Thomas (Gast) meinte am 29. Sep, 09:36:
Schwierig Schwierig
natürlich wärs schön gewesen wenn sich die grünen durch mehr "aggressivität" stimmenstärker posititionieren hätten können, aber wenn man den tatsachen ins auge sieht ist es nunmal so, dass ein österreichischer wahlkampf nicht mit themen geführt wird in denen die grünen mit kurzfristigen, schnellen lösungen punkten können. das ist wohl generell eines der größten probleme des grünen lagers. wer nicht mit plakativen populismus zuschlagen will/kann hats nunmal schwer sprunghafte wahlerfolge zu erreichen. dazu kommt noch, dass diesmal einige parteien angetreten sind, die (zumindest teilweise) auf dem gleichen spielfeld wie grün politik machen (lif, tierrechtsp, teilweise kpö).
wenn man dann auch noch die gemäßigteren wähler vertreibt indem man vermeintlich radikale tierschützer auf die liste nimmt (hier gabs aggressivität, allerdings in die falsche richtung) hat wirds noch schwerer. natürlich wars grundsätzlich gesehen nicht falsch ein derartiges signal zu senden, aber die kosten/nutzen rechnung hierbei wird wohl nicht aufgegangen sein.
Johannes (Gast) antwortete am 29. Sep, 10:16:
gerade das die grünen nicht immer in einer kosten/nutzen Rechnung denken, sondern zu ihren Grundsätzen stehen (zumindest in diesem Fall) ist ihnen hoch anzurechnen, andererseits wahrscheinlich ihr größtes Problem. Und wie es der Van der Bellen gestern gesagt hat: Vielleicht gibt es in diesem Land für Grüne Politik (wie die Grünen sie derzeit betreiben) nicht mehr Potential.bezüglich Jungwähler: An die Möglichkeit 'positiv ihre Zukunft in einer globalisierten Welt' zu gestalten glauben aus diversen Gründen immer weniger junge Menschen. Die kulturellen Unterschiede führen dazu das in Frankreich die Jugend ihre Vorstädte anzündet, und bei uns halt das X-erl bei den 'Protestparteien' gemacht wird. Aber für mich ist beides Ausdruck des hilf- und perspektivlosigkeit die heute viele junge menschen erleben. wen es nicht gelingt den glauben an die demokratie wiederzuerlangen ist das system bald im arsch. und das vielleicht garnicht zu unrecht.
Thomas (Gast) antwortete am 29. Sep, 11:07:
problematisch ist halt, dass man neue wähler(schichten) nicht, oder zumindest nur schwer, mit grundsatzaktionen erreichen kann. es kommt nun darauf an, ob man bereit ist einige punkte aufzugeben um so einen etwaige regierungsbeteiligung zu erreichen um in folge andere punkte durchzusetzen. natürlich ist dies nicht die feine art, aber mit genügend fingerspitzengefühl hätte man so bestimmt den ein, oder anderen prozentpunkt mehr erhalten können. mir ist natürlich klar, dass deartige strategien gut überlegt sein müssen und dass man hier keinesfalls aus der hüfte schießen darf á la faymann und eu.uneigeschränkt gutheißen könnte man solch ein verhalten natürlich auch nicht, aber in diesem fall hätte ich es durchaus vorgezogen um die absehbar erfolgreichen rechten zumindest etwas in die schranken zu weisen.
mit glasklarer ehrlichkeit ist in einer heutigen demokratie nunmal leider nicht viel zu gewinnen...
Sierra antwortete am 29. Sep, 14:19:
ein wenig mehr pragmatismus um der gestaltungsmöglichkeit willen! das ist das was ich mir wünschen würde ... aber ich geb dir recht, keine einfache gratwanderung.
