Eben noch saß ich in Berlin mit einem netten Taxifahrer im Auto am Weg nach Tegel und er hat mich eingeweiht in die spannenden Geheimnisse der taxifahrenden Zunft.
Der Wert von Stammkunden!
So lebt er zum Beispiel wirklich von seinen Stammkunden. Kunden die in großer Regelmässigkeit seine Dienste, im voraus vereinbart, in Anspruch nehmen. Da ist zum Beispiel eine ältere Dame ohne Auto & Führerschein, aber in Führungsposition dabei - die bringt 300 bis 500 EUR pro Woche! Die meisten der Stammkunden sind entweder geschäftlich mit "der Taxe" unterwegs. Der Rest sind "ältere Herrschaften, meist Damen" die einkaufen müssen und so. Denen hilft er dann auch mal im Supermarkt beim Schleppen. Er fährt meist 5 Tage pro Woche, manchmal auch 6 und in letzter Zeit sogar ab und an 7 Tage die Woche. Pro Tag müssen EUR 120,- hängen bleiben (Umsatz), damit sich das lohnt. Davon wird Sprit, Autofinanzierung, Sozialversicherung + Steuer abgezogen. Das macht unterm Strich knapp über EUR 1.000,- netto pro Monat.
Und dann kamen wir auf das Auto zu sprechen und er meinte mehr als stolz "aber ich fahr halt auch einen Daimler, den Luxus gönn ich mir". Warum eigentlich? Und da gibt es in der Tat anscheinend mehrere Gründe:
1. Das Mercedes Taxi ist angeblich ein spezielles Modell zu speziellen Konditionen.
2. Das bekommt man nur als Taxi Unternehmer. Der in dem ich heute saß kostet neu EUR 33.000,-, das vergleichbare Modell im Handel angeblich gleich mal EUR 40.000,-
3. Angeblich hat das Daimler Taxi Modell eine stärkere Batterie, eine stärkere Lichtmaschine und eine verstärkte Hinterachse - weil die Fahrgäste hinten sitzen u wegen dem Gepäck!
4. Daimler & VW machen angeblich als einzige auch die bekannte cremefarbene Standardlackierung. Die Japaner (Nissan, Toyota, etc.) lassen Ihre Wagen bei Intertax in Offenburg auf "Taxi" trimmen.
5. Daimler optimiert seinen Wagen mit allen Vorrüstungen für das Taxischild am Dach, den Einbau des Taxometers. Nach Aussage des Fahrers "ist da alles dort wo es sein soll, wie ne Taxe eben".

Für mich als Laien alles von außen schlicht nicht erkennbar. Und dann ist da der Qualitätsmythos - "Wenn se mal 6 Stunden mitm Auto fahren, dann merken se den Unterschied, da sind se froh wenn se in nem Daimler sitzen. Und der Wagen hat eine andere Qualität, is nich mehr so wie vor 20 Jahren, aber trotzdem. Und diesen Wagen denn können se immer verkaufen, für gutes Geld!" Er fährt rund 40.000km pro Jahr und wenn er Ihn nach 5 Jahren verkauft bekommt er wenns gut läuft noch EUR 15.000,- dafür. Dann kauft der den neuen Wagen, kann hoffentlich mehr vorfinanzieren, hat dadurch geringere Raten und am Ende mehr zu leben. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Für Mercedes ist das natürlich eine tolle Sache, wenn zigtausende Taxifahrer in Deutschland dermaßen hinter dem Produkt stehen. Die könnten ja auch BMW oder Audi fahren! Was mich interessiert ist wie das Mercedes kalkuliert? Ist das ein relevanter Markt und wenn ja, wie groß ist der - kümmert sich da wer von Mercedes extra drum oder investiert man da sogar wegen der "Werbewirkung"? Auf der Website findet sich ein spezieller Mercedes-taxi Bereich dafür! Vielleicht kann ja wer vom Daimlerblog da mal Licht ins Dunkel bringen??
Der Wert von Stammkunden!
So lebt er zum Beispiel wirklich von seinen Stammkunden. Kunden die in großer Regelmässigkeit seine Dienste, im voraus vereinbart, in Anspruch nehmen. Da ist zum Beispiel eine ältere Dame ohne Auto & Führerschein, aber in Führungsposition dabei - die bringt 300 bis 500 EUR pro Woche! Die meisten der Stammkunden sind entweder geschäftlich mit "der Taxe" unterwegs. Der Rest sind "ältere Herrschaften, meist Damen" die einkaufen müssen und so. Denen hilft er dann auch mal im Supermarkt beim Schleppen. Er fährt meist 5 Tage pro Woche, manchmal auch 6 und in letzter Zeit sogar ab und an 7 Tage die Woche. Pro Tag müssen EUR 120,- hängen bleiben (Umsatz), damit sich das lohnt. Davon wird Sprit, Autofinanzierung, Sozialversicherung + Steuer abgezogen. Das macht unterm Strich knapp über EUR 1.000,- netto pro Monat.
Und dann kamen wir auf das Auto zu sprechen und er meinte mehr als stolz "aber ich fahr halt auch einen Daimler, den Luxus gönn ich mir". Warum eigentlich? Und da gibt es in der Tat anscheinend mehrere Gründe:
1. Das Mercedes Taxi ist angeblich ein spezielles Modell zu speziellen Konditionen.
2. Das bekommt man nur als Taxi Unternehmer. Der in dem ich heute saß kostet neu EUR 33.000,-, das vergleichbare Modell im Handel angeblich gleich mal EUR 40.000,-
3. Angeblich hat das Daimler Taxi Modell eine stärkere Batterie, eine stärkere Lichtmaschine und eine verstärkte Hinterachse - weil die Fahrgäste hinten sitzen u wegen dem Gepäck!
4. Daimler & VW machen angeblich als einzige auch die bekannte cremefarbene Standardlackierung. Die Japaner (Nissan, Toyota, etc.) lassen Ihre Wagen bei Intertax in Offenburg auf "Taxi" trimmen.
5. Daimler optimiert seinen Wagen mit allen Vorrüstungen für das Taxischild am Dach, den Einbau des Taxometers. Nach Aussage des Fahrers "ist da alles dort wo es sein soll, wie ne Taxe eben".

Für mich als Laien alles von außen schlicht nicht erkennbar. Und dann ist da der Qualitätsmythos - "Wenn se mal 6 Stunden mitm Auto fahren, dann merken se den Unterschied, da sind se froh wenn se in nem Daimler sitzen. Und der Wagen hat eine andere Qualität, is nich mehr so wie vor 20 Jahren, aber trotzdem. Und diesen Wagen denn können se immer verkaufen, für gutes Geld!" Er fährt rund 40.000km pro Jahr und wenn er Ihn nach 5 Jahren verkauft bekommt er wenns gut läuft noch EUR 15.000,- dafür. Dann kauft der den neuen Wagen, kann hoffentlich mehr vorfinanzieren, hat dadurch geringere Raten und am Ende mehr zu leben. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Für Mercedes ist das natürlich eine tolle Sache, wenn zigtausende Taxifahrer in Deutschland dermaßen hinter dem Produkt stehen. Die könnten ja auch BMW oder Audi fahren! Was mich interessiert ist wie das Mercedes kalkuliert? Ist das ein relevanter Markt und wenn ja, wie groß ist der - kümmert sich da wer von Mercedes extra drum oder investiert man da sogar wegen der "Werbewirkung"? Auf der Website findet sich ein spezieller Mercedes-taxi Bereich dafür! Vielleicht kann ja wer vom Daimlerblog da mal Licht ins Dunkel bringen??
jupe (anonym) meinte am 7. Dez, 17:03:
geheime geheimnisse?
interessant interessant. Da weiht dich jemand in geheimnisse ein und du plauderst sie dann in deinem blog aus.... nicht, dass das (in diesem fall) so schlimm wäre, aber ich frage mich in dem zusammenhang ganz allgemein (und ab jetzt nicht mehr auf dich bezogen): was ist mit dem vertrauen geworden? gibt es noch situationen, in denen dinge (geheimnisse!) erzählt und besprochen werden können, ohne dass dann gleich irgendwo irgendwas drüber steht, weil für die eine das geheimnis nicht gleich geheim war wie für den anderen? (und aus eigener erfahrung kann ich gleich beruhigen: ja, gibt es - vielerorts und hier auch, natürlich! - aber meine offene frage ist nach wie vor: wie ist das mit den bloggerInnen, wie handhaben die das, wenn ihnen jemand was erzählt? oder wie ist das mit "live-blogging/twittering" von konferenzen zum beispiel? da kann man ja quasi schon gar keine insiderinfos mehr vortragen, weil alles sofort rausposaunt wird. ich finde das keine gute entwicklung.)
Oder muss man jetzt schon immer das schlüsselsätzchen "off the records" (oder "off the blogs?") dazu sagen? (und aus eigener erfahrung weiß ich: ich sags meistens schon reflexartig dazu. das kommt aber wohl aus der erfahrung, die ich in der pressearbeit gemacht habe. das ist der satz für beide seiten extrem wichtig).
nur mal so prinzipiell gedacht.
