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Montag, 14. August 2006
* Nachtzug nach Lissabon
von Pascal Mercier. Ein grandioses und ganz wunderbares Buch. Eine unglaubliche sprachliche Finesse, allein deshalb lohnt es sich zu lesen. Nach dem Buch will man portugiesisch lernen und auf der Stelle nach Lissabon fahren. Ich hab es in 4,5 Tagen verschlungen.

* Traumatische Tropen
Wenn Nigel Barley über seine Erfahrungen als Ethnologe in der Feldforschung in Kamerun bei den Dowayos schreibt dann bleibt kein Auge trocken und man hört beinahe die Moskitos hinter seinem Ohr summen.

* Ignaz oder die Verschwörung der Idioten
Der arme John K. Toole hat sich 32jährig umgebracht weil er keinen Verleger für sein Buch fand. Auf welche Bücher wir dadurch verzichten müssen! Man ertappt sich selbst dabei wie man laut auflacht bei dieser Tour de Force durch das New Orleans von 1960 (ca?)... ein must read!

* Das letzte Mal ums Horn
Sowas muß man lesen wenn man auf einem Motorsegler durch indonesische Gewässer tuckert. Oberflächliche aber nette und leichte Kost... Die Geschichte von der letzten Fahrt eines Windjammers um Kap Horn bei den berühmten Weizenrennen von Australien nach England.

Mittwoch, 8. Februar 2006
Dieses Buch ist das böseste in Sachen Humor, was mir bisher untergekommen ist. Die Titanic ist das einzige was ich kenne und dem auch nur Nahe kommt. Heinz Strunk berichtet aus einer Welt mit dermaßen ungefiltertem Zynismus dass es eine helle Freude ist. Alle Wort der Beschreibung sind nicht treffend genug, daher ein paar Schmankerln:

Szene vor einem Auftritt:

Zum Umziehen gingen wir in das Kabuff, wo sich, dem Geruch nach zu urteilen, schon viele tausend Menschen erbrochen hatten. Wie immer beäugten wir uns misstrauisch. Ob wohl wieder jemand dicker geworden war? Der körperliche Verfall schien unaufhaltsam. Meine Güte, was für ein ausladendes Becken Norbert doch hatte. Wenn die Weiber auf irgendwas nicht stehen, sind das dicke, breite Pos. Dicker Beine, na ja, dicker Bauch, zur allergrößten Not vielleicht auch noch, aber ein hüftsteifer Brummkreiseltyp, unter keinen Umständen. Torstens mächtige Schenkel leuchteten fast so weiß wie meine. […] Gurki sah furchtbar aus mit seiner Fettplauze am sonst hageren Körper. Und dann die schlechte Haltung. […] Naja, ich war der letzte der sich hier aufregen durfte. Für meine durch fortgesetzten Bierkonsum bereits bedenklich gewachsenen Herrentitten würde ich in absehbarer Zeit wahrscheinlich einen Büstenhalter benötigen….

Schwere Zeiten warten auf die Tanzmucker:

Tiffanys hielten es für durchaus möglich, dass dies unser letztes Silvesterfest überhaupt als Tanzband war. Als wir die möglichen Konsequenzen der Wiedervereinigung durchspielten, erschien uns sofort das dunkle Gespenst der Ostmucker, die uns von den Futtertrögen vertreiben würden. In der DDR mussten alle Berufsmusiker studiert haben. Die waren den Westmuckern handwerklich haushoch überlegen. Jetzt würden Heerscharen vorzüglich ausgebildeter Instrumentalisten über das ehemalige Zonenrandgebiet in den Westen einsickern und mit Ihren Dumpingpreisen den Markt kaputtmachen. Im Schlepptau der DDR Musiker kämen, Ungarn, Bulgaren und wer weiß was noch. Für uns würde nichts mehr übrig bleiben. […] Vielleicht würden uns hämisch grinsende Usbeken noch 1000 Mark für die Namensrechte an Tiffanys anbieten, Vogel friss oder stirb.

da gibts nur kaufen! ;-)

Mittwoch, 3. August 2005
das neue Buch von Jason Starr. Ich war schon von Top Job beeindruckt und auch dieses Buch beginnt großartig...

hard feelings cover
die nächsten Tage werden eiskalte U-Bahnfahrten haben...

Dienstag, 26. Juli 2005
Ein faszinierendes Buch - geschenkt vom Schwesterherz zum Geburtstag. Handelt von Menschen in Bulgarien, in Wien und immer liegen schöne Dinge und schreckliche sehr knapp beisammen.

licht ueberm kopf

Dinev schreibt poetisch, einfühlsam und sehr unmittelbar. Mich fesselt dieses Buch. wirklich empfehlenswert.

Montag, 25. Juli 2005
Gestern am Nachmittag in 2 Std. in der Sonne liegend gelesen. Yo, eine Reise zum Glück. Eine süße Geschichte von einem Seehund, der in seiner Seehundkolonie nicht mehr glücklich ist und sich aufmacht um das Glück zu finden. Viele wahre Worte und eben angenehm fern den "in 10 Schritten zum ewigen Glück" Büchern. Sehr unterhaltsam und empfehlenswert. Meine Schwester hats meinem Vater zum Vatertag geschenkt... der hatte natürlich noch keine Zeit es zu lesen...

Montag, 27. Dezember 2004
Wieder mal sehr nette Bücher bekommen. 3 die ich allen interessierten besonders ans Herz legen will:

Die Hundeesser von Sivina
Ein erschütterndes Buch über die Situation der Roma im Osten der Slowakei, einem EU Mitgliedsland, näher zu Wien als Bregenz.

Svinia, ein Ort im Osten der Slowakei, in der Erweiterungszone der Europäischen Union; und ein Ort, wie aus der Zeit und der Welt gefallen. Dort leben die Ausgestoßenen unter den ärmsten der Europäer, Roma, die so lange umgesiedelt, verfolgt, missachtet wurden, bis sie ihre eigene Geschichte vergaßen. Die 700 in Svinia lebenden Menschen werden selbst von den anderen Roma verachtet, weil sie als Degesi, als "Hundeesser", gelten und eine Kaste der Unberührbaren bilden. Von dieser fremden, nahen Welt berichtet dieses Buch, mit dem uns Karl-Markus Gauß aufs Neue das Staunen über Europa lehrt.
"Dort, wo das größte Elend herrscht, stieß ich immer wieder auch auf eine rätselhafte Lebenskraft." (Karl-Markus Gauß)

Surfing
Ein Buch mit wunderbaren Vintage Graphics über den feinsten Sport, nein die feinste Lebenseintellung die es gibt.

Zwischen der Geburtsstunde des Surfens in den 20ern bis zu seiner Hochphase gegen Ende der 50er beeinflusste dieser Trendsport die meisten Bereiche gesellschaftlichen Lebens. Das Buch fasst Memorabilia dieser Zeit in Form von Postkarten, Zeitschriften und Photographien sowie einer Top-Ten der besten Surfstrände, -Stars & -Songs zusammen.

Lullaby
Ein Buch von Chuck Palahniuk, von meinem Bruderherz, auf das ich besonders gespannt bin.

Carl Streator, ein verwitweter Reporter um die vierzig, recherchiert für eine Artikelreihe über Fälle von plötzlichem Kindstod und stößt dabei auf eine merkwürdige Gemeinsamkeit: In den Kinderzimmern der verstorbenen Babys findet er den Sammelband »Gedichte und Lieder aus aller Welt«, und immer ist dieser auf Seite 27 aufgeschlagen. Furchtbare, verdrängt geglaubte Erinnerungen werden in Streator geweckt, denn er erkennt sowohl das Buch als auch das afrikanische Wiegenlied, das auf jener Seite abgedruckt ist, wieder. Vor zwanzig Jahren hatte er das Gedicht seiner kleinen Tochter und seiner Frau vor dem Einschlafen vorgelesen; am nächsten Morgen waren beide tot. Todesursache: unbekannt....

Freitag, 12. November 2004
20 min vor dem Abflug nach Bali dachte ich mir, "ein Buch fehlt mir noch". Ging in den Flughafenzeitschriftenladen und suchte. Es sah nicht gut aus. In letzter Minute fand ich Reise im Mondlicht von Antal Szerb.

Reise im Mondlicht war das einzige Buch, dass ich im Urlaub gelesen habe. Aber es war grossartig. Poetisch, verträumt, dicht, mitreissend, packend, fesselnd, spannend. Ich habe jede Seite genossen und kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen.

Viel bessere Rezensionen als ich sie liefern könnte finden sich bei Perlentaucher.de:

Ilma Rakusa nennt Antal Szerbs "Reise im Mondlicht" das "kleine Meisterwerk eines ungarischen Weltbürgers". Dass der bereits 1937 geschriebene Roman nach so langer Zeit erscheinen konnte, sei vor allem Christina Viragh zu verdanken, von deren Übersetzung die Rezensentin begeistert ist. "Reise im Mondlicht" ist die Odyssee zweier gegensätzlicher Charaktere, die nach ihrer kurzen Hochzeitsreise durch Italien gleich wieder ihrer eigenen Wege gehen. Während der sentimentale und todessehnsüchtige Mihaly von seiner Vergangenheit magisch angezogen wird, stellt sich die rationale Erzsi mutig der Gegenwart. Die Rezensentin ist fasziniert von den "schillernden Widersprüchen" und erfreut sich an dem Gleichgewicht des "Irrational-Somnambulen und der an Tatsachen orientierten Ratio" sowohl in inhaltlicher als auch in sprachlicher Hinsicht. So birgt die "betörende" Reise bis zum Schluss ungeahnte Möglichkeiten und besticht durch seine "eigenartige Leichtigkeit".
Bleibt nur noch zu sagen, dass ein anderer, mir sehr naher Mensch vor 2 Monaten auch auf einen Surfurlaub gefahren ist, auch kurz vor der Abreise ein Buch gekauft hat, den Titel und den Autor nie zuvor gehört hat, der auch nur ein einziges Buch in diesem Urlaub gelesen hat, der auch davon begeistert war - und dem hab ich vor 3 Tagen von meinem Buch erzählt. Gibt es solche Zufälle?

Donnerstag, 7. Oktober 2004
"Einerseits ist es natürlich erfreulich, dass eine Österreicherin diese Auszeichnung erhält, andererseits sollte man aber nicht vergessen, dass Elfriede Jelinek Österreich seit Jahren genussvoll in den Dreck zieht", so Partik-Pable.

Wirklich ungetrübt könne sie sich über die Auszeichnung nicht freuen, "vor allem, da sich ja der Autorin durch den Nobelpreis nun ein größerer internationaler Leserkreis erschließen wird und so ihr doch etwas bizarres Österreich-Bild noch mehr verbreitet wird."

In diesem Fall bekommt nicht in erster Linie eine Österreicherin den Literaturnobelpreis, sondern eine unabhägige Schriftstellerin. Und zum Glück wird Ihr kritisches Österreichbild verbreitet und nicht Ihr wirklich bizarres Bild Frau Partik Pable. btw. was qualifiziert Sie eigentlich als Kultursprecherin wo sie doch ehemals justiz-pitbull einer rechten Partei waren?

Montag, 16. August 2004
Von Allan C. Weisbecker. Ein hammergutes Buch, das jeder der einmal surfen war lesen sollte.

Dieses WoE endlich ausgelesen. Er schreibt von einer Reise Anfang der 90er auf der er seinen besten Freund, verschollen in Zentralamerika sucht. Die Suche dauert so ca. 1 Jahr, mit einem Trailer, denn er verlässt keine Brandung solange der Swell gut ist.

Und er grast einige der Ort ab die ich auch kenne. Er war in San Juan del Sur (Nicaragua), in Tamarindo (Costa Rica) und Puerto Viejo (Costa Rica / Karibikseite). Daneben auch bekanntes wie Puerto Escondido (Mex) oder Pavones (der weltlängste Righthander in Costa Rica).

Witzig ist es vor allme in Puerto Viejo, das er so exakt beschreibt, dass ich viele Orte wieder erkenne. Wobei ich Puerto Viejo nicht Stadt, sondern eher Dorf nennen würde... wie auch immer.

Weisbecker schreibt sehr direkt, ohne Filter. Schreibt oft hautnah auch was seine Gefühlswelt angeht. Er versucht dabei nicht um jeden Preis sympathisch zu sein sondern ist manchmal auch ein Arschloch. Aber er schreibt gut und die Story ist ein Hammer.

Sein Photoalbum zum Buch online.

Dienstag, 27. Juli 2004
Heute neu angekommen!

Festland von Markus Werner
Die Libelle des achten Jahres von Martin Page
Auf der Suche nach Captain Zero von Allan C. Weisbecker

Ich feu mich schon drauf.