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Am Mittwoch war ich als Vortragender bei einer businesscircle Konferenz in Wien im Hotel Marriot und erzählte von Social Media, Blogs, Projekten und Praxiserfahrungen und den Erfolgen die unsere Kunden damit erzielt haben.

Nach meinem 30min Vortrag wurde ich von knapp einem Dutzend begeisterter Menschen angesprochen, die zahllose Möglichkeiten für Ihre Unternehmen erkannt haben und begeistert und motiviert waren diese umzusetzen. Herr Helmut Hager und Herr Georg Wiedenhofer waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht da - sie waren Vertreter einer Podiumsdiskussion am Ende der Veranstaltung und man muß sich fragen warum diese beiden Herren eingeladen wurden?

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"Insbesondere die jungen Leute unterhalten sich viel lieber über Lifestyle, Freunde und Sex"
So sieht Helmut Hager, Marketingleiter der Erste Bank das Web 2.0 und seine Kunden - er bestätigt damit eindrucksvoll die Innovationsresistenz von Banken die man kennt. Herr Wiedenhofer steht ihm im Verständnis um nichts nach:

"In 5 bis 10 Jahren werden schon einige Produkte - wie Bohrmaschinen - über das Internet verkauft werden, bei Zement ist das schon wieder schwieriger."
Das Internet, ein bidirektionales, globales, netzwerkorientiertes Kommunikationsmedium wird ausschließlich als Vertriebskanal verstanden. Wieviele Bohrmaschinen verkauft Baumax eigentlich pro Monat über das Telefon? Also! Weg mit den Telefonen ...

Ich weiß nicht was mich mehr anschreit - Die Ignoranz, die Arroganz oder die fehlende Kreativität? Es bleibt die Frage offen wie lange man noch erfolgreich in Österreich Führungskraft sein kann und dabei ignoriert, dass sich die Welt verändert.

Sehr treffend dazu beschreibt auch Hannes Treichl in seinem Beitrag. Traurig ist, dass diese Sichtweisen die Berichterstattung des Standard dominieren und zu einem völlig unausgewogenem Artikel führen.
Dani T. (anonym) meinte am 27. Jun, 23:56:
auszug
ein auszug aus dem von dir angesprochenen artikel/derstandard:
"Das Web 2.0 bietet Chancen und Risiken"

Georg Krause, Leiter der Consultingabteilung bei Deloitte, resümierte: "Das Web 2.0 bietet Chancen und Risiken. Die Chancen sind neue Möglichkeiten für Unternehmer, da die Etablierten dort noch nicht sind. Risiko besteht darin, insbesondere für die Etablierten, dass man zu spät kommt", was jedoch nicht unbedingt existenziell bedrohlich sein müsse, schwächte Krause ab.

igitt..ich glaube, dass das "bla bla bla" vom Bild oben eher zu diesem Zitat passen würde... 
Sierra antwortete am 2. Jul, 22:18:
wobei ich anmerken muß wie verführerisch es ist aus einer verantwortungsvollen Rolle heraus (mit vielen Interdependenzen) im Gespräch mit Medien oft so diplomatisch zu antworten, bis kaum mehr Inhalt übrig bleibt. Passiert leider ... 
jupe (anonym) meinte am 28. Jun, 13:47:
blablabla
ich glaub, der alte spruch "jedeR hört nur, was er/sie hören will" trifft hier wohl sehr gut zu. Wenn man nur die blabla-Seiten im web2.0 sucht und sehen will, dann wird man nichts anderes finden (wollen). Klar hat man dann ein ganz schön irrationales Bild von der web-welt.

Mich interessiert in diesem Zusammenhang: warum wollen die (zB von dir angesprochenen Personen) die Möglichkeiten nicht wahrnehmen? Woran zweifeln sie und wovor haben sie Angst? Und was sagt das über die Unternehmen und deren Kulturen aus?

WIeso haben so viele Firmen Angst vor der Meinung ihrer MitarbeiterInnen und KundInnen? Ist hier ein essenzieller Wiederspruch versteckt - nämlich dass ein erfolgreiches Unternehmen (hinsichtlich Geld und Macht) einer bestimmten Größe per se keine zufriedenen MitarbeiterInnen haben kann (und sich demnach vor deren Meinung fürchtet und sie daher lieber unterdrückt)? Muss man am Weg zu Ruhm, Geld und Einfluß (Macht) tatsächlich über Leichen gehen oder so viele Hände waschen, bis irgendwann zu viele Abhängigkeiten entstehen und lieber niemand was sagen kann/will/darf?

Kann sich eine erfolgreiche WIrtschaft Meinungsfreiheit überhaupt leisten? 
Markus Pirchner (anonym) antwortete am 28. Jun, 16:34:
Keine Frage der Größe ...
... sondern der Unternehmenskultur. Sonst dürfte es die tausenden Blogger bei SUN, IBM, Microsoft usw. nicht geben. 
Sierra antwortete am 2. Jul, 22:19:
@ jupe: wichtige Fragen die uns aufzeigen, dass es um weitaus mehr geht als den angesprochenen Firlefanz im Netz sondern eine wachsende Anzahl an Menschen die sich mit einfachen Antworten nicht zufrieden geben. 
Markus Pirchner (anonym) meinte am 28. Jun, 16:32:
Medienproblem
Dem Standard kann man vorwerfen, dass er die APA-Meldung ungeprüft übernommen hat; auch im Medianet findet sich ein hoffnungslos einseitiger Artikel, der von Web 2.0 Hype faselt, 90% der Konferenz - die zu völlig anderen Auffassungen gekommen zu sein scheint - aber komplett ignoriert. 
Andreas Pinterits (anonym) antwortete am 2. Jul, 09:30:
Es muss auch Unternehmen geben die abwarten...
Herr Werdenig von der Fa. Edelwiser (http://www.edelwiser.com) hat in der Diskussion einen passenden Kommentar dazu abgegeben: "Es muss auch Unternehmen geben, die abwarten, damit die Innovatoren ihre Chance nutzen können." 
Sierra antwortete am 2. Jul, 22:20:
@pirchner: das nennt man dann professionelles "fact checking" ausgewogene Recherche, etc ;-)