Wieder mal interessantes Futter von Don Alphonso der der Frage nachgeht warum Jamba Six Apart kaufen wird. [via Roell]
Wieder mal nicht uninteressant, die Gedanken die er sich macht...
...Und ganz allgemein traut man als Philantrop den aufgeklärten Bloggern eher nicht zu, hirnlose Konsumdeppen zu sein, die sich an fickenden Krokodilen oder ähnlichem aufgeilen können - jaha, denkste, schon mal bei 20six und myblog quergelesen?
Und das ist der Punkt,
an dem Jamba ins Spiel kommt. Überraschenderweise genau dort, wo man die Nervtöter nicht erwarten würde: Bei den vielen Millionen Blogs in den USA, die von Teenagern betrieben werden, und die nur eine Handvoll Leser haben. Diese, übernehmen wir mal die US-Bezeichnung, C-List-Blogger gelten allgemein als unbedeutend. Sie haben keine Reichweite, keinen Einfluss, und ausserhalb ihres engsten Umfelds auch keinerlei Bedeutung. Es ist ganz hartes Brot, aus diesen winzigen Zirkeln und Grüppchen ein Geschäftsmodell zu entwickeln, denn eigentlich sind das nur ein paar Teenager, die zusammenstehen und quatschen.
Hm, erstens sind die sogenannten C-Blogger die für jemanden im "Weblog Business" (wenns das gibt?) das interessanteste. Denn das ist Massenmarkt, das skaliert, alles andere ist Greißlerei. Und wer bestimmt was bullshit ist und was nicht. Wer bestimmt Relevanz? Die Medien sinds in Zukunft nicht mehr... Geht mehr in Richtung Schwarmtheorien und ähnliches. Das gilt für die Entwicklungen auf der Meta Ebene. Nicht im kleinen. Was so ein einzelner schreibt ist für 99,9% Bullshit aber für die 10 Leute in seinem Umfeld hochrelevant. Das heißt, Paradigma 1:
Relevanz wird durch Nähe definiert
Und was die Geschäftsmodelle angeht. Mit diesen kleinsten granularen Einheiten lässt sich sehr gut Business machen wie es Amazon zeigt, die überdurchschnittlich viel mit den obskuren Titeln verdienen.
Flashback: Erinnert sich noch jemand an unser aller Schulzeit? Da gab es diese Heftchen, in die man Sammelbilder einkleben konnte. Natürlich musste man die in Tüten kaufen, man bekam nie alle zusammen, hatte viele davon übrig und musste wie blöd tauschen, um diese bescheuerten Hefte vollzukriegen. Wenn in einer Clique zwei damit angefangen haben, haben sie in der Pause nichts anderes gemacht - solange, bis es den anderen zu blöd wurde und sie ebenfalls damit begonnen haben. Flashback Ende.
Klar bei guten Projekten gehts primär immer um das Bedürfnis und nicht um die Technologie - das ist das Problem, wenn (nur) Techniker eine Produktentwicklung machen (am besten sollten Soziologen und Ethnologen machen). Who the .... cares about technology? Und das Grundbedürfnis in diesem Fall ist bei pubertierenden Kindern, Indivdualisierung, Abgrenzung, soziale Rangordnung und Status - früher haben die Jungs sich geprügelt, heute zieht man das Handy...
soweit so klug.
Denn bei vielen jungen Leuten verdrängt das Netz mehr und mehr das Fernsehen als Komminikationskanal. Natürlich läuft die Glotze und MTV noch nebenbei, wie manchmal auch das Radio, aber die Kommunikation, die die Aufmerksamkeit erfordert, neudeutsch Awareness, geht ins Internet. Und dort wiederum in das Lesen von Blogs, die in den USA gerade bei der jungen Kernzielgruppe von Jamba weitgehend deckungsgleich mit den Livejournals sind. Aus Sicht von Jamba sind das nicht ein paar Millionen unsichere Kundenbeziehungen, die schnell vorbei sein können, was Blogs aus der Sicht des Investors nach den Erfahrungen mit Emails in der New Economy sind. Für Jamba ist es der direkte Zugang zum virtuellen Schulhof;
Die treffendste Beobachtung. Das Internet etabliert sich/ist das neue Leitmedium, je nach Zielgruppe/Bevölkerungsschicht. Die Menschen leben mit einem Google Mindset und integrieren das Web als Alltagsmedium und Primärmedium.
Und wir leben in einer Aufmerksamkeitsökonomie - Permanent von Informationen überflutet steigt die Herausforderung mit seiner Message im Kopf des Kunden/der Zielgruppe präsent zu sein. Daraus lässt sich Paradigma 2 ableiten:
Präsenz bedeutet Existenz
Nur wird Präsenz schon heute und in Zukunft immer stärker anders definiert. Früher über Print/TV/Radio/Direkt, heute immer mehr übers web(nicht nur! sondern immer mehr...).
Allein deshalb wird Jamba Six Apart kaufen - ganz abgesehen von weiteren mobilen Zusatzangeboten - dazu dann im nächsten Teil mehr. Da bringt es auch nichts, wenn Mena Trott will, dass man ihr vertraut. Vergesst Mena, gewöhnt Euch an die Samwers.
ich denke die Trotts sind nicht so naiv und so weit weg wie man anscheinend glaubt. Die unterscheiden sich von europäischen Gründern/Unternehmern durch ein amerikanisches Spezifikum - man weiß was man kann. Und für den Rest holt man die richtigen Leute. Gründer bei uns wollen immer an die Börse und CEO sein - Schwachsinn. Mach dein Ding, entwickle die Vision, treibe die Innovation und hol dir einen Pro zur Operationalisierung, wenn du die finanziellen Mittel dazu hast. Genau das hat Six Apart gemacht und das werden Sie weiter tun....
Leider fehlt mir die Zeit um noch mehr drüber nachzudenken, aber das kommt am Abend... Bin gespannt auf andere Meinungen.
Wieder mal nicht uninteressant, die Gedanken die er sich macht...
...Und ganz allgemein traut man als Philantrop den aufgeklärten Bloggern eher nicht zu, hirnlose Konsumdeppen zu sein, die sich an fickenden Krokodilen oder ähnlichem aufgeilen können - jaha, denkste, schon mal bei 20six und myblog quergelesen?
Und das ist der Punkt,
an dem Jamba ins Spiel kommt. Überraschenderweise genau dort, wo man die Nervtöter nicht erwarten würde: Bei den vielen Millionen Blogs in den USA, die von Teenagern betrieben werden, und die nur eine Handvoll Leser haben. Diese, übernehmen wir mal die US-Bezeichnung, C-List-Blogger gelten allgemein als unbedeutend. Sie haben keine Reichweite, keinen Einfluss, und ausserhalb ihres engsten Umfelds auch keinerlei Bedeutung. Es ist ganz hartes Brot, aus diesen winzigen Zirkeln und Grüppchen ein Geschäftsmodell zu entwickeln, denn eigentlich sind das nur ein paar Teenager, die zusammenstehen und quatschen.
Hm, erstens sind die sogenannten C-Blogger die für jemanden im "Weblog Business" (wenns das gibt?) das interessanteste. Denn das ist Massenmarkt, das skaliert, alles andere ist Greißlerei. Und wer bestimmt was bullshit ist und was nicht. Wer bestimmt Relevanz? Die Medien sinds in Zukunft nicht mehr... Geht mehr in Richtung Schwarmtheorien und ähnliches. Das gilt für die Entwicklungen auf der Meta Ebene. Nicht im kleinen. Was so ein einzelner schreibt ist für 99,9% Bullshit aber für die 10 Leute in seinem Umfeld hochrelevant. Das heißt, Paradigma 1:
Relevanz wird durch Nähe definiert
Und was die Geschäftsmodelle angeht. Mit diesen kleinsten granularen Einheiten lässt sich sehr gut Business machen wie es Amazon zeigt, die überdurchschnittlich viel mit den obskuren Titeln verdienen.
Flashback: Erinnert sich noch jemand an unser aller Schulzeit? Da gab es diese Heftchen, in die man Sammelbilder einkleben konnte. Natürlich musste man die in Tüten kaufen, man bekam nie alle zusammen, hatte viele davon übrig und musste wie blöd tauschen, um diese bescheuerten Hefte vollzukriegen. Wenn in einer Clique zwei damit angefangen haben, haben sie in der Pause nichts anderes gemacht - solange, bis es den anderen zu blöd wurde und sie ebenfalls damit begonnen haben. Flashback Ende.
Klar bei guten Projekten gehts primär immer um das Bedürfnis und nicht um die Technologie - das ist das Problem, wenn (nur) Techniker eine Produktentwicklung machen (am besten sollten Soziologen und Ethnologen machen). Who the .... cares about technology? Und das Grundbedürfnis in diesem Fall ist bei pubertierenden Kindern, Indivdualisierung, Abgrenzung, soziale Rangordnung und Status - früher haben die Jungs sich geprügelt, heute zieht man das Handy...
soweit so klug.
Denn bei vielen jungen Leuten verdrängt das Netz mehr und mehr das Fernsehen als Komminikationskanal. Natürlich läuft die Glotze und MTV noch nebenbei, wie manchmal auch das Radio, aber die Kommunikation, die die Aufmerksamkeit erfordert, neudeutsch Awareness, geht ins Internet. Und dort wiederum in das Lesen von Blogs, die in den USA gerade bei der jungen Kernzielgruppe von Jamba weitgehend deckungsgleich mit den Livejournals sind. Aus Sicht von Jamba sind das nicht ein paar Millionen unsichere Kundenbeziehungen, die schnell vorbei sein können, was Blogs aus der Sicht des Investors nach den Erfahrungen mit Emails in der New Economy sind. Für Jamba ist es der direkte Zugang zum virtuellen Schulhof;
Die treffendste Beobachtung. Das Internet etabliert sich/ist das neue Leitmedium, je nach Zielgruppe/Bevölkerungsschicht. Die Menschen leben mit einem Google Mindset und integrieren das Web als Alltagsmedium und Primärmedium.
Und wir leben in einer Aufmerksamkeitsökonomie - Permanent von Informationen überflutet steigt die Herausforderung mit seiner Message im Kopf des Kunden/der Zielgruppe präsent zu sein. Daraus lässt sich Paradigma 2 ableiten:
Präsenz bedeutet Existenz
Nur wird Präsenz schon heute und in Zukunft immer stärker anders definiert. Früher über Print/TV/Radio/Direkt, heute immer mehr übers web(nicht nur! sondern immer mehr...).
Allein deshalb wird Jamba Six Apart kaufen - ganz abgesehen von weiteren mobilen Zusatzangeboten - dazu dann im nächsten Teil mehr. Da bringt es auch nichts, wenn Mena Trott will, dass man ihr vertraut. Vergesst Mena, gewöhnt Euch an die Samwers.
ich denke die Trotts sind nicht so naiv und so weit weg wie man anscheinend glaubt. Die unterscheiden sich von europäischen Gründern/Unternehmern durch ein amerikanisches Spezifikum - man weiß was man kann. Und für den Rest holt man die richtigen Leute. Gründer bei uns wollen immer an die Börse und CEO sein - Schwachsinn. Mach dein Ding, entwickle die Vision, treibe die Innovation und hol dir einen Pro zur Operationalisierung, wenn du die finanziellen Mittel dazu hast. Genau das hat Six Apart gemacht und das werden Sie weiter tun....
Leider fehlt mir die Zeit um noch mehr drüber nachzudenken, aber das kommt am Abend... Bin gespannt auf andere Meinungen.
smarts meinte am 1. Mrz, 13:56:
weiter drüber nachdenken klingt nach einer hervorragenden und bestimmt abendfüllenden beschäftigung ;-). dann mach dir doch auch gleich gedanken über die wertschöpfungskette dieser zukunftsweisenden (?) kombination einer blogger-community mit den jambas dieser welt und wieviel dieser kette man gerne selber bedienen würde....
