. Jun, 00:26:
gute Zusammenfassung
sehr fein zusammengefasst; manchmal drängt sich halt der alte Witz auf, dass sich die telcos in .at eh keine Sorgen machen müssen, weil wir hier mindestens 3 Jahre hinterher sind... aber im Ernst: ich denke, dass gerade im Telco-Bereich die Economies of Scale auch noch gravierend reinspielen, zB punkto "Infrastruktur aufbauen": das geht hierzulande ja fast nur syndiziert über vodafone, t-mobile oder wen auch immer, weil die paar Prozent early adopters unter den Kunden, die in den US oder De ein Minderheitenprogramm wirtschaftlich zumindest schwarz-nullig tragfähig machen, ergeben hierzulande eine sehr geringe absolute Zahl. 
Sierra antwortete am 19. Jun, 09:10:
da hast du wahrscheinlich "leider" recht. es heißt also warten? mal sehen...