Unter diesem Schlagwort wurde ich kürzlich von einem Journalisten mit einigen Fragen konfrontiert, die mir zwar nicht neu sind, aber doch in der Form wieder speziell. In die Beantwortung habe ich dann doch mehr Zeit und Energie gesteckt als gedacht:
wie kann der einzelne user sich absichern bzw seine interneterscheinung ins rechte licht rücken?
Das Internet ist ein sozialer Raum, so wie jeder andere soziale Raum auch. Als Menschen (=soziale Wesen, socius lateinisch = gemeinsam, verbunden, verbündet) ist der Drang nach Verbundenheit das natürlichste der Welt. Digital Immigrants streben nach sozialen Verbindungen offline.
Digital Natives (vereinfacht: Menschen die nach 1980 geboren wurden, mit digitalen Medien aufgewachsen) suchen soziale Verbindungen in allen sozialen Räumen die Ihnen natürlich erscheinen, da gehört auch das Internet dazu. Täglich gibt es ca. 2 Milliarden Suchanfragen in Google - um hier präsent zu sein, muß man aktiv Inhalte im Internet managen. In Profilen, Foren, Blogs, Social networks, etc. Ein aktives bebtreiben von Inhalten rund um die eigene Person ist die beste Absicherung der eigenen Identität. Auf Parties gibt es auch immer Menschen die stehen im Mittelpunkt - das sind meistens die, die mit allen viel reden (am meisten über sich selbst ;-)
warum haben user ein so ausgeprägtes selbstdarstellungs-drang? warum gibt man sein innerstes preis?
Wie oben beschrieben - die Darstellung der eigenen Identität, des eigenen Selbst ist die Grundlage für Beziehung. Ich kann nur mit jemandem in Beziehung treten, den ich kenne.
Insofern ist der gefühlte "Selbstdarstellungsdrang" nur ein tatsächlicher Drang nach Beziehung und das wiederum ist ein menschliches Grundbedürfnis. Dazu muß man aber nicht sein Innerstes preisgeben - das ist aus meiner Sicht auch nicht die Regel. Meine Urlaubsfotos sind bei weitem nicht mein Innerstes. Was sich aber beobachten lässt ist, dass die Bewertung und Beurteilung von "Privatheit" einem Wandel unterzogen ist.
was hältst du von anbietern wie reputationdefender, die versprechen, deinen digitalen fußabdruck zu löschen?
Mit den Ängsten von schlecht informierten Menschen lässt sich gutes Geld verdienen - fast soviel wie mit der Gier (siehe Nigeria Connection). Nicht präsent zu sein, heißt im schlimmsten Fall auch nicht zu existieren - nämlich im Kopf des Rezipienten und das kann sich heute kaum jemand leisten. Insofern würde ich für kein Angebot bezahlen, dass mein Ziel, nämlich eine bewusst entwickelte Online Identität zu haben, zerstört.
und btw: kennst du vielleicht eine/n "betroffene/n"/jemand der schon einmal schlechte erfahrungen in diesem bereich gemacht hat?
Es gibt wohl viele Menschen die Schaden genommen haben, prominentestes Beispiel ist Kathy Sierra. Man muß nur verstehen - das Netz bzw. Web 2.0 ist mittlerweile so groß, dass die gesamte Gesellschaft abgebildet wird, das bedeutet auch Kriminalität. Zum anderen sind wir noch sehr unsicher und müssen noch viel lernen im Umgang mit diesen neuen Medien. Daher tasten wir uns mit "trial & error" schrittweise voran - dabei müssen wir vor allem immer wieder evaluieren und lernen.
wie kann der einzelne user sich absichern bzw seine interneterscheinung ins rechte licht rücken?
Das Internet ist ein sozialer Raum, so wie jeder andere soziale Raum auch. Als Menschen (=soziale Wesen, socius lateinisch = gemeinsam, verbunden, verbündet) ist der Drang nach Verbundenheit das natürlichste der Welt. Digital Immigrants streben nach sozialen Verbindungen offline.
Digital Natives (vereinfacht: Menschen die nach 1980 geboren wurden, mit digitalen Medien aufgewachsen) suchen soziale Verbindungen in allen sozialen Räumen die Ihnen natürlich erscheinen, da gehört auch das Internet dazu. Täglich gibt es ca. 2 Milliarden Suchanfragen in Google - um hier präsent zu sein, muß man aktiv Inhalte im Internet managen. In Profilen, Foren, Blogs, Social networks, etc. Ein aktives bebtreiben von Inhalten rund um die eigene Person ist die beste Absicherung der eigenen Identität. Auf Parties gibt es auch immer Menschen die stehen im Mittelpunkt - das sind meistens die, die mit allen viel reden (am meisten über sich selbst ;-)
warum haben user ein so ausgeprägtes selbstdarstellungs-drang? warum gibt man sein innerstes preis?
Wie oben beschrieben - die Darstellung der eigenen Identität, des eigenen Selbst ist die Grundlage für Beziehung. Ich kann nur mit jemandem in Beziehung treten, den ich kenne.
Insofern ist der gefühlte "Selbstdarstellungsdrang" nur ein tatsächlicher Drang nach Beziehung und das wiederum ist ein menschliches Grundbedürfnis. Dazu muß man aber nicht sein Innerstes preisgeben - das ist aus meiner Sicht auch nicht die Regel. Meine Urlaubsfotos sind bei weitem nicht mein Innerstes. Was sich aber beobachten lässt ist, dass die Bewertung und Beurteilung von "Privatheit" einem Wandel unterzogen ist.
was hältst du von anbietern wie reputationdefender, die versprechen, deinen digitalen fußabdruck zu löschen?
Mit den Ängsten von schlecht informierten Menschen lässt sich gutes Geld verdienen - fast soviel wie mit der Gier (siehe Nigeria Connection). Nicht präsent zu sein, heißt im schlimmsten Fall auch nicht zu existieren - nämlich im Kopf des Rezipienten und das kann sich heute kaum jemand leisten. Insofern würde ich für kein Angebot bezahlen, dass mein Ziel, nämlich eine bewusst entwickelte Online Identität zu haben, zerstört.
und btw: kennst du vielleicht eine/n "betroffene/n"/jemand der schon einmal schlechte erfahrungen in diesem bereich gemacht hat?
Es gibt wohl viele Menschen die Schaden genommen haben, prominentestes Beispiel ist Kathy Sierra. Man muß nur verstehen - das Netz bzw. Web 2.0 ist mittlerweile so groß, dass die gesamte Gesellschaft abgebildet wird, das bedeutet auch Kriminalität. Zum anderen sind wir noch sehr unsicher und müssen noch viel lernen im Umgang mit diesen neuen Medien. Daher tasten wir uns mit "trial & error" schrittweise voran - dabei müssen wir vor allem immer wieder evaluieren und lernen.
flog meinte am 13. Mrz, 16:23:
deinen Antworten sind gut, aber...
trotzdem erfahre ich (fast) jeden Tag, dass die Angst vor dem Internet bzw. Google+Co sehr gross ist. Beispiel:an einer Geburtstagsparty vor zwei Wochen habe ich Fotos gemacht, anschliessend habe das Geburtstagskind gefragt, ob ich die Bilder in mein flickr photostream kippen kann. Antwort: "... Fotos kannst du gerne auf dein elektronisches Fotoalbum speichern, sofern man da nur mit einer Berechtigung von dir drauf kommt und nicht mit dem allgemeinen googeln." - Tja...
R. (Gast) meinte am 17. Mrz, 23:42:
kurios, wie die diskussionen aufflammen
ich finde es interessant, wie mit dem aufkommen von facebook sich die geister scheiden und die grenze zwischen den digital natives und den digital immigrants verschärfen. witzig, dass sich die digital sceptics da eher aus der diskussion raushalten. ist es, weil sie das ganze nicht mehr verstehen (wollen)? werden aus den digital immigrants sceptics? und sind d.natives davor sicher, nicht auch mal eine gruppe 'aufzurücken'?
