Nokia schließt sein Werk in Bochum, die Medien laufen Sturm, die Politik wird zu Hilfe gerufen und die Menschen gehen auf die Straße.

(Logo von Rolf Spiess, via Novaexpress)
Und es handelt sich hier um ein Unternehmen das sich seine Werte groß auf die Fahnen schreibt, gute Gewinne macht und Landesförderungen gerne kassiert.
Very Human
Being Very Human encompasses what we offer customers, how we do business and the impact of our actions and behavior on people and the environment. It is about being very human in the world - making things simple, respecting and caring. In short, our desire is to be a very human company.
Doch was passiert im Web 2.0, in der Blogosphere. In dem neuen Raum der so bedeutend für das Reputationsmanagement ist? Mal sehen ...
Wenn man auf YouTube nach "Nokia" sucht finden sich heute 41.800 Videos. Auf der ersten Seite finden sich nahezu ausschließlich Promo und Werbevideos, doch an dritter Stelle liegt der Protestsong von Bernd Stelter im Kontext der Schließung des Bochumer Werks.
Wenn man auf Youtube nach "Nokia Bochum" sucht ergibt sich ein interessantes Ergebnis (ich habe das ein wenig zusammengefasst und analysiert) - Ich habe in die Statistik alle Videos reingenommen die sich explizit negativ über Nokia äussern:
> 52 explizit negative Videos
> in Summe 102 Minuten negatives Videomaterial
> Die Videos erreichten in Summe 122.738 Views
> 20 Videos erreichen mehr als 1.000 views
> Das Video mit den meisten Views liegt bei über 46.000 views
> Das entspricht in Summe 193.005 Minuten konsumierter Negativberichterstattung

Anbei das File mit der detaillierten Statistik.
Nokia-Protest-Videos-on-YouTube (pdf, 115 KB)
Ist das nun viel? Welchen Wert bedeutet das, bzw. was kostet es das auszubügeln? Vielleicht könnte man diese Zahlen mit einem TV TKP erweitern und so den Wert bestimmen.
Wichtig dabei ist, dass diese Videos online sind und online bleiben. Interessant wäre es wie die Statistik in 1 Jahr aussieht.
Wie ist das weitere Feedback in der Blogosphere? Es finden sich durchaus verärgerte Kommentare wie etwa:
Der Verdacht auf Subventionsbetrug bei Nokia liegt schon seit Wochen auf der Hand. (...)
Hoffentlich werden diese Heuchler & Verbrecher zur Rechenschaft gezogen.
schreibt Bichareh
Da wundert es dann nicht, dass überall Boykottaufrufe formuliert werden. Zahlreiche Politiker haben ihre Nokia-Handys zurückgegeben und erwägen in ihren Verwaltungen keine Nokia-Handys mehr anzuschaffen.
im Pottblog
Oh, keine Frage. Für Bochum ist der Wegzug von Nokia schlimm. Und das Verhalten der Firma ist ohne jeden Zweifel von der ganz üblen Sorte. Wer jetzt kein Nokia-Handy kauft, hat völlig recht. So geht das, mit der Globalisierung.
ausführlich und elaboriert bei den Rebellen ohne Markt.
“Erst staatliche Gelder kassieren, dann die Mitarbeiter im Regen stehen lassen zeugt von einem dreisten Geschäftsgebaren.”
sehr engagiert sammelt die SPD NRW im No, Nokia so nicht Blog
Konzerne, de jure ja Rechtspersonen, scheinen de facto etwa soviel gesellschaftliche Verantwortung zu haben wie “jugendliche Intensivstraftäter”. Gemäß der derzeit herrschenden neoliberalen Marktideologie geniesst der Konzern als Rechtsperson jedoch den Status eines „hyperanthropos“, eines Übermenschen, der alle Recht besitzt, aber keine Pflichten, außer: Profit erwirtschaften
bei NovaExpress
Das Vorgehen des Nokia-Managements zur Schließung des Bochumer Werkes verstößt nach Darstellung von Arbeitsrechtlern gegen deutsches und europäisches Recht.
im Handakte WebLAWg
Ich werde mir kein Nokia mehr kaufen.
sagt Gerry Schotter
"Connecting people"- "Menschen verbinden", so heißt der Werbeslogan von Nokia. Das Motto ist nun auf den Kopf gestellt, zumindest in Bochum. Das Werk des Handy-Herstellers wird dicht gemacht. 2000 Menschen stehen bald auf der Straße. Die Betroffenen, als sie die Nachricht erfuhren, waren wenig amused. In den Gesichtern sah man Leere und Wut. Der Schlag kam unerwartet.
schreibt Stefan Dernbach
Nokia bekommt den Hals nicht voll. Auf dem Rücken der Beschäftigten will der Konzern seine Produktion nach Osteuropa verlagern. Mehr als 2000 Beschäftigte in Bochum sollen trotz glänzender Bilanzen ihren Arbeitsplatz verlieren. Außerdem betroffen sind 1000 Beschäftigte von Zulieferfirmen, sowie 1000 LeiharbeiterInnen.Das ist ein Skandal!
meint der Deutschusse im Internet.
Mich überrascht der tendenziell geringe Widerhall in der Blogosphere und ich denke, dass die Auswirkungen relativ gering sind, was auch hier bestätigt wird - es fehlt das Anheizen und das köcheln der Aktion:
Über den Status eines bloßen Aufrufs kommen solche Boykotte meistens nicht hinaus, sagt Psychologe Friedman. Denn zwei elementare Bedingungen seien oft nicht erfüllt. Der Grund für die Kaufblockade muss für jedermann auf den ersten Blick nachvollziehbar sein; zugleich muss der Kunde das Gefühl haben, sich auf die gute Seite einer Sache zu schlagen. „Im Fall Nokia ist das der Fall“, sagt der Forscher. „Verlorene Arbeitsplätze sind eingängig, etwas dagegen zu tun ist ein guter Grund.“ Doch das reiche nicht. Denn der Boykottaufruf müsse entweder durch Politiker oder eine Organisation kontinuierlich angeheizt werden. „Es muss jemand geben, der das Thema in den Medien hält und aufsehenerregende Ereignisse schafft.“ Dazu sei oftmals Geld nötig; ohne finanzielle Mittel habe es ein Boykott daher schwer. Auch wenn eine Internetseite nach der anderen gegen Nokia auftaucht: Eine zentrale Steuerung des Protests fehlt bislang.
Teilweise finden sich sogar Stimmen die diese Situation entweder nützen um sich Ihrem Unmut über Politiker Luft zu machen und im Ausland hat man für das Verhalten von Deutschland wenig Verständnis wie es scheint:
So, here’s the situation. About a decade ago, Nokia setup shop in Bochum, Germany. They hooked up with the local government and secured a bunch of subsidies (to the tune of $60.5 million) to help renovate a TV factory into a cellphone factory. Stipulations of these subsidies included a certain number of jobs created and a certain amount of additional funds invested in the factory over time.
Recently, Nokia announced that it was closing the plant, and moving the work to nearby Romania, which will reduce associated operating costs by about 90%. The local Germans got uber-upset, holding protests and claiming that they would never buy Nokia products again, blah blah blah. It’s been a big PR mess, and I have to say, honestly, I’m a bit dismayed at the Germans reacting so poorly. Sure, it sucks to have a big factory like that closed, but seriously?
(...)
Really, I think Germany is suffering the worst in this situation. It hasn’t really affected Nokia much on a global scale, and if I’m a company looking to setup shop, I’d be a bit more wary of Germany, if this is how big a pain it is to get out later on down the road.
liest man bei SMSTextNews.
The German state of North-Rhine Westphalia wants its €41.3 million (about $60.5 million) back. The reason? Germany wants the corporate subsidies given to Nokia back in 1998 and 1999 for its plant in Bochum. (...) Nokia also posted a staggering $2.6 billion in profit from the last quarter alone. The German authorities know a cash cow when they see it.
schreibt engagdetmobile.
Wem will Rüttgers, Struck, Steinbrück und Co. eigentlich weismachen, nicht zu wissen, wie freie Marktwirtschaft unter dem Stern der Globalisierung funktioniert? Die Geister beschwören sie doch täglich und die Zumutungen für erwerbsarbeitende und erwerbsarbeitslose Menschen erfinden sie gleich mit. Das sich Nokia nun einen Standort sucht, wo - so scheint es - noch mehr Geld zu verdienen ist, ist da doch nur konsequent. Aber anstelle Nokia zu dem Coup zu gratulieren, wird das Vorgehen des Konzerns von Struck unanständig genannt und Ministerpräsident Rüttgers meint, Verbraucher sollen sich ruhig “ein Stück wehren”. Das wird Nokia so schwer imponieren, wie eine Lichterkette auf der Berliner Regierungsbank.
bei sv63mg.
Leider scheint es so, dass Thomas Pleil mit seiner Einschätzung im Interview bei den blogpiloten nicht Recht behält, leider - aber das werden uns wohl erst die Zahlen der nächsten Quartale sagen, oder?
... Aber Nokia hat aus meiner Sicht die Reaktionen von Politik und Medien unterschätzt. Besonders aber die Macht seiner Kunden: Die sind doch nicht darauf angewiesen, ausgerechnet ein Nokia-Handy zu kaufen. Und wenn man sich schon rechtfertigen muss, mit einem Telefon eines bestimmten Herstellers zu telefonieren, dann hat dieser ein langfristiges Reputationsproblem.

(Logo von Rolf Spiess, via Novaexpress)
Und es handelt sich hier um ein Unternehmen das sich seine Werte groß auf die Fahnen schreibt, gute Gewinne macht und Landesförderungen gerne kassiert.
Very Human
Being Very Human encompasses what we offer customers, how we do business and the impact of our actions and behavior on people and the environment. It is about being very human in the world - making things simple, respecting and caring. In short, our desire is to be a very human company.
Doch was passiert im Web 2.0, in der Blogosphere. In dem neuen Raum der so bedeutend für das Reputationsmanagement ist? Mal sehen ...
Wenn man auf YouTube nach "Nokia" sucht finden sich heute 41.800 Videos. Auf der ersten Seite finden sich nahezu ausschließlich Promo und Werbevideos, doch an dritter Stelle liegt der Protestsong von Bernd Stelter im Kontext der Schließung des Bochumer Werks.
Wenn man auf Youtube nach "Nokia Bochum" sucht ergibt sich ein interessantes Ergebnis (ich habe das ein wenig zusammengefasst und analysiert) - Ich habe in die Statistik alle Videos reingenommen die sich explizit negativ über Nokia äussern:
> 52 explizit negative Videos
> in Summe 102 Minuten negatives Videomaterial
> Die Videos erreichten in Summe 122.738 Views
> 20 Videos erreichen mehr als 1.000 views
> Das Video mit den meisten Views liegt bei über 46.000 views
> Das entspricht in Summe 193.005 Minuten konsumierter Negativberichterstattung

Anbei das File mit der detaillierten Statistik.
Nokia-Protest-Videos-on-YouTube (pdf, 115 KB)
Ist das nun viel? Welchen Wert bedeutet das, bzw. was kostet es das auszubügeln? Vielleicht könnte man diese Zahlen mit einem TV TKP erweitern und so den Wert bestimmen.
Wichtig dabei ist, dass diese Videos online sind und online bleiben. Interessant wäre es wie die Statistik in 1 Jahr aussieht.
Wie ist das weitere Feedback in der Blogosphere? Es finden sich durchaus verärgerte Kommentare wie etwa:
Der Verdacht auf Subventionsbetrug bei Nokia liegt schon seit Wochen auf der Hand. (...)
Hoffentlich werden diese Heuchler & Verbrecher zur Rechenschaft gezogen.
schreibt Bichareh
Da wundert es dann nicht, dass überall Boykottaufrufe formuliert werden. Zahlreiche Politiker haben ihre Nokia-Handys zurückgegeben und erwägen in ihren Verwaltungen keine Nokia-Handys mehr anzuschaffen.
im Pottblog
Oh, keine Frage. Für Bochum ist der Wegzug von Nokia schlimm. Und das Verhalten der Firma ist ohne jeden Zweifel von der ganz üblen Sorte. Wer jetzt kein Nokia-Handy kauft, hat völlig recht. So geht das, mit der Globalisierung.
ausführlich und elaboriert bei den Rebellen ohne Markt.
“Erst staatliche Gelder kassieren, dann die Mitarbeiter im Regen stehen lassen zeugt von einem dreisten Geschäftsgebaren.”
sehr engagiert sammelt die SPD NRW im No, Nokia so nicht Blog
Konzerne, de jure ja Rechtspersonen, scheinen de facto etwa soviel gesellschaftliche Verantwortung zu haben wie “jugendliche Intensivstraftäter”. Gemäß der derzeit herrschenden neoliberalen Marktideologie geniesst der Konzern als Rechtsperson jedoch den Status eines „hyperanthropos“, eines Übermenschen, der alle Recht besitzt, aber keine Pflichten, außer: Profit erwirtschaften
bei NovaExpress
Das Vorgehen des Nokia-Managements zur Schließung des Bochumer Werkes verstößt nach Darstellung von Arbeitsrechtlern gegen deutsches und europäisches Recht.
im Handakte WebLAWg
Ich werde mir kein Nokia mehr kaufen.
sagt Gerry Schotter
"Connecting people"- "Menschen verbinden", so heißt der Werbeslogan von Nokia. Das Motto ist nun auf den Kopf gestellt, zumindest in Bochum. Das Werk des Handy-Herstellers wird dicht gemacht. 2000 Menschen stehen bald auf der Straße. Die Betroffenen, als sie die Nachricht erfuhren, waren wenig amused. In den Gesichtern sah man Leere und Wut. Der Schlag kam unerwartet.
schreibt Stefan Dernbach
Nokia bekommt den Hals nicht voll. Auf dem Rücken der Beschäftigten will der Konzern seine Produktion nach Osteuropa verlagern. Mehr als 2000 Beschäftigte in Bochum sollen trotz glänzender Bilanzen ihren Arbeitsplatz verlieren. Außerdem betroffen sind 1000 Beschäftigte von Zulieferfirmen, sowie 1000 LeiharbeiterInnen.Das ist ein Skandal!
meint der Deutschusse im Internet.
Mich überrascht der tendenziell geringe Widerhall in der Blogosphere und ich denke, dass die Auswirkungen relativ gering sind, was auch hier bestätigt wird - es fehlt das Anheizen und das köcheln der Aktion:
Über den Status eines bloßen Aufrufs kommen solche Boykotte meistens nicht hinaus, sagt Psychologe Friedman. Denn zwei elementare Bedingungen seien oft nicht erfüllt. Der Grund für die Kaufblockade muss für jedermann auf den ersten Blick nachvollziehbar sein; zugleich muss der Kunde das Gefühl haben, sich auf die gute Seite einer Sache zu schlagen. „Im Fall Nokia ist das der Fall“, sagt der Forscher. „Verlorene Arbeitsplätze sind eingängig, etwas dagegen zu tun ist ein guter Grund.“ Doch das reiche nicht. Denn der Boykottaufruf müsse entweder durch Politiker oder eine Organisation kontinuierlich angeheizt werden. „Es muss jemand geben, der das Thema in den Medien hält und aufsehenerregende Ereignisse schafft.“ Dazu sei oftmals Geld nötig; ohne finanzielle Mittel habe es ein Boykott daher schwer. Auch wenn eine Internetseite nach der anderen gegen Nokia auftaucht: Eine zentrale Steuerung des Protests fehlt bislang.
Teilweise finden sich sogar Stimmen die diese Situation entweder nützen um sich Ihrem Unmut über Politiker Luft zu machen und im Ausland hat man für das Verhalten von Deutschland wenig Verständnis wie es scheint:
So, here’s the situation. About a decade ago, Nokia setup shop in Bochum, Germany. They hooked up with the local government and secured a bunch of subsidies (to the tune of $60.5 million) to help renovate a TV factory into a cellphone factory. Stipulations of these subsidies included a certain number of jobs created and a certain amount of additional funds invested in the factory over time.
Recently, Nokia announced that it was closing the plant, and moving the work to nearby Romania, which will reduce associated operating costs by about 90%. The local Germans got uber-upset, holding protests and claiming that they would never buy Nokia products again, blah blah blah. It’s been a big PR mess, and I have to say, honestly, I’m a bit dismayed at the Germans reacting so poorly. Sure, it sucks to have a big factory like that closed, but seriously?
(...)
Really, I think Germany is suffering the worst in this situation. It hasn’t really affected Nokia much on a global scale, and if I’m a company looking to setup shop, I’d be a bit more wary of Germany, if this is how big a pain it is to get out later on down the road.
liest man bei SMSTextNews.
The German state of North-Rhine Westphalia wants its €41.3 million (about $60.5 million) back. The reason? Germany wants the corporate subsidies given to Nokia back in 1998 and 1999 for its plant in Bochum. (...) Nokia also posted a staggering $2.6 billion in profit from the last quarter alone. The German authorities know a cash cow when they see it.
schreibt engagdetmobile.
Wem will Rüttgers, Struck, Steinbrück und Co. eigentlich weismachen, nicht zu wissen, wie freie Marktwirtschaft unter dem Stern der Globalisierung funktioniert? Die Geister beschwören sie doch täglich und die Zumutungen für erwerbsarbeitende und erwerbsarbeitslose Menschen erfinden sie gleich mit. Das sich Nokia nun einen Standort sucht, wo - so scheint es - noch mehr Geld zu verdienen ist, ist da doch nur konsequent. Aber anstelle Nokia zu dem Coup zu gratulieren, wird das Vorgehen des Konzerns von Struck unanständig genannt und Ministerpräsident Rüttgers meint, Verbraucher sollen sich ruhig “ein Stück wehren”. Das wird Nokia so schwer imponieren, wie eine Lichterkette auf der Berliner Regierungsbank.
bei sv63mg.
Leider scheint es so, dass Thomas Pleil mit seiner Einschätzung im Interview bei den blogpiloten nicht Recht behält, leider - aber das werden uns wohl erst die Zahlen der nächsten Quartale sagen, oder?
... Aber Nokia hat aus meiner Sicht die Reaktionen von Politik und Medien unterschätzt. Besonders aber die Macht seiner Kunden: Die sind doch nicht darauf angewiesen, ausgerechnet ein Nokia-Handy zu kaufen. Und wenn man sich schon rechtfertigen muss, mit einem Telefon eines bestimmten Herstellers zu telefonieren, dann hat dieser ein langfristiges Reputationsproblem.
muesli meinte am 7. Feb, 13:41:
Interessant auch, sich die Embed-Statistiken anzuschauen. So hat zb. das Widget von Stelters Anti-Nokia-Song alleine auf einer Page 4684 Views gekriegt.
Sierra antwortete am 7. Feb, 18:05:
danke
für die Ergänzung Helge, das hab ich komplett vergessen!
Schwimmbecken (Gast) meinte am 7. Feb, 15:30:
Gratulation zum Artikel! Ganz toll recherchiert und mit viel Übersicht zusammengestellt. Dieser Fall beschädigt das Image von Nokia auf lange Zeit, ganz egal wie diese Geschichte nun ausgeht.
wvs meinte am 7. Feb, 15:48:
In einem e-mail ....
von einem Blogger aus Österreich wurde ich gefragt, warum denn hier bei uns der Protest so 'mager' sei .... ich antwortete: Mein Nokia-Mobiltelefon ist vier Jahre alt und funktioniert bestens. Wenn ich allerdings in der nächsten Zeit - möglicherweise auch erst in einem oder zwei Jahren - ein neues Mobiltelefon kaufen muß wird es kein Nokia-Gerät sein ....
So wie mir geht es bestimmt vielen Nokia-Nutzern: Sie können nicht aus ihrem Vertrag oder wollen ein derzeit funktionsfähiges Gerät nicht einfach wegwerfen.
Aber sie denken noch daran, wie kaltschnäuzig über das Schicksal von vielen Hundert Familien entschieden wurde. Mit einem 'Federstrich'. Das sitzt sehr, sehr tief, gerade weil Nokia einen solchen Bekanntheitsgrad erreicht hat - und wird, zeitversetzt, eine bittere Lektion für Nokia werden ....
Wie heißt es in einem englischen Aphorismus so schön:
"The higher the rise - the deeper the fall!"
Markus Hübner (Gast) meinte am 7. Feb, 16:15:
Ehreblicher Schaden für die Marke Nokia
Wenn man nun hochrechnet welche Image- / Markenschaden durch diese Maßnahmen verursacht wurde, dann halte ich den Nokia Geschäftsführung vor so gänzlich nicht im Sinne von Shareholder-Value gedacht zu haben (dahin ging ja die Argumentation hauptsächlich: man müßte das Werk schließen da hier die Produktion zu kostenaufwändig im Vergleich zu anderen Standorten / Ländern wäre) sondern gesamtwirtschaftlich für Nokia einen Millionenschaden verursacht hat.Extrem traurig zu sehen, mit welcher Kurzsichtigkeit hier Executives vorgehen. Das Thema Brand Monitoring / Krisenmanagement scheint auch so gut wie ausgeblendet worden zu sein.
Sierra antwortete am 7. Feb, 18:08:
Quantifizierbar?
Ich bin ganz bei Dir! Und mein Bauch sagt mir das selbe. Mein Ziel war es einen Teil zu einer quantifizierbaren Grundlage zusammenzustellen um eine reliable Aussage darüber treffen zu können. Hat es wirklich geschadet und wenn ja wie sehr, bzw. wie ist es zu bewerten? Hast du hier Ansätze die es ermöglichen das in nackte Zahlen runterzubrechen - das wäre glaube ich enorm wichtig um die Aufmerksamkeit für sowas zu erhöhen.
Markus Hübner (Gast) antwortete am 12. Feb, 15:58:
Hi Dieter, wieder zurück (hab erst jetzt Deinen Kommentar gesehen). Ich kann hierzu gerne etwas zusammenstellen.
jupe (Gast) meinte am 9. Feb, 08:56:
sehr interessanter beitrag. ich denke, du solltest deinen beitrag auch in deine statistik mit rein nehmen - immerhin findet man hier geballte negativ-nokia-meinung, weil du ja alles zitierst :-)Ich bin mir nicht sicher, ob es in ein paar jahren wirklich so einen einbruch bei nokia geben wird - erinnern sich die leute dann noch daran, wenn ihr handy in 2 jahren kaputt geht? Entscheiden wir wirklich welche produkte wir kaufen anhand von firmenpolitik und sozialem engagement? oder viel mehr anhand von geekfaktoren, schönheit, farbe, feeling? Ich weiß es nicht, aber ich glaube wir sind oft bei weitem nicht so konsequent wie wir gerne wären und wie wir es den firmen gerne zeigen würden. aber wenn dann wieder so ein technisch-minderbemitteltes-aber-wunderschönes-xyphone, ach, wie schön, und schau, man kann auf das bunte display, seufz...
Rob (Gast) antwortete am 10. Feb, 17:42:
ja. traurig, aber wahr. Die Masse ist nun mal dumm und vergesslich. Und wenn dann das neue Glitzerteil für 0.-EUR und einem läppischen 2-Jahresvertrag per einfacher Ratenzahlung den Weg in die Hosentasche findet, denkt keiner mehr an Bochum... Traurig, aber historisch schon einfach zu oft bewiesen: Sweatshops von Nike, Adidas, Puma, H&M, Prozessor-Sweatshops, Öl aus Nigeria und was wurde aus dem bösen Shell-Konzern?Dranbleiben und trotzdem nach Alternativen suchen. "Wie man in den Wald hineinruft, so..."
Sierra antwortete am 11. Feb, 09:12:
scheint leider so und ich kann mich nicht mal ausschließen :-(
jupe (Gast) antwortete am 11. Feb, 12:06:
bevor die depression ausbricht...
... ist mir zur rettung meines eigenen verbesserungswillens ein großer vorteil (und wie immer auch gleichzeitig ein riesen nachteil) des webs eingefallen: nichts wird vergessen, nichts verliert an aktualität, nichts verschwindet.So gesehen kann man als Firma wohl niewieder etwas gut machen, was man irgendwann schlecht gemacht hat... hm. Wie geht man bloß damit um?
Und hinter die eigenen Ohren schreiben: nicht immer von billigen, glitzernden, gratis-angeboten locken lassen. Lieber mehr bezahlen, dafür gutes damit tun!!! Versuchen wirs.
lg, jupe - part of se dumme-vergessliche-masse. anscheindend. hm.
mikel (Gast) meinte am 11. Feb, 23:09:
es ist ja schön und gut, die Solidarität. Nur...Es sind schon ganze Industrien verlagert worden. Wo in D oder A gibt es noch eine nennenswerte Textilindustrie? Nur als Beispiel.
Nur weil es sich hier um etwas handelt, was Nerds (ich nenne das einfach mal so hart) verstehen, weil sie diese Produkte bewusst als Marke wahrnehmen?
Ich hasse es, wenn Arbeitsplätze verschwinden. Meiner war zwei mal weg.
Aber hört auf das Web 2.0 zu bemühen und Solidarität einzufordern, die ihr nicht überall zu geben bereit seid...
nur weil es Handys sind.
max (Gast) meinte am 12. Feb, 09:06:
Umfragen zu Nokia
Laut aktuellen Umfragen (siehe hier) soll das Image von Nokia in nur einer Woche von +41% auf -14% gesunken sein.Die Frage ist, wie schon einige richtig bemerkt haben, wie Nachhaltig das ist.
wvs antwortete am 13. Feb, 23:35:
Während ....
im politischen Tagesgeschäft schon nach kurzer Zeit vergessen wird, was die Aussagen der Politiker z.B. bei der letzten Wahl waren, bzw. wo sie - wohlwollend ausgedrückt - ein bißchen 'beschönigt' haben, hat die/der Konsument/-in täglich mehrmals das mobile Telefon in der Hand. Schon diese Tatsache hält - zusammen mit den täglichen Information zu neuen Schließungen, zu Arbeitslosenzahlen und Konzerngewinnen - die Erinnerung an NOKIA wach ....
