Ich hab mir soeben ein Spiel der HLA angesehen. Telekom Margareten vs. HC Linz. Handball, ein Sport den ich geliebt habe wie keinen anderen, den ich dann gehasst habe und der mich jetzt nur noch sentimental macht.
Sehr komisches Gefuehl das ich hatte. Es hat wahrscheinlich vor allem damit zu tun, dass ich Handball, diesen absoluten Randsport, mehr als 10 Jahre leistungsmaessig betrieben habe. Und das gar nicht schlecht. Ich kann zumindest behaupten, dass ich ganze 3 mal oesterreichischer Staatsmeister geworden bin. Wie bei allem was ich tue, war ich auch beim Handballspielen extrem ehrgeizig. Und dadurch oftmals ungerecht. Ich weiss noch ziemlich genau, dass fuer mich nur dann alles in Ordnung war, wenn wir gewonnen haben. Wenn nicht, war Krisenstimmung angesagt. Damals wurde mir das erste mal bewusst, dass ich mit Niederlagen eigentlich nicht umgehen kann.
Ich war nach fast jedem Spiel heiser und waehrend des Spiels ging ich jedes erdenkliche Risiko ein. Ich waere nie auf die Idee gekommen, dass ich mich schwer verletzen koennte. Sonderbarerweise hab ich mich nie ernsthaft verletzt. Und das obwohl ich mehr als einmal mit Spielern die 20kg mehr als ich hatten in vollem Tempo zusammengekracht bin. Ich war Tormann. Viele sagen, das sei der duemmste Job. Baelle kommen mit bis zu 150km/h auf einen zu und man kann sich nur am Ball abreagieren. Im Laufe meiner Karriere bekam ich einen ganzen Haufen Baelle ins Gesicht. Angenehm wars nie, aber der Adrenalinschub, ausgeloest durch Agression und Schmerz bleibt unerreicht.
Irgendwann zeigte sich dann, dass ich nicht wirklich zum Spitzenspieler geboren war. Ich bin zu klein, nicht bullig genug. Als Tormann ist man besser ueber 190cm und hat mehr als 90kg. Naja, als mir das bewusst wurde, gings langsam bergab. Entweder Spitze, oder ich lass es bleiben (ueber kurz oder lang). Ich konnte mich nicht mehr motivieren. In der Jugend hats noch gereicht, so mit 19-20 trennt sich die Spreu vom Weizen. Diesmal war ich bei der Spreu. Das hat mir lange genug zu schaffen gemacht.
Ich hab dann auch wegen Langzeitfolgen aufgehoert. Meine Ellbogen sind im Eimer. Aber zum Hobbyspielen haetts gereicht. Das wollte ich nie. Am Wochenende mit ein paar Bierbaeuchigen sich zum Deppen machen. Nicht wirklich. Dann lieber was anderes.
Wenn ich mir heute Spiele ansehe ist es eigenartig. Wer spielt noch in der ersten oesterreichischen Liga? Alles Leute die ich kenne. Entweder Leute die damals schon spielten als ich U21 war. Oder Leute die 3-7 Jahre juenger sind als ich. Oder die, die mit mir gespielt haben und weitaus weniger Talent als ich hatten. Ja! die Loser von damals. Man merkt, dass nicht Talent, sondern Durchhaltevermoegen den Durchbruch schafft.
Ok, ein paar gute Leute von damals sind auch noch dabei. Zum Beispiel ein liebenswerter Kerl, ehemaliger Mitspieler von mir, den sie Faxe nennen. Da gaebs viele aufzuzaehlen....Aber ich kann erzaehlen, dass ich mit Viktor Szilagyi zusammengespielt hab - 1 Jahr gemeinsam trainiert, gespielt, gewonnen, verloren. Jahrelang haben wir gegeneinander gespielt (ich hab oefter verloren), dann ein Jahr zusammen, und dann haben sich unsere Wege getrennt. Ich hab mit Handball aufgehoert und er wurde Nationalteamspieler und gutbezahlter Legionaer in Deutschland. So unterschiedlich sind Geschichten...
Sehr komisches Gefuehl das ich hatte. Es hat wahrscheinlich vor allem damit zu tun, dass ich Handball, diesen absoluten Randsport, mehr als 10 Jahre leistungsmaessig betrieben habe. Und das gar nicht schlecht. Ich kann zumindest behaupten, dass ich ganze 3 mal oesterreichischer Staatsmeister geworden bin. Wie bei allem was ich tue, war ich auch beim Handballspielen extrem ehrgeizig. Und dadurch oftmals ungerecht. Ich weiss noch ziemlich genau, dass fuer mich nur dann alles in Ordnung war, wenn wir gewonnen haben. Wenn nicht, war Krisenstimmung angesagt. Damals wurde mir das erste mal bewusst, dass ich mit Niederlagen eigentlich nicht umgehen kann.
Ich war nach fast jedem Spiel heiser und waehrend des Spiels ging ich jedes erdenkliche Risiko ein. Ich waere nie auf die Idee gekommen, dass ich mich schwer verletzen koennte. Sonderbarerweise hab ich mich nie ernsthaft verletzt. Und das obwohl ich mehr als einmal mit Spielern die 20kg mehr als ich hatten in vollem Tempo zusammengekracht bin. Ich war Tormann. Viele sagen, das sei der duemmste Job. Baelle kommen mit bis zu 150km/h auf einen zu und man kann sich nur am Ball abreagieren. Im Laufe meiner Karriere bekam ich einen ganzen Haufen Baelle ins Gesicht. Angenehm wars nie, aber der Adrenalinschub, ausgeloest durch Agression und Schmerz bleibt unerreicht.
Irgendwann zeigte sich dann, dass ich nicht wirklich zum Spitzenspieler geboren war. Ich bin zu klein, nicht bullig genug. Als Tormann ist man besser ueber 190cm und hat mehr als 90kg. Naja, als mir das bewusst wurde, gings langsam bergab. Entweder Spitze, oder ich lass es bleiben (ueber kurz oder lang). Ich konnte mich nicht mehr motivieren. In der Jugend hats noch gereicht, so mit 19-20 trennt sich die Spreu vom Weizen. Diesmal war ich bei der Spreu. Das hat mir lange genug zu schaffen gemacht.
Ich hab dann auch wegen Langzeitfolgen aufgehoert. Meine Ellbogen sind im Eimer. Aber zum Hobbyspielen haetts gereicht. Das wollte ich nie. Am Wochenende mit ein paar Bierbaeuchigen sich zum Deppen machen. Nicht wirklich. Dann lieber was anderes.
Wenn ich mir heute Spiele ansehe ist es eigenartig. Wer spielt noch in der ersten oesterreichischen Liga? Alles Leute die ich kenne. Entweder Leute die damals schon spielten als ich U21 war. Oder Leute die 3-7 Jahre juenger sind als ich. Oder die, die mit mir gespielt haben und weitaus weniger Talent als ich hatten. Ja! die Loser von damals. Man merkt, dass nicht Talent, sondern Durchhaltevermoegen den Durchbruch schafft.
Ok, ein paar gute Leute von damals sind auch noch dabei. Zum Beispiel ein liebenswerter Kerl, ehemaliger Mitspieler von mir, den sie Faxe nennen. Da gaebs viele aufzuzaehlen....Aber ich kann erzaehlen, dass ich mit Viktor Szilagyi zusammengespielt hab - 1 Jahr gemeinsam trainiert, gespielt, gewonnen, verloren. Jahrelang haben wir gegeneinander gespielt (ich hab oefter verloren), dann ein Jahr zusammen, und dann haben sich unsere Wege getrennt. Ich hab mit Handball aufgehoert und er wurde Nationalteamspieler und gutbezahlter Legionaer in Deutschland. So unterschiedlich sind Geschichten...
foolosophy meinte am 25. Okt, 21:16:
mein lieblingssport... den ich oft vermisse. und mit dem ich vorwiegend schöne erinnerungen verbinde. trotz der blauen knie.fooly (rückraum links)
foolosophy antwortete am 25. Okt, 21:39:
angefangen hab ich so mit acht. damals mussten meine freundin und ich noch mit den "doofen jungs" zusammenspielen und haben regelmäßig nach den spielen gejammert, weil wir nie den ball bekamen. später ging's dann. ;-) das höchste war verbandsliga - so gut wie du war ich nämlich nicht. vor zwei jahren hab ich dann aus zeitgründen aufgehört. eigentlich schade.
Sierra antwortete am 25. Okt, 21:43:
ich kann mir ja unter verbandsliga nix vorstellen. wir haben die ganzen jugenligen und dann bei den erwachsenen, die landesliga (3. Liga), die bundesliga (2. Liga) und die Staatsliga A oder nun Handball Liga Austria (1. Liga). Die erste hab ich auch nur in der U21 geschafft....Aber ich kann mich erinnern gegen ein paar deutsche Mannschaften gespielt zu haben. Sogar gegen Vfl Gummersbach, von denen hab ich noch den Wimpel daheim ;-)
foolosophy antwortete am 25. Okt, 21:47:
verbandsliga ist bei uns die fünfte liga. und der vfl gummersbach ist immer noch einer meiner lieblingsvereine, weil sozusagen "nebenan". war früher oft dort und hab den kretzschmar bewundert. :-)
suna meinte am 26. Okt, 12:33:
schwierig
das zählt vielleicht zu den schwierigsten dingen überhaupt, zu realisieren, dass man nie der/die beste in etwas sein wird, so sehr man es sich auch wünscht und so hart man auch daran arbeitet.
