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Vor kurzem ging eine Bank mit sperrigem Namen in Österreich an den Start - Die Kaupthing Bank. Wer weiß ob sich die österreichische Werbeagentur St Stephens über diesen Etat noch freuen kann? Man wirbt mit dem Slogan:

Wir können Ihnen keinen Kaffee anbieten. Aber 4,85% Zinsen
Die Kaupthing Bank beschreibt sich selbst:

Die Kaupthing Bank war in den vergangenen Jahren eine der am schnellsten wachsenden Finanzgruppen Europas. Ermöglicht wurde die Expansion der Bank durch solides organisches Wachstum und eine Anzahl strategischer Übernahmen.

Kaupthing-Bank-Kapitalflucht

Dieses schön konstruierte Bild gerät ins Wanken angesichts der katastrophalen Situation vor der der isländische Staat aktuell steht und worüber die Weltwirtschaftspresse geschlossen schreibt:

Alles oder nichts: Nach diesem Motto versucht die isländische Regierung die dramatische Krise des Finanzsystems des kleinen Landes doch noch abzuwenden (...) Der größte Finanzdienstleister auf Island, Kaupthing, erhielt eine Finanzspritze in Höhe von 500 Mio. Euro.
so schreibt das Handelsblatt in Deutschland.

Die Ratingagentur Fitch hat das Kreditrating von Kaupthing am gestrigen Dienstag herabgestuft und die übrigen Bonitätsstufen auf negativen Ausblick gestellt.
schreibt derStandard.at am 1. OKT

Marktführer Kaupthing bestreitet, dass er ebenfalls vor einer Staatsübernahme stehe. Für die Anlagen österreichischer Sparer, die sich von Kaupthings Hochzinsangeboten locken ließen, gilt übrigens noch die alte isländische Garantie: Deren Einlagen sind demnach mit bis zu 20.887 Euro gesichert.
schreibt diePresse.com am 7. OKT.

Die Krise in Island scheint also hausgemacht:

Denn Island hat die kleinste selbstständige Währung der Welt und den im Vergleich zum Bruttosozialprodukt größten Finanzsektor, und das ist keine günstige Kombination in Krisenzeiten. (...) Dabei war es die Liberalisierung des Bankenwesens in den Neunzigerjahren, die der Branche einen beispiellosen Aufschwung brachte. Die Großbanken expandierten mit aggressiver Kreditpolitik ins Ausland. Heute ist ihr Geschäftsvolumen zehnmal so groß wie Islands Sozialprodukt. „In einem großen Land wären sie zu groß, um pleitegehen zu können. In Island sind sie zu groß, als dass der Staat sie retten kann“, stellte die Zeitung „Aftenposten“ fest.
Und wie so oft haben in guten Zeiten die Unternehmen die Gewinne eingesackt, während nun die Verluste am Rande des drohenden Bankrotts gerne sozialisiert werden.

Interessant in Zeiten wie diesen ist auch die Tatsache, dass die Website der Kaupthing Bank in Österreich ein reiner Informationsfolder ist. Kommuniziert wird nicht. Auch nicht angesichts des katastrophalen Umfelds - anscheinend besteht kein Bedarf, sondern es wird weiter Werbung für 4,85% Zinsen gemacht ...

Somit schließen wir mit den Worten des isländischen Ministerpräsidenten Haarde: Gott segne Island.

Update 09.10.2008 um 18:33:

Der liebe Gott scheint kein Mitleid zu haben, denn folgendes sind die neuesten infos:

Am Donnerstag kam der Paukenschlag: Die Regierung hat mit Kaupthing auch die letzte der drei isländischen Großbanken verstaatlicht. Einarsson und seine Manager wurden gefeuert. Die Finanzinspektion hat die Führung der Großbank übernommen. Isländischen Kunden garantiert man die Einlagen zu hundert Prozent. Inwieweit diese auch für die deutschsprachigen Raum garantiert werden könne, ließ Sprecherin Raquel Díaz offen. "Wir können zurzeit einfach nichts darüber sagen" , erklärte sie. (...)

Damit Gelder, die bei Auslandstöchtern von Kaupthing liegen, nicht verschoben werden können, haben die Finanzmarktaufsichten in Österreich, Deutschland und Finnland die lokalen Kaupthing-Konten eingefroren. Kunden können daher im Moment weder Konten eröffnen noch auf ihre Einlagen zugreifen.

es handelt sich angeblich um rund 200 bis 300 Sparer mit insgesamt rund EUR 3 Mio Einlagen.

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