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Internal branding ist ein corporate Stiefkind und gerade in Zeiten der Krise fragt man sich - wozu dass denn? Tortzdem oder deswegen veranstalten die Identitäter einen Kongress dazu damit internal branding endlich in die Tat umgesetzt wird. Frei nach dem Motto IDENTIAT09. Ritchie Pettauer und Ich waren als Social Media Experten oder "sogenannte Blogger" dort eingeladen - danke übrigens!

logo-identitaeter-kongress-09

Der internal Branding Kongress IDENTITAT09 startete in wunderschöner Lage im Austria Trend Hotel am Kahlenberg (Jazzbrunch am Sonntag?). Die Location ist fantastisch, als Give-away gibts die obligatorische Konferenztasche (die aber im coolen LKW Planenlook - geht an meine Nichte!) - das Frühstück bestand leider nur aus Kaffee u Tee + Keksen. Da ich keine Zeit hatte zu frühstücken, knurrt leider mein Magen. Wäre ich ein zahlender Gast gewesen hätte ich da gemeckert.

Aber das WLAN funktioniert - das ist wichtig. Der Kongress wird eröffnet durch einen Vortrag von Dr. Holger Schmidt, Geschäftsführer der TNT Akademie.

Herr Dr. Schmidt entschied sich seinen Vortrag ohne Folien zu machen - leider war das keine gute Idee. Das sollte nur Obama machen. Dr. Schmidt ist leider steif, spröde und nicht sehr mitreissend. Nach knapp 10 Minuten fällt es daher schwer ihm zu folgen, was auch daran liegt, dass er wenig neues und auch keine neue Perspektiven auf den alten Wein in neuen Schläuchen einbringt.

Wenn ich noch was interessantes herauspicken müsste, dann die Tatsache, dass es ihm zu Folge heute an Unternehmerpersönlichkeiten fehlt, die in 10 - 15 Jahreszyklen denken und handeln. Die These ist, dass die Marke über rasch wechselnde Manager hinaus in Zukunft diese Orientierung und Leitungsfunktion wahrnehmen sollte und müsste. Dies wäre auch ein Stück Freiheit und Zukunftssicherheit für starke Unternehmerpersönlichkeiten über das eigene Wirken hinaus.

Diese These ist aus meiner Sicht insofern fraglich, da ja der "neue starke Mann" an der Spitze meist die die Fassade neu streicht (Schritt 1: neue Werbeagentur) als dass er wirklich an Verbesserungen (in Prozessen, Organisation, Produkt, etc.) arbeitet - Warum? Zweiteres dauert eben länger als die Halbwertszeit durchschnittlicher Manager.

Auf in die Praxisrunden!

Diesem Auftakt folgen die Praxisrunden, wo durchaus interessante KollegInnen von Projekten in Ihren Unternehmen berichten. Das ganze in einem sehr offenen Setting - großer Raum, 12 Tische. Das macht eine gute lockere Atmosphäre, die Aufmerksamkeit leidet aber durch den Geräuschteppich.

Ich verfolgte zum Teil die Ausführungen von der WKO, OMV, dm Drogeriemarkt, und Prisma Kreditversicherung. Doch ein Vortrag bzw. ein Vortragende war besonders spannend.

Shell: Employees as ambassadors - engagement, branding, involvement

Berichtet hat Katharina Auer (Head of Global Internal and Management Communications). Shell ist derzeit nach GE das zweitgrößte Unternehmen weltweit mit über 100.000 MitarbeiterInnen und zehntausenden "Contractors" (ja nach Projekt). Frau Auer erzählte vor dem Hintergrund einer globalen Organisation, die natürlich entsprechende Ressourcen für Projekte dieser Art hat - dennoch, für sie ist internal branding integriert in die interne Kommunikation und "business as usual". Das Ziel wurde wie folgt definiert:

zitat-ziel-shell-internal-branding

Weiters berichtet Sie von internen und Studien die besagen: "emotional commitment is four times more valuable than rational commitment in boosting corporate performance." Auf meine Frage nach der Art und Weise der Quantifizierung verwies Sie mich freundlich an Kollegen die mir da mit genaueren Infos weiterhelfen könnten. Auch sind die engagierten Menschen bei Shell nachweislich die "Hig Performer".

Als die drei wichtigsten Kriterien der TOP 10 drivers of engagement berichtete sie:

1. Connection between my personal work and corporate strategy
2. The importance of my job to the success of the company
3. Understanding how to complete work projects

Der Kommunikationsprozeß im internal branding läuft über Awareness > Understanding > Translation > Commitment > Internalisation. Spätestens bei der Translation sind dann auch die Line Manager in der Verantwortung und die interne Kommunikation übergibt.

Den Ergebnisse einer internen Umfrage zu Folge befinden 74% der Shell MitarbeiterInnen direkte Nachrichten vom CEO Jeroen van der Veer als hilfreich und wichtig. Leider setzt der CEO auf eMail als Kanal um dieses Bedürfnis zu befriedigen und das passiert im Schnitt ein Mal pro Quartal. Dann gibt es hunderte Seiten (sic!) an Feedback in Form von eMails, die vom Kommunikationsdepartment aufgearbeitet werden müssen.

Man stelle sich vor, welche Potentiale hier in einem lebhaften CEO Blog liegen würden!

Beim Mittagessen saß ich mit Frau Auer ein wenig abseits und hatte Gelegenheit mit Ihr in Ruhe zu plaudern - sie erzählte mir, dass nach Erhebungen die MitarbeiterInnen von Shell ebenso kritisch einzustufen sind, wie folgende externe Stakeholder: gut ausgebildete Besserverdiener, Anhänger von NGOs und Politiker. Das heißt das Argument des "brainwashed shell employee" gilt nicht und Shell sieht das als Asset, denn kritische MitarbeiterInnen sorgen dafür, dass man seine Hausuafgaben macht.

Soweit zu meinen wichtigsten Eindrücken zu dieser Veranstaltung. Sehr gerne wäre ich heute Abend beim Abendessen mit Wolf Lotter dabei gewesen - so schreibe ich diese Zeilen aber im Mariandl in München ...