cygeuner (anonym) meinte am 23. Okt, 23:32:
... einseitig ... ? ;-)
Von der anderen Seite betrachtet: der Job des Galeristen ist fast nie der des Ruhmes und oft nicht der des Geldes sondern vielfach schlicht aufopfernde Arbeit für Künstler die diese Betreuung verdienen mögen oder nicht. Jedenfalls gibt es unzählige "gescheiterte" Galeristen und Kuratoren, die in ihrem (zuweilen nicht gerechtfertigten) Vertrauen auf Künstler und die eigenen kunstkritischen und kommerziellen Rahmenbedingungen Schiffbruch erleiden - als PR-, Verkaufs- und Werbeagentur in Sachen Kunst.
Sierra antwortete am 25. Okt, 16:37:
ja klar ist das einseitig - mein Bruder ist Künstler und nicht Galerist ;-) Wenn ich an Ropac und Co denke ist das durchaus berühmt und reich - aber du hast wohl recht, die habens nicht minder schwer wie die Künstler. Nur in einem stimme ich nicht zu - das mit dem nicht gerechtfertigen Vertrauen in den Künstler. In meinem Verständnis kann der Künstler nie Schuld sein - ein Künstler arbeitet nie für einen Markt sondern ist lediglich der kunst verpflichtet und der Galerist ist der Mittler, die Membran hin zu dem Moloch namens Markt. Es ist niemals der Job des Künstlers zu verkaufen um des verkaufens willen ...
Cygeuner (anonym) antwortete am 25. Okt, 17:28:
Warum so streng? "ein Künstler arbeitet nie für einen Markt" ist eine Aussage die keineswegs auf alle Künstler zutrifft, sondern auf einige, die das zu einem ethischen Ideal erheben ... ohne zwingendes Argument.
Christian (anonym) antwortete am 26. Okt, 23:43:
Auch ich habe so meine Schwierigkeiten mit der Behauptung, Künstler würden nie für einen Markt arbeiten, sondern seien lediglich der Kunst verpflichtet.Das ist eine wie ich finde idealistische Sichtweise, die mit der Realität wenig zu tun hat. Schon vor Jahrhunderten wurden Künstler beauftragt, Kunst zu produzieren. Und wer diese Auftraggeber nicht hatte, musste sich einen anderen Beruf suchen.
Wenn wir uns mal die verschiedenen Kunstsparten anschauen, können wir sehr gut erkennen, dass es in vielen sehr kommerziell zugeht, Musik, Bildende Kunst z.B.
Etwas anderes ist es, wenn der Künstler der Meinung ist, dass er nicht der richtige dafür sei, seine Kunstwerke zu verkaufen. Das bedeutet aber noch nicht, dass er nicht "für den Markt" arbeitet.
Sierra antwortete am 29. Okt, 10:40:
kein Problem - ist akzeptiert. Ich bin ja alles andere als ein Experte, sondern das ist nur mein naives und oberflächliches Kunstverständnis und meine Meinung. Die mag natürlich idealistisch sein, aber ich glaube Beispiele zu kennen wie sehr es Künstler krank machen kann, nach den Wünschen, Ideen oder Vorstellungen von "Vermarktern" zu arbeiten nach dem Motto "du, nimm mal ein bißchen mehr gelb, das passt bei dem Kunden gut ins Wohnzimmer..."
Ein Künstler ist der Kunst verpflichtet und wenn er gute Kunst macht, dann findet der verständige Markt den Künstler und nie umgekehrt. Der große Rest macht Dekoration aber keine Kunst.
Christian (anonym) antwortete am 29. Okt, 21:36:
Ja stimmt, die Künstler gibt es sicher, die es krank macht, wenn sie sich nach dem "Markt" richten müssen. Aber für einen Markt Kunstwerke zu schaffen, heißt für mich nicht, sich für diesen verbiegen zu müssen.EIgentlich kann man Künstler mit Bloggern vergleichen. Nur wer glaubwürdig und authentisch ist in dem, was er macht, wird andere Menschen damit ansprechen. Aber Glaubwürdigkeit und Authentizität alleine reichen nicht aus, um gefunden zu werden. Da gehört meiner Meinung aktives Bemühen dazu.
Sierra antwortete am 30. Okt, 10:22:
hm, künstler und blogger würde ich nicht vergleichen ;-) aber wie gesagt, es ist ja gut und wichtig, dass es unterschiedliche Meinungen gibt ...
