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Nun die ausfuehrliche Version.

Es begann damit das wir von Kals/Osttirol zur Stuedlhuette auf ca. 2800 m aufgestiegen sind. Eine der schoensten hochalpinen Huetten die ich kenn.

Tag 1
Fuer den folgenden Tag war eine Tour zum eingewoehnen auf den 3508m hohen Romariswandkopf geplant. Eine nette Gletscherwanderung mit den Zielen, akklimatisieren, gehen am Seil, Steigeisen gehen, Gletscherspalten ueberwinden. Das hiess aufstehen um 05:00, Bergsteigerfruehstueck und los. Ich war zugegeben etwas unvorbereitet was die Anstrengungen in 3.000m Hoehe betraf. Schon kleine Steigungen verlangten mir ein Keuchen ab. Erstmals ueber den Gletscher zu wandern war ziemlich eindrucksvoll und gewaltig. Gletscherspalten mit 50m und mehr Tiefe haben eine starke Anziehungskraft. Auch traversieren im steilen Eis (mehr als 45 Grad) ist trotz Steigeisen, zumindest eine psychologische Herausforderung. Der erste 3.000er war im grossen und ganze gemuetlich und sehr nett.

Tag 2
Der Glockner ruft. Die Wetteraussichten waren gut, wir waren motiviert. Tagwache war um 04:30. Abmarsch um 05:15, mit etwas kleinen Augen. Leider war es noch etwas bewoelkt, schlechter als am Vortag. Von der Stuedlhuette ein ziemlich flotter und anspruchsvoller Gletscheranstieg zum Einstieg des Stuedlgrat. Gehzeit ca. 2 Std., bei ca. 500 Hoehenmeter. Wir haben ziemlich Gas gegeben weil das Wetter nicht optimal war. Ich war ziemlich fertig... Am Gletscher hoerten wir schon Hilferufe. Nicht ermutigend. Wenig spaeter sahen wir den Rettungshubschrauber der 2 Verunglueckte ausflog. Das Problem war, ueber Nacht hat es geschneit und ein verschneiter Stuedlgrat ist kein guter Stuedlgrat. Noch dazu sah das Wetter labil aus. Psychologisch sehr schlechte Voraussetzungen.
Es kam wie es kommen musste. In Absprache mit dem Bergfuehrer bliesen wir den Aufstieg ab. Enttaeuscht gings wieder runter zur Stuedlhuette. Langsam besserte sich das Wetter und wir wagten den Alternativaufstieg ueber den anderen Gletscher hinauf zur Adlersruhe auf 3400m.
Nach ca. 1 1/2 Stunden Wartezeit gab es ein Wetter fenster und wir wagten den Aufstieg.

Gipfelsieg
Zuerst gings das Glocknerleitl hinauf. Gletscherfeld, pickelhartes Eis und eine Hangneigung von knapp 35 Grad erforderten hohe Konzetration und Kraftaufwand und den Einsatz des Eispickels um die Steigeisen zu unterstuetzen.
Danach erfolgte ein relativ problemloser Aufstieg auf den Kleinglockner. Von dort gehts ein bissl runter zur beruehmten Pallavicini Rinne. Ein Uebergang, 10m lang, ca. 25cm breit und zu beiden Seiten gaehnt 750m Abgrund. Ein bisschen Herzklopfen und etwas unsicherer Schritte waren die Folge.
Auch die psychische Belastung kostet Kraft und ein 5+ im Klettergarten ist Spass gegen 3 im hochalpinen Gelaende. Wenige Augenblicke nach der Rinne war es soweit. Wir sahen das Kreuz, nur mehr wenige Schritte zum hoechsten Gipfel Oesterreichs.
Was ich dabei empfand kann ich kaum in Worte fassen, aber es war ein unglaublich schoenes und befriedigendes Gefuehl das ich nie vergessen werde. Gemeinsam mit meinem Dad und meinem Bruder dort oben zu stehen ist einmalig gewesen.

Abstieg
ca. 1 1/2 Stunden spaeter, es war inzwischen 17:30 sassen wir in der Aldersruhe bei einem Radler und freuten uns auf ein Abendessen. Ich war unheimlich gluecklich und noch nie haben Spagetthi Bolognese so gut geschmeckt. Am folgenden Morgen folgte ein gemuetlicher Abstieg nach Kals und die Heimfahrt.
Bergsteigen ist einfach fantastisch und wenn ich koennt waer ich schon morgen wiedr unterwegs....

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