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Ein Gedankenspiel

Mahmud Ahmadinejad tritt im Vorfeld einer demokratischen Wahl in einem Rede-Duell um radikale Moslems gegen Khatami in der größten Moschee Tehrans an. Das Duell wird moderiert von einem der mächtigsten Geistlichen des Landes - von Ajatollah Chomeini.

Ein solches Ereignis würde in Europa Befremden auslösen und in den USA das Urteil des Gottestaates als Mitglied der Achse des Bösen festigen.



Die traurige Realität

Ähnliches geschah vor wenigen Tagen in den USA selbst. Im Rahmen der bevorstehenden Wahl zum US Präsidenten warben John McCain und Barack Obama in einer der größten Kirchen des Landes in Saddleback/Los Angeles um radikale evangelikale Christen. Moderiert wurde von dem berühmten Prediger Rick Warren.

Aufklärung, und eine moderne weltoffene Gesellschaft - alles Dinge die auf die USA von heute angesichts solcher Eigenheiten wohl kaum zutreffen. Wird hier die Säkularisierung in Frage gestellt? Oder könnte sich jemand vorstellen, dass Willi Molterer gegen Werner Faymann im Stephansdom gegeneinander antreten und das ganze von Klaus Küng moderiert wird, während der ORF landesweit überträgt? Das würde dem Dichand wohl die Krone ausschlagen ...
Markus Pirchner (anonym) meinte am 18. Aug, 21:42:
Mal nicht ...
... den Teufel an Wand. Wenn sie sich Stimmen davon versprechen, zögern die keine Sekunde. Nur das mit dem Küng würde so wohl nicht passieren. Die Chance würde sich der Schönborn nicht entgehen lassen. Hierarchie muss sein. 
Matthias Dietrich (anonym) meinte am 6. Sep, 11:34:
Unterschiede beachten
Hi,

ich bin zwar kein USaner, allerdings denke ich, dass man das Christentum in den USA nicht mit dem in Deutschland vergleichen kann. Die Grundstimmung ist eine ganz andere. Würde dir jemand auf einen Nieser mit "Gott segne dich" antworten, würdest du ihn komisch anschauen - in den USA ist das normal. Dort ist das christliche viel mehr im Alltag verankert, wenn auch nicht immer ernsthaft sondern oberflächlich.

Gruß 
a. (anonym) antwortete am 6. Sep, 22:13:
@Matthias Dietrich

Also das Beispiel "bless you" hinkt ja ganz gewaltig. Das Idiom ist nicht etwa das Produkt amerikanischer Überreligiösität, sondern seit langen Zeiten im Vokabular ansässig und im täglichen Sprachgebrauch absolut sälularisiert, wenn man das so sagen kann. Vielleicht einfach einmal einen englischen Klassiker des 18. und 19. Jahrhunderts im Original lesen?

Zum Vergleich und beispielhaft angeführt seien: "Grüss Gott", "Gott sei Dank", "vergelt's Gott" und "um Gottes Willen" -- Unterschiede beachten? Bitte noch einmal versuchen...