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Mittwoch, 1. Juli 2009
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Ein Videointerview mit der Kleinen Zeitung anlässlich meiner Einladung zur Veranstaltung bei den Minoriten in Graz.
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Montag, 29. Juni 2009
In einer wirklichen Krise befindet sich der Journalismus da, [...] wo die Dummheit vieler Konsumenten nur mehr nach Blablabla und Tralala verlangt
Kurt Kister ist stellvertretender Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und lehrt uns was Arroganz ist.
Dort wo der Journalismus stehen bleibt im Vortrag von der Kanzel, in einer Zeit wo sich Menschen dazu entscheiden das zu konsumieren und dort zu partizipieren wo sie ernst genommen werden - da erscheint das Gegenüber dann als "dumm" weil es unmöglich ist sich selbst zu hinterfragen. Zu bedrohlich ist der drohende Einsturz der über Jahrzehnte aufgebauten Fassade.
Ich bin der Meinung, wer seine Leser/Seher/Hörer/User nicht interessieren kann, der hat sie nicht verdient. Für diese Art der Bereinigung ist es allerhöchste Zeit und es bleibt zu hoffen, dass keine Steuergelder dafür verschwendet werden.
Kurt Kister ist stellvertretender Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und lehrt uns was Arroganz ist.
Dort wo der Journalismus stehen bleibt im Vortrag von der Kanzel, in einer Zeit wo sich Menschen dazu entscheiden das zu konsumieren und dort zu partizipieren wo sie ernst genommen werden - da erscheint das Gegenüber dann als "dumm" weil es unmöglich ist sich selbst zu hinterfragen. Zu bedrohlich ist der drohende Einsturz der über Jahrzehnte aufgebauten Fassade.
Ich bin der Meinung, wer seine Leser/Seher/Hörer/User nicht interessieren kann, der hat sie nicht verdient. Für diese Art der Bereinigung ist es allerhöchste Zeit und es bleibt zu hoffen, dass keine Steuergelder dafür verschwendet werden.
Mittwoch, 24. Juni 2009
Schön - da wurde ich kürzlich gefragt ob mir spontan gute Beispiele einfallen wie Medien bzw. Journalisten das Netz und soziale Medien erfolgreich einsetzen und ich hab NEIN gesagt. (an Armin Wolf hab ich nicht gedacht, weil ich auf Zeitungen + Print fixiert war)

Und heut morgen sehe ich ein schönes Beispiel, erster zarter aber umso gelungenerer Schritte in dieser Richtung - vorgeführt von Euke Frank, Chefredakteurin von Woman aus dem NEWS Verlag. Sie berichtet via Twitter von einem Abendessen mit Demi Moore in Paris:

Ja, das sind die spontanen Eindrücke, die Nähe zum "Star" die den Inhalt und damit auch das Produkt (= Woman) um so viel interessanter machen.
These: Wenn Frau Frank so weitermacht, dann hat Sie in 1 Jahr vielleicht 6.000 Follower, zum großen Teil Frauen (oder Männer wie mich), die Informationen wie welches Kleid Demi anhatte, oder die Autogrammkarte von Ihr (zumindest die Kopie) so neugierig machen, dass sie das nächste Woman kaufen (und lesen!).

Und während ich mich noch wundere warum Armin Wolf das Interview mit Demi Moore in seinem Twitter Account bekannt macht, erfahre ich via Wikipedia, dass er mit Euke Frank verheiratet ist. Insofern schade, weil die "Innovationsfähigkeit" hier anscheinend aus der "Familie" kommt und dort bleibt? Ich hatte schon auf einen breiten Durchbruch unter Österreichs Journalisten gehofft ...

Und heut morgen sehe ich ein schönes Beispiel, erster zarter aber umso gelungenerer Schritte in dieser Richtung - vorgeführt von Euke Frank, Chefredakteurin von Woman aus dem NEWS Verlag. Sie berichtet via Twitter von einem Abendessen mit Demi Moore in Paris:

Ja, das sind die spontanen Eindrücke, die Nähe zum "Star" die den Inhalt und damit auch das Produkt (= Woman) um so viel interessanter machen.
These: Wenn Frau Frank so weitermacht, dann hat Sie in 1 Jahr vielleicht 6.000 Follower, zum großen Teil Frauen (oder Männer wie mich), die Informationen wie welches Kleid Demi anhatte, oder die Autogrammkarte von Ihr (zumindest die Kopie) so neugierig machen, dass sie das nächste Woman kaufen (und lesen!).

Und während ich mich noch wundere warum Armin Wolf das Interview mit Demi Moore in seinem Twitter Account bekannt macht, erfahre ich via Wikipedia, dass er mit Euke Frank verheiratet ist. Insofern schade, weil die "Innovationsfähigkeit" hier anscheinend aus der "Familie" kommt und dort bleibt? Ich hatte schon auf einen breiten Durchbruch unter Österreichs Journalisten gehofft ...
Dienstag, 23. Juni 2009
Einmal in einem Interview mit Peter Turi ist die Metapher vom Medienkuchen gefallen - der von den drei Tortenstücken (Print / TV / Radio) zu einem veritablen Bröselhaufen wird ...

Und die Metapher scheint sich zu bewähren. Ich hatte gestern telefonisch ein Interview mit Helmut Spreitzer vom Medienmanager - es ging dabei um meinen Vortrag den ich im Rahmen der Generalversammlung des VÖZ gehalten habe.

Einige der Aussagen möchte ich erläutern (weil sie stark verkürzt wenig aussagen) bzw. richtigstellen:
Es gibt jetzt für die werbetreibende Wirtschaft nicht mehr nur die drei großen Stücke vom Kuchen - TV, Radio und Print -, sondern einen veritablen Bröselhaufen. Wer dort weiterhin mit der Kuchengabel rumstochert, wird irgendwann verhungern.
Erläuterung: Verhungern werden vor allem die Medienunternehmen, wenn Sie einem Markt, der einen radikalen Strukturwandel durchläuft mit den selben Prozessen, Geschäfts- und Organisationsmodellen begegnen wie in der Vergangenheit!
Stichwort Budgetverteilung zwischen "Kreation" und Media - "Das würde dann heißen: 70 Prozent des Budgets in Kreation, 30 Prozent in Media."
Erläuterung Media heißt in dem Fall dann oftmals "Distribution" was auch seeding bedeuten kann.
Das Marktvolumen aus Kleinanzeigen betrug im Jahre 2000 bei amerikanischen Tageszeitungen noch 20 Milliarden US-Dollar. 2008 nur mehr die Hälfte. In der Zwischenzeit haben Dienste wie craigslist.com lediglich 100 Millionen Euro Umsatz gemacht. Wo ist also der Rest? Vermutlich eingespart durch Produktivitätsgewinne in Interaktion mit den Usern.
Richtigstellung: Dieses komplexe Thema wurde nicht korrekt wiedergegeben. Craigslist hat angeblich im Jahr 2008 rund USD 100 Mio Umsatz gemacht. Das heißt Craigslist macht 2008 nur 1% vom verschwundenen Marktvolumen - dazukommen tausende andere Online Classified Portale. Aber die These ist, dass der größte Teil des Nachfrage-Marktes aufgrund von Produktivitätsgewinnen (via Searchtechnologie) auf klassische Classified Lösungen (ob On/Offline) nicht mehr angewiesen ist.
Medienmanager: Haben also Printverlage auch ein kulturelles Problem?
Dieter Rappold: Ja, ich glaube schon. Insoferne, als sie mit dem neuen Umgang mit Content nicht zurecht kommen. Diese absurde Copyright-Diskussion kriminalisiert eine ganze Generation. Das wäre ja so, als ob sich die Mineralölindustrie darüber beschweren wollte, dass die Autoindustrie immer mehr Autos baut, die weniger Sprit verbrauchen. Die Geschäftsmodelle gehören radikal umgestellt.
Richtigstellung: So da kam auch einiges durcheinander. Die Copyright Thematik ist in der Tat ein großes kulturelles Problem der Medienbranche und da halte ich es mit Lawrence Lessig, der sagt um unsere antiquierten Überlegungen und Geschäftsmodelle rund um Copyright künstlich am Leben zu erhalten, zahlen wir den Preis eine ganze Generation junger Menschen zu kriminalisieren.
Das mit der Automobilindustrie und den Spritfressern, gehört thematisch rauf zu den Classifieds ;-)

Und die Metapher scheint sich zu bewähren. Ich hatte gestern telefonisch ein Interview mit Helmut Spreitzer vom Medienmanager - es ging dabei um meinen Vortrag den ich im Rahmen der Generalversammlung des VÖZ gehalten habe.

Einige der Aussagen möchte ich erläutern (weil sie stark verkürzt wenig aussagen) bzw. richtigstellen:
Es gibt jetzt für die werbetreibende Wirtschaft nicht mehr nur die drei großen Stücke vom Kuchen - TV, Radio und Print -, sondern einen veritablen Bröselhaufen. Wer dort weiterhin mit der Kuchengabel rumstochert, wird irgendwann verhungern.
Erläuterung: Verhungern werden vor allem die Medienunternehmen, wenn Sie einem Markt, der einen radikalen Strukturwandel durchläuft mit den selben Prozessen, Geschäfts- und Organisationsmodellen begegnen wie in der Vergangenheit!
Stichwort Budgetverteilung zwischen "Kreation" und Media - "Das würde dann heißen: 70 Prozent des Budgets in Kreation, 30 Prozent in Media."
Erläuterung Media heißt in dem Fall dann oftmals "Distribution" was auch seeding bedeuten kann.
Das Marktvolumen aus Kleinanzeigen betrug im Jahre 2000 bei amerikanischen Tageszeitungen noch 20 Milliarden US-Dollar. 2008 nur mehr die Hälfte. In der Zwischenzeit haben Dienste wie craigslist.com lediglich 100 Millionen Euro Umsatz gemacht. Wo ist also der Rest? Vermutlich eingespart durch Produktivitätsgewinne in Interaktion mit den Usern.
Richtigstellung: Dieses komplexe Thema wurde nicht korrekt wiedergegeben. Craigslist hat angeblich im Jahr 2008 rund USD 100 Mio Umsatz gemacht. Das heißt Craigslist macht 2008 nur 1% vom verschwundenen Marktvolumen - dazukommen tausende andere Online Classified Portale. Aber die These ist, dass der größte Teil des Nachfrage-Marktes aufgrund von Produktivitätsgewinnen (via Searchtechnologie) auf klassische Classified Lösungen (ob On/Offline) nicht mehr angewiesen ist.
Medienmanager: Haben also Printverlage auch ein kulturelles Problem?
Dieter Rappold: Ja, ich glaube schon. Insoferne, als sie mit dem neuen Umgang mit Content nicht zurecht kommen. Diese absurde Copyright-Diskussion kriminalisiert eine ganze Generation. Das wäre ja so, als ob sich die Mineralölindustrie darüber beschweren wollte, dass die Autoindustrie immer mehr Autos baut, die weniger Sprit verbrauchen. Die Geschäftsmodelle gehören radikal umgestellt.
Richtigstellung: So da kam auch einiges durcheinander. Die Copyright Thematik ist in der Tat ein großes kulturelles Problem der Medienbranche und da halte ich es mit Lawrence Lessig, der sagt um unsere antiquierten Überlegungen und Geschäftsmodelle rund um Copyright künstlich am Leben zu erhalten, zahlen wir den Preis eine ganze Generation junger Menschen zu kriminalisieren.
Das mit der Automobilindustrie und den Spritfressern, gehört thematisch rauf zu den Classifieds ;-)
Freitag, 5. Juni 2009
Videomitschnitt meines Vortrags zusammen mit Tony Douglas von der BMW Group zum Thema Adding emerging Media to the Marketing Mix.
Mittwoch, 3. Juni 2009
Heute um 09:50 bekam ich einen Anruf von Herrn Christoph Beisheim, Geschäftsführer von Sixt Österreich.
Er erkundigte sich bei mir, ob es sich um mein Weblog handelt wo ein Bericht über meine Erfharungen mit Sixt zu lesen ist, der sich an Herrn Konstantin Sixt richtet.
Nachdem ich dies bejaht habe, erklärte er mir, dass diese Nachricht auch zu Herrn Sixt durchgedrungen sei und er sich deshalb bei mir melde. Er hätte auch mit der Filiale in Düsseldorf Rücksprache gehalten - da seien an dem Tag leider einige Fehler passiert. Üblicherweise verhindere das System die Annahme weiterer Reservierungen im Fall von Engpässen um derartiges zu vermeiden.
Er erzählte mir auch über die Kundenorientierung von Sixt und Ihre Bemühungen und, dass es daher sehr unangenehm sei das Kunden solche Erfahrungen machen mussten.
Er möchte sich daher bei mir in aller Form entschuldigen.
Danke - Entschuldigung angenommen. Ich hatte das Gefühl, dass meine Kritik und mein Unmut ernst genommen wird und man daran interessiert ist seine Kunden zufrieden zu stellen, auch wenn mal Fehler passieren. Sixt kratzt also die Kurve und beweist Haltung!
Das steht in einem deutlichen Kontrast zu dem Kommentar von Herrn Marcell Sarközy Head of SEO der Sixt AG hier:
[...] Zudem können wir leider nicht auf jede Kritik reagieren und diese noch mit einem Gutschein belohnen - die Kritik im obigen ist nicht gerade konstruktiv sondern extrem abwertend. Auch hier werden Sie sicher verstehen das wir es da aufgrund der Vielzahl unserer Stationen und Kunden leider nicht jedem recht machen können [...]
Er erkundigte sich bei mir, ob es sich um mein Weblog handelt wo ein Bericht über meine Erfharungen mit Sixt zu lesen ist, der sich an Herrn Konstantin Sixt richtet.
Nachdem ich dies bejaht habe, erklärte er mir, dass diese Nachricht auch zu Herrn Sixt durchgedrungen sei und er sich deshalb bei mir melde. Er hätte auch mit der Filiale in Düsseldorf Rücksprache gehalten - da seien an dem Tag leider einige Fehler passiert. Üblicherweise verhindere das System die Annahme weiterer Reservierungen im Fall von Engpässen um derartiges zu vermeiden.
Er erzählte mir auch über die Kundenorientierung von Sixt und Ihre Bemühungen und, dass es daher sehr unangenehm sei das Kunden solche Erfahrungen machen mussten.
Er möchte sich daher bei mir in aller Form entschuldigen.
Danke - Entschuldigung angenommen. Ich hatte das Gefühl, dass meine Kritik und mein Unmut ernst genommen wird und man daran interessiert ist seine Kunden zufrieden zu stellen, auch wenn mal Fehler passieren. Sixt kratzt also die Kurve und beweist Haltung!
Das steht in einem deutlichen Kontrast zu dem Kommentar von Herrn Marcell Sarközy Head of SEO der Sixt AG hier:
[...] Zudem können wir leider nicht auf jede Kritik reagieren und diese noch mit einem Gutschein belohnen - die Kritik im obigen ist nicht gerade konstruktiv sondern extrem abwertend. Auch hier werden Sie sicher verstehen das wir es da aufgrund der Vielzahl unserer Stationen und Kunden leider nicht jedem recht machen können [...]
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Freitag, 22. Mai 2009
Ein offener Brief an Herrn Konstantin Sixt, Leiter e-Commerce der Sixt AG:
S.g. Herr Konstantin Sixt,
Ich weiß nicht, ob ich mich an die richtige Person wende - offen gestanden dachte ich mir aufgrund Ihres Familiennamens, wäre Ihnen das Bild von Sixt in der Öffentlichkeit nicht völlig gleichgültig.
Ich möchte Ihnen von meinen Erlebnissen mit der Sixt AG berichten und bin auf Ihr Feedback sehr gespannt.
Vergangenen Dienstag dem 19. Mai 2009 landete ich von Wien kommend in Düsseldorf und war gegen 09:30 am Sixt Schalter des Flughafen Düsseldorf. Dort waren bereits mehrere Schlangen von bis zu 12 Personen anzutreffen, die sich brav hinter den Schaltern angestellt haben. Minutenlang war zu beobachten, dass sich nichts "bewegte" - die Angestellten hinter den Tresen wanderten ein wenig desorientiert durch die Gegend, ohne jedoch proaktiv die wartenden und ratlosen Kunden zu informieren.

Nach 10 Minuten Wartezeit ohne Bewegung und auf aktive Nachfrage war nun doch zu erfahren, dass "keine Schlüssel da sind und wir warten müssten". Bei den meisten Kunden handelte es sich wie anzunehmen um Geschäftsreisende mit einem knappen Terminkalender ...
Der wachsende Unmut und Ärger war spürbar - reihenweise verließen Kunden den Schalter kommentarlos und verschwanden zur Konkurrenz. Ein Kunde war besonders verärgert über den Service, schleuderte seine Sixt Card über den Tresen und verschwand.
Ich war genauso sehr verärgert - jedoch v.a. sehr interessiert, wie die handelnden Personen mit dem Problem umgehen. Zum einen habe ich daher meine Eindrücke per Twitter dokumentiert. Zum anderen habe ich natürlich in der Folge beobachtet wie man als Marke und Organisation im Web damit umgeht?
Die Ergebnisse sind höchst faszinierend!
Twitter ist ja als ein höchst interaktives Tool bekannt, so wurde mein Ärger mit Sixt rasch unter über 2.000 Followern verbreitet, in einem Blogpost zusammengefasst und es gibt weiterhin Menschen, die mit dem Service von Sixt unzufrieden sind.
Aber keine Nachricht von Sixt. Das obwohl Sixt einen Twitter Channel hat und ein Corporate Weblog. Diese dienen aber nicht dem Dialog - hier werden in alter Broadcasting Manier, Jubelmeldungen über sich selbst verbreitet.
Wie es scheint, bleibt man auch in der Anwendung neuer Instrumente im alten "more of the same" stecken. Offen gestanden empfinde ich es als Spott und Hohn am Düsseldorfer Flughafen massenhaft an präpotenter Sixt Werbung vorbeizulaufen, während das Unternehmen nicht in der Lage ist seine Kunden adäquat zu bedienen. Klassischer Fall von overpromise and underdeliver!

Insofern würde ich eher fragen: Haben Sie auch so einen Hals auf Sixt?
An der Stelle hieße es Service is the new Marketing und da scheint Sixt großen Nachholbedarf zu haben - schlag nach bei Zappos und Co.
Meine ehrliche Frage ist nun gibt es einfach kein Monitoring für Sixt in Social Media Channels, oder retweetet man nur was positiv ist? Wer bei Sixt sollte über so etwas Bescheid wissen und was unternimmt man, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt? Weiß man, bzw. kalkuliert man wie viele Kunden man dadurch verliert, was kostet das und wieviel Geld buttert man dann wieder in doofe Werbekampagnen um dann wieder Kunden zu verärgern?
Vielleicht passiert ein Wunder und es gibt ein Feedback auf die Fragen eines sehr verärgerten ehemaligen Kunden von Sixt.
liebe Grüsse aus Wien,
Dieter Rappold
S.g. Herr Konstantin Sixt,
Ich weiß nicht, ob ich mich an die richtige Person wende - offen gestanden dachte ich mir aufgrund Ihres Familiennamens, wäre Ihnen das Bild von Sixt in der Öffentlichkeit nicht völlig gleichgültig.
Ich möchte Ihnen von meinen Erlebnissen mit der Sixt AG berichten und bin auf Ihr Feedback sehr gespannt.
Vergangenen Dienstag dem 19. Mai 2009 landete ich von Wien kommend in Düsseldorf und war gegen 09:30 am Sixt Schalter des Flughafen Düsseldorf. Dort waren bereits mehrere Schlangen von bis zu 12 Personen anzutreffen, die sich brav hinter den Schaltern angestellt haben. Minutenlang war zu beobachten, dass sich nichts "bewegte" - die Angestellten hinter den Tresen wanderten ein wenig desorientiert durch die Gegend, ohne jedoch proaktiv die wartenden und ratlosen Kunden zu informieren.

Nach 10 Minuten Wartezeit ohne Bewegung und auf aktive Nachfrage war nun doch zu erfahren, dass "keine Schlüssel da sind und wir warten müssten". Bei den meisten Kunden handelte es sich wie anzunehmen um Geschäftsreisende mit einem knappen Terminkalender ...
Der wachsende Unmut und Ärger war spürbar - reihenweise verließen Kunden den Schalter kommentarlos und verschwanden zur Konkurrenz. Ein Kunde war besonders verärgert über den Service, schleuderte seine Sixt Card über den Tresen und verschwand.
Ich war genauso sehr verärgert - jedoch v.a. sehr interessiert, wie die handelnden Personen mit dem Problem umgehen. Zum einen habe ich daher meine Eindrücke per Twitter dokumentiert. Zum anderen habe ich natürlich in der Folge beobachtet wie man als Marke und Organisation im Web damit umgeht?
Die Ergebnisse sind höchst faszinierend!
Twitter ist ja als ein höchst interaktives Tool bekannt, so wurde mein Ärger mit Sixt rasch unter über 2.000 Followern verbreitet, in einem Blogpost zusammengefasst und es gibt weiterhin Menschen, die mit dem Service von Sixt unzufrieden sind.
Aber keine Nachricht von Sixt. Das obwohl Sixt einen Twitter Channel hat und ein Corporate Weblog. Diese dienen aber nicht dem Dialog - hier werden in alter Broadcasting Manier, Jubelmeldungen über sich selbst verbreitet.
Wie es scheint, bleibt man auch in der Anwendung neuer Instrumente im alten "more of the same" stecken. Offen gestanden empfinde ich es als Spott und Hohn am Düsseldorfer Flughafen massenhaft an präpotenter Sixt Werbung vorbeizulaufen, während das Unternehmen nicht in der Lage ist seine Kunden adäquat zu bedienen. Klassischer Fall von overpromise and underdeliver!

Insofern würde ich eher fragen: Haben Sie auch so einen Hals auf Sixt?
An der Stelle hieße es Service is the new Marketing und da scheint Sixt großen Nachholbedarf zu haben - schlag nach bei Zappos und Co.
Meine ehrliche Frage ist nun gibt es einfach kein Monitoring für Sixt in Social Media Channels, oder retweetet man nur was positiv ist? Wer bei Sixt sollte über so etwas Bescheid wissen und was unternimmt man, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt? Weiß man, bzw. kalkuliert man wie viele Kunden man dadurch verliert, was kostet das und wieviel Geld buttert man dann wieder in doofe Werbekampagnen um dann wieder Kunden zu verärgern?
Vielleicht passiert ein Wunder und es gibt ein Feedback auf die Fragen eines sehr verärgerten ehemaligen Kunden von Sixt.
liebe Grüsse aus Wien,
Dieter Rappold
Per eMail wurde ich von Aleksandra Schmid zum Thema viral Marketing interviewt und möchte Ihre Fragen und meine Antworten dazu gerne teilen:
Wie steht Knallgrau zum thema viral Marketing? Warum macht virales Marketing Sinn?
Viral Marketing ist ein beliebtes Buzzword mit dem viel Schindluder getrieben wird. Die Idee dahinter ist, dass man eine Botschaft mit einer Methode der Distribution verknüpft, sodass sich diese "von selbst" stark weiterverbreitet. Da liegt auch der Sinn - es benötigt weniger Media Budget, weil die Botschaft durch Mitwirken der aktiven Konsumenten weiterverteilt wird. Diese Methode beinhaltet auch aktives Involvement, ein Hinweis auf die stärkere Auseinandersetzung mit der Botschaft als beim passiven berieselt werden.
Was ist ihr liebstes knallgrau viral Projekt an das sie zurückdenken?Bitte nennen Sie auch 1-2 Erfolgskennzahlen
Das war definitiv die virale Verbreitung des Gina Light visionary Models . Durch eine ausgeklügelte Seeding Strategie war dieses Video für 48 Stunden eines der 3 meistgesehenen Videos weltweit und generierte insgesamt über 3 Millionen Video Views. Diese Video Views lassen sich auch in konkreten Media Value umrechnen - da gibt es viele unterschiedliche Zahlen die im Markt kursieren. Wenn wir zB als Benchmark rund EUR 60,- als TKP hernehmen (eigentlich mehr, weil 3min Video und nicht 15sec pre/post roll), dann ergeben die 3 Millionen Video Views einen Media Value von EUR 180.000,-. Mit anderen progressiveren Umrechnungsmethoden landet man rasch bei EUR 300.000,-. Die Gesamtkosten für BMW im Vergleich dazu lagen in einem mittleren 5stelligen Bereich.
Wie haben Sie den Erfolg des Projektes gemessen?
Zusätzlich zu den reinen Views geht es um Themen wie search traffic, Google Indexierungen, Verlinkungen, Kommentare sowie einen messbaren nachhaltigen Anstieg des monatlichen Publikums auf der Corporate TV Plattform von BMW
Twitter, Facebook, Youtube & Co: Wie sehen Sie die web 2.0 tools? Was bringen sie? Was können sie nicht? Wie nutzen sie sie?
Diese Tools sind der Kern vom Web 2.0 im Sinne eines bidirektionalen Mediums. Sie sind der Schlüssel für ein mediales Zeitalter das nicht von Massenmedien, sondern von massenhaften Nischenmedien dominiert werden wird. Diese Plattformen sind per se Instrumente die richtig und falsch eingesetzt werden können. Diese Plattformen ermöglichen Unternehmen überdies sehr günstiges und zeitnahes R&D bzw. Focusgruppen, man muß nur lernen zuzuhören. Was diese Medien nicht können ist die gute alte Zeit zurückzubringen in der wir einen hilflosen Konsumenten mit lahmen Werbemessages zumüllen konnten, weil er einfach keine andere Wahl hatte als ORF1 oder ORF2. Wir versuchen selbst als Organisation diese Tools aktiv zu nützen: mit unserem Corporate Blog, einem Bewegtbild Channel von Knallgrau, der Aggregation all unserer kommunikativen Aktivitäten auf einer Facebook Page, unsere Fotos findet man auf Flickr und unsere Videos werden auch via YouTube distribuiert und über all das wird selbverständlich auch getwittert - wir beraten und betreuen also nicht nur unsere Kunden in diesem Bereich, sondern wir leben diese Themen selbst aktiv vor.
Bitte ein kurzes Statement zum Lindt Hasen von Kju - denken Sie das war zuviel des Guten? (zuviele Medien von youtube bis twitter über ebay und myspace?)
Ich muß ehrlich gestehen, dass in meinem "Relevance Set" der Lindhase oder die Kampagne von kju nicht wirklich präsent war, d.h. nicht existiert hat. Das soll keine Aussage über die Qualität, Reichweite oder Bedeutung der Kampagne treffen. Wir orientieren uns in unserer Arbeit aber an internationalen Benchmarks wie zB in unseren Projekten für den globalen BMW YouTube Channel, oder die Betreuung des BMW Sauber Formel 1 Teams.
Denken Sie das der Kunden durch partizipatives Marketing zu mächtig und mitbestimmend wird?
Ich denke der Kunde von heute und morgen ist mächtig, das ist nichts was sich eine Marke aussuchen kann. Unternehmen haben durch die Auseinandersetzung mit den bekannten Tools des Web 2.0 die Chance zu erkennen und zu lernen wie man den "Prosumer", den aktiven Kunden, ernst nimmt und in die Markenführung bewusst integriert - daran führt nämlich über kurz oder lang kein Weg vorbei.
Wie steht Knallgrau zum thema viral Marketing? Warum macht virales Marketing Sinn?
Viral Marketing ist ein beliebtes Buzzword mit dem viel Schindluder getrieben wird. Die Idee dahinter ist, dass man eine Botschaft mit einer Methode der Distribution verknüpft, sodass sich diese "von selbst" stark weiterverbreitet. Da liegt auch der Sinn - es benötigt weniger Media Budget, weil die Botschaft durch Mitwirken der aktiven Konsumenten weiterverteilt wird. Diese Methode beinhaltet auch aktives Involvement, ein Hinweis auf die stärkere Auseinandersetzung mit der Botschaft als beim passiven berieselt werden.
Was ist ihr liebstes knallgrau viral Projekt an das sie zurückdenken?Bitte nennen Sie auch 1-2 Erfolgskennzahlen
Das war definitiv die virale Verbreitung des Gina Light visionary Models . Durch eine ausgeklügelte Seeding Strategie war dieses Video für 48 Stunden eines der 3 meistgesehenen Videos weltweit und generierte insgesamt über 3 Millionen Video Views. Diese Video Views lassen sich auch in konkreten Media Value umrechnen - da gibt es viele unterschiedliche Zahlen die im Markt kursieren. Wenn wir zB als Benchmark rund EUR 60,- als TKP hernehmen (eigentlich mehr, weil 3min Video und nicht 15sec pre/post roll), dann ergeben die 3 Millionen Video Views einen Media Value von EUR 180.000,-. Mit anderen progressiveren Umrechnungsmethoden landet man rasch bei EUR 300.000,-. Die Gesamtkosten für BMW im Vergleich dazu lagen in einem mittleren 5stelligen Bereich.
Wie haben Sie den Erfolg des Projektes gemessen?
Zusätzlich zu den reinen Views geht es um Themen wie search traffic, Google Indexierungen, Verlinkungen, Kommentare sowie einen messbaren nachhaltigen Anstieg des monatlichen Publikums auf der Corporate TV Plattform von BMW
Twitter, Facebook, Youtube & Co: Wie sehen Sie die web 2.0 tools? Was bringen sie? Was können sie nicht? Wie nutzen sie sie?
Diese Tools sind der Kern vom Web 2.0 im Sinne eines bidirektionalen Mediums. Sie sind der Schlüssel für ein mediales Zeitalter das nicht von Massenmedien, sondern von massenhaften Nischenmedien dominiert werden wird. Diese Plattformen sind per se Instrumente die richtig und falsch eingesetzt werden können. Diese Plattformen ermöglichen Unternehmen überdies sehr günstiges und zeitnahes R&D bzw. Focusgruppen, man muß nur lernen zuzuhören. Was diese Medien nicht können ist die gute alte Zeit zurückzubringen in der wir einen hilflosen Konsumenten mit lahmen Werbemessages zumüllen konnten, weil er einfach keine andere Wahl hatte als ORF1 oder ORF2. Wir versuchen selbst als Organisation diese Tools aktiv zu nützen: mit unserem Corporate Blog, einem Bewegtbild Channel von Knallgrau, der Aggregation all unserer kommunikativen Aktivitäten auf einer Facebook Page, unsere Fotos findet man auf Flickr und unsere Videos werden auch via YouTube distribuiert und über all das wird selbverständlich auch getwittert - wir beraten und betreuen also nicht nur unsere Kunden in diesem Bereich, sondern wir leben diese Themen selbst aktiv vor.
Bitte ein kurzes Statement zum Lindt Hasen von Kju - denken Sie das war zuviel des Guten? (zuviele Medien von youtube bis twitter über ebay und myspace?)
Ich muß ehrlich gestehen, dass in meinem "Relevance Set" der Lindhase oder die Kampagne von kju nicht wirklich präsent war, d.h. nicht existiert hat. Das soll keine Aussage über die Qualität, Reichweite oder Bedeutung der Kampagne treffen. Wir orientieren uns in unserer Arbeit aber an internationalen Benchmarks wie zB in unseren Projekten für den globalen BMW YouTube Channel, oder die Betreuung des BMW Sauber Formel 1 Teams.
Denken Sie das der Kunden durch partizipatives Marketing zu mächtig und mitbestimmend wird?
Ich denke der Kunde von heute und morgen ist mächtig, das ist nichts was sich eine Marke aussuchen kann. Unternehmen haben durch die Auseinandersetzung mit den bekannten Tools des Web 2.0 die Chance zu erkennen und zu lernen wie man den "Prosumer", den aktiven Kunden, ernst nimmt und in die Markenführung bewusst integriert - daran führt nämlich über kurz oder lang kein Weg vorbei.
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Mittwoch, 13. Mai 2009
Morgen beginnt der 14. deutsche Trendtag veranstaltet vom Trendbüro - das spannende Thema des heurigen Jahres ist Share Economy. Sozialer Reichtum
Interessanterweise hatte auch die next09 in diesem Jahr das selbe Thema - ich weiß nicht wer da von wem abgeschrieben hat, ob es vereinbart oder zufällig war. Wer Google als Gatekeeper akzeptiert muß feststellen, dass die next09 bzw. SinnerSchrader den Begriff sehr gut besetzt hat. So oder so, fest steht, das Thema ist heiß und interessant.
Edit: Hoppla - keine Ahnung warum ich der Meinung war das Topic sei das selbe. Eventuell, weil die Ideen im Kontext von Sozialer Reichtum in meinem Kopf so eng mit den Ideen der Share Economy verknüpft sind. Und ich habe heute bei einer Keynote in Wien (bin kurzfristig eingesprungen) dieses Slide präsentiert ("die Macht des Unbewussten"?)

Zurück zum Trendtag: Als Keynote Speaker gibt es Lawrence Lessig zu sehen und er allein wäre ein Grund am Trendtag teilzunehmen. Auf Ihn und seinen Input freue ich mich ganz besonders.
Zu dem selben Thema hielt Joi Ito auf dem DLD09 einen Vortrag:
Dabei verweist er auch auf das brasilianische tecnobrega phänomen - Bands die Ihre CDs verschenken und das "raubkopieren" fördern und dadurch gut besuchte bezahlte Konzerte haben. Innovation basierend auf dem Geschäftsmodell "free" und mit einem entscheidenden "sharing factor":
"This year the multinational record labels will only release about 40 records by Brazilian artists, while tecnobrega artists will release around 400," said Lemos. "The record industry argues if intellectual property isn't protected there will be no innovation. But tecnobrega has shown that's not true."
In diesem Themenkomplex ein mustread als Einstieg ist natürlich der Artikel von Chris Anderson, dem Autor von Longtail: Why free is the future of business.
Ich selbst habe noch nicht vor allzu langer Zeit begonnen meine Präsentationen auf slideshare zu "teilen" und habe keine Angst, dass ich dadurch etwas verliere. Viel eher habe ich die Chance etwas zurückzugeben, denn ich werde bei der Erarbeitung meiner slides meist von Flickr, Slideshare, YouTube & Co inspiriert ...
Edit: Hoppla - keine Ahnung warum ich der Meinung war das Topic sei das selbe. Eventuell, weil die Ideen im Kontext von Sozialer Reichtum in meinem Kopf so eng mit den Ideen der Share Economy verknüpft sind. Und ich habe heute bei einer Keynote in Wien (bin kurzfristig eingesprungen) dieses Slide präsentiert ("die Macht des Unbewussten"?)

Zurück zum Trendtag: Als Keynote Speaker gibt es Lawrence Lessig zu sehen und er allein wäre ein Grund am Trendtag teilzunehmen. Auf Ihn und seinen Input freue ich mich ganz besonders.
Zu dem selben Thema hielt Joi Ito auf dem DLD09 einen Vortrag:
Sharing Economy talk at DLD 2009
View more presentations from Joi Ito.
Dabei verweist er auch auf das brasilianische tecnobrega phänomen - Bands die Ihre CDs verschenken und das "raubkopieren" fördern und dadurch gut besuchte bezahlte Konzerte haben. Innovation basierend auf dem Geschäftsmodell "free" und mit einem entscheidenden "sharing factor":
"This year the multinational record labels will only release about 40 records by Brazilian artists, while tecnobrega artists will release around 400," said Lemos. "The record industry argues if intellectual property isn't protected there will be no innovation. But tecnobrega has shown that's not true."
In diesem Themenkomplex ein mustread als Einstieg ist natürlich der Artikel von Chris Anderson, dem Autor von Longtail: Why free is the future of business.
Ich selbst habe noch nicht vor allzu langer Zeit begonnen meine Präsentationen auf slideshare zu "teilen" und habe keine Angst, dass ich dadurch etwas verliere. Viel eher habe ich die Chance etwas zurückzugeben, denn ich werde bei der Erarbeitung meiner slides meist von Flickr, Slideshare, YouTube & Co inspiriert ...
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Auf Vermittlung von Nico (der arbeitet ja seit neuestem in dem Laden) wurde ich von sehr netten Kollegen von Nico auf der next09 nach meinem Vortrag interviewt - bevor mich Nico gebrieft hat, wußte ich auch ehrlich nicht, dass Scholz & Friends eine so große und wichtige Werbeagentur in Deutschland ist. Insofern fühle ich mich geehrt und sag danke:
