Unglaubliches passierte bei der führenden österreichischen Heimwerker Kette, bauMax:
Ein Blockhaus der Baumarktkette bauMax sorgt für Aufregung: Im Produktkatalog für 2005, Seite 139 unten, wird das Blockbohlenhaus "Mauthausen" beworben. Das Unternehmen sprach nach Protesten von einem schrecklichen Fehler, nannte die Hütte in "Freistadt" um und will der KZ-Gedenkstätte Mauthausen spenden, berichten die "Salzburger Nachrichten" (SN) in ihrer Dienstag-Ausgabe.
Wieso man auf die Idee kam, ein Produkt nach dem Standort eines Konzentrationslagers zu benennen, in dem unter den Nazis zehntausende Menschen ermordet wurden, konnte in der Konzernführung niemand erklären. "Das ist irgendwie in den Katalog gerutscht. Ein schrecklicher Fauxpas", räumte Sprecherin Monika Vogelgruber ein. "Alle sind über diesen Fehler tief betroffen."
via KLZ Online
Auf der Website von Baumax gab es zum Zeitpunkt des Postings noch keine Stellungnahme.
Das Unternehmen verlautbart weiters:
Einstampfen will bauMax die Kataloge aber nicht. Auch sei ein Übermalen oder Abkleben der Seite logistisch nicht möglich. "Aber wir betreiben jetzt intensive geschichtliche Aufklärungsarbeit mit unseren Mitarbeitern, damit sie sich der historischen Bedeutung dieses Ortes bewusst werden
d.h. es gibt keinen Verantwortlichen, sondern allgemein, die Mitarbeiter als "anonyme Masse" haben sichtlich zu wenig Geschichtsbewusstsein?
Weiters:
Neben den Stapeln, wo die Kataloge zur freien Entnahme in den Geschäften lagern, werden Hinweisschilde angebracht. Darauf soll das Problem angesprochen werden. Auch soll die KZ-Gedenkstätte Mauthausen eine finanzielle Spende von bauMax erhalten. In einem Rundschreiben von Holz-Einkaufsleiter Eric Frauenberger an die Filialen heißt es, Artikel Nr. 3189153 müsse "wegen namensrechtlicher Probleme" umbenannt werden. Die Hütte heiße jetzt "Freistadt".
Achso, wegen namensrechtlicher Probleme also? Im großen und ganzen ein ziemliches PR Desaster, wo man bisher gerade in dem Medium, wo man rasch und umfassend seinen Standpunkt darlegen könnte und Probleme ansprechen und aufklären könnte, nicht reagiert. Aber dafür gibts dann wohl eine Presseaussendung an den Journalistenverteiler...
UpDate:
Es wird noch besser, derStandard.at berichtet:
"Noch dazu ist die Hütte im typischen Vierziger-Jahre-Stil gehalten", sagte Gerold Gruber vom Verein Kulturfreistatt Salzburg, dem die Namensgebung aufgefallen war. "Ein Kollege und ich haben am Informationsschalter der Bergheimer Filiale nachgefragt, was das soll. Der junge Mann hat grinsend gesagt, das sei eben das ,Gas-Haus'", so Gruber in den SN.
Ein Blockhaus der Baumarktkette bauMax sorgt für Aufregung: Im Produktkatalog für 2005, Seite 139 unten, wird das Blockbohlenhaus "Mauthausen" beworben. Das Unternehmen sprach nach Protesten von einem schrecklichen Fehler, nannte die Hütte in "Freistadt" um und will der KZ-Gedenkstätte Mauthausen spenden, berichten die "Salzburger Nachrichten" (SN) in ihrer Dienstag-Ausgabe.
Wieso man auf die Idee kam, ein Produkt nach dem Standort eines Konzentrationslagers zu benennen, in dem unter den Nazis zehntausende Menschen ermordet wurden, konnte in der Konzernführung niemand erklären. "Das ist irgendwie in den Katalog gerutscht. Ein schrecklicher Fauxpas", räumte Sprecherin Monika Vogelgruber ein. "Alle sind über diesen Fehler tief betroffen."
via KLZ Online
Auf der Website von Baumax gab es zum Zeitpunkt des Postings noch keine Stellungnahme.
Das Unternehmen verlautbart weiters:
Einstampfen will bauMax die Kataloge aber nicht. Auch sei ein Übermalen oder Abkleben der Seite logistisch nicht möglich. "Aber wir betreiben jetzt intensive geschichtliche Aufklärungsarbeit mit unseren Mitarbeitern, damit sie sich der historischen Bedeutung dieses Ortes bewusst werden
d.h. es gibt keinen Verantwortlichen, sondern allgemein, die Mitarbeiter als "anonyme Masse" haben sichtlich zu wenig Geschichtsbewusstsein?
Weiters:
Neben den Stapeln, wo die Kataloge zur freien Entnahme in den Geschäften lagern, werden Hinweisschilde angebracht. Darauf soll das Problem angesprochen werden. Auch soll die KZ-Gedenkstätte Mauthausen eine finanzielle Spende von bauMax erhalten. In einem Rundschreiben von Holz-Einkaufsleiter Eric Frauenberger an die Filialen heißt es, Artikel Nr. 3189153 müsse "wegen namensrechtlicher Probleme" umbenannt werden. Die Hütte heiße jetzt "Freistadt".
Achso, wegen namensrechtlicher Probleme also? Im großen und ganzen ein ziemliches PR Desaster, wo man bisher gerade in dem Medium, wo man rasch und umfassend seinen Standpunkt darlegen könnte und Probleme ansprechen und aufklären könnte, nicht reagiert. Aber dafür gibts dann wohl eine Presseaussendung an den Journalistenverteiler...
UpDate:
Es wird noch besser, derStandard.at berichtet:
"Noch dazu ist die Hütte im typischen Vierziger-Jahre-Stil gehalten", sagte Gerold Gruber vom Verein Kulturfreistatt Salzburg, dem die Namensgebung aufgefallen war. "Ein Kollege und ich haben am Informationsschalter der Bergheimer Filiale nachgefragt, was das soll. Der junge Mann hat grinsend gesagt, das sei eben das ,Gas-Haus'", so Gruber in den SN.
boomerang meinte am 27. Apr, 11:30:
hmm, die geschichte war ja schon mal vor 14 tagen im kurier oder sonst wo zu lesen.der "gashaus"-sager ist aber heftig.
aber bei all dem geschichtsbewusstsein denk ich mir, dass man nicht unbedingt überreagieren soll.
auf der ortstafel des ortes steht doch auch "mauthausen", oder nicht? der ortsname ist doch wohl kein verbotener begriff.
eine holzhütte "mauthausen" zu benamsen zeugt von wenig sensibilität, das ist klar - ich hätt´ mir auch einen anderen namen einfallen lassen.
Sierra antwortete am 27. Apr, 14:25:
vor 14 tagen? soweit ich weiß erst vor 3 tagen erstmals in den Salzburger Nachrichten. Und ja, Mauthausen ist eine Ortschaft in Österreich - aber trotzdem ist es für ein Unternehmen wie bauMax, das allein ob seiner Größe eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung trägt ein ziemlicher fauxpas. Fehler können immer passieren - die Frage ist eher, wie man damit umgeht.
boomerang antwortete am 27. Apr, 14:54:
´s war dann doch "die presse": http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?id=474304
Stefan (Gast) antwortete am 1. Okt, 20:16:
Baumax ist sehr gut damit umgegangen damit, nicht ohne sich mit Worten einzulassen haben sie gleich den Namen geändert und genau ist dies kein verbotener Name.
minirich meinte am 27. Apr, 17:14:
Was soll die aufregung?
Wollen wir jetzt auch den Ort Mauthausen umbenennen.Ich sehe daran keine problem ein Gartenhaus nach einem Ort zu benennen, der leider eine unerfreuliche Geschichte hat.
Es mokiert sich ja auch keiner in den Türkenschanzpark zum Relaxen zu gehen, und dort sind ein paar tausend Türken bei der Befreiung von Wien gestorben. Oder störts wen?
Irgendwo muß man schon eine Grenze ziehen. Und mit dem Haus wäre die Erinnerung an das geschehene immer präsent, und der eine oder andere würde keine blöden Bemerkungen ala 'Gas-Haus' machen.
wayne (Gast) meinte am 4. Sep, 11:45:
gas-haus
bin erst jetzt über den eintrag gestolpert. erwähnenswert wäre vielleicht, dass der markt-mitarbeiter deshalb gas-haus gesagt hat, weil der hersteller die firma gass ist.
wayne (Gast) antwortete am 5. Sep, 10:10:
der link der firma ist:http://www.gass.at/
das haus ist allerdings nimmer online, nehme mal an, die haben ein verändertes sortiment.
NOA (Gast) meinte am 1. Dez, 15:13:
Das Haus hieß eben Gas-Haus weil die Firma die dieses Haus erzeugt die Frima Gas ist!!!
