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Steven Berlin Johnson ärgert sich in seinem Blogpost über Jason Kottke bzw. über einen Artikel den er verlinkte in dem der Autor der Meinung ist, dass das Web von heute eine Gefahr für serendipity wäre:

[...] the concept of serendipity is endangered. Think about the library. Do people browse anymore? We have become such a directed people. We can target what we want, thanks to the Internet. Put a couple of key words into a search engine and you find - with an irritating hit or miss here and there - exactly what you're looking for. It's efficient, but dull. You miss the time-consuming but enriching act of looking through shelves, of pulling down a book because the title interests you, or the binding...
Johnson führt eine Reihe von Argumenten an, die zeigen, dass Serendipity gerade im Web gefördert wird - durch die Querverlinkungen in Wikipedia, die Millionen individueller Vernetzungen in der Blogosphere, Tweets oder die 18.000 Stunden neuen Content jeden Tag auf YouTube.

serendipity

Mich erinnert das beschwören der serendipity in der guten alten Zeit an das, ich nennen es so - Bundesheerphänomen. Männer die sich dazu entschieden haben das Bundesheer zu absolvieren (und nicht den Zivildienst) können oft dabei beobachtet werden, wenn Sie Jahre später, nach 1-2 Bier mit anderen Männern Ihre unvergesslichen Erlebnisse beim Bundesheer austauschen. Auch ich ertappe mich dann und wann dabei zu erzählen, als wir (eine Panzerbesatzung des M60A3 (ich war Ladeschütze) bei Truppenübungen in Allensteig) die Befehle eben Befehle sein ließen und zB zum nächsten Tümpel im endlosen Wald gefahren sind und schwimmen gegangen sind. Danach haben wir uns mit Gaskartusche und Plattentoaster Schinken Käse Toast gemacht und dazu Cola-Whiskey getrunken. Ach, das waren noch Zeiten ...

Moment - die 9 Monate beim Bundesheer, waren ganz objektiv die verlorenste Zeit meines Lebens und ich habe es gehasst und der schönste Tag war der an dem ich die Kaserne in Spratzern für immer verlassen habe.

bibliothek

Wir neigen vielleicht dazu manche Dinge der Vergangenheit zu verklären und zu glorifizieren - denn ich kann mich nicht erinnern es jemals genossen zu haben, wie ein Idiot in der Bibliothek der WU-Wien nach irgendwelchen Büchern als Literaturquellen für meine Diplomarbeit zu suchen.