blundstone meinte am 14. Mrz, 17:13:
hmm..
hallo dieter!ein haiku ist eine besondere kunstform, bei der es nicht hauptsächlich um das konstruieren eines naturbildes geht (es geht nie wirklich um die natur, sondern um dessen aussage), das wiederum als eine metapher fungiert. in haikus, und das ist meine persönliche beobachtung (ich lese sie sehr gerne und kann dazu zwei ausgezeichnete bände empfehlen), geht es vielmehr um die interpretation dessen, was an emotionalen zuständen und bildern in einem erzeugt wird als das, was da tatsächlich steht. möglichst viel an aussage und bedeutung in drei (oft auch vier) zeilen zu verpacken, erfordert eine ganz andere art von können. ich verwehre mich dagegen, dass haiku bloß auf "naturbeobachtungen" reduziert werden. sie sind zudem viel älter als "400 jahre vor der fotografie", und haben sich aus älteren, ähnlichen poesieformen entwickelt, weg von der lyrik und langatmigkeit der chinesischen dichtung (die einen starken einfluss auf die japanische hatte) hin zu kurzen, knappen, bedeutungsschwangeren kurzversen (die sich nicht reimen).
..auf der 404 seite meiner hp hab' ich zB ein haiku, das wie folgt klingt:
a short 404 haiku
I ate your Web page.
Forgive me. It was juicy
And tart on my tongue.
Sierra antwortete am 16. Mrz, 10:11:
wow, cool. ich dachte nicht, dass ich leute kenne die sich so intensiv mit haikus beschäftigen! bez. der empfohlenen bände - beim nächsten meeting bitte!
