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Donnerstag, 27. Januar 2011
"... Bildung ist ein Grundrecht, ist ein Menschenrecht, das muß gratis sein ..." so spricht Sigrid Maurer, ÖH Vorsitzende in diesem Beitrag. Naiv und weltfremd aus meiner Sicht. Bildung ist nie gratis - die Frage ist eher wer zahlt die Rechnung?

Die Frage die mich bewegt ist "was ist uns Bildung wert" und "welche Entwicklung wollen wir fördern"? Zur ersten Frage: Bildung ist uns derzeit zu wenig wert, Österreich investiert zu wenig seines BIP in Bildung insgesamt und das was er investiert, dient der Nivellierung von Mittelmäßgikeit. Die Frage "was ist uns Bildung wert" sollte sich aber nicht nur dem Steuerzahler, sondern auch den Studierenden stellen - den Studierenden ist Bildung gar nichts wert - sie soll schließlich gratis sein. Hier gibt es eine gefährliche Entwicklung - "freier Zugang zu Bildung" wird selbstbewusst in "Bildung muss gratis sein" verdreht.

Das führt zu Frage zwei "welche Entwicklung wollen wir fördern"? Zugespitzt: Österreich ist ein Land wo man sich am liebsten bis 27. in Abhängigkeit zu Papa Staat (Familienbeihilfe, etc.) begibt, dann in den Staatsdienst eintritt (da gibts auch fette Lohnsteigerungen) um mit 51 Jahren die Frühpensionierung anzustreben. Das dominierende Thema ist: Abhängigkeit. Für die Politik im Lande ist das opportun - Menschen die in Ihrer Grundstruktur abhängig sind, sind leicht zu manipulieren. Die Haltung der Abhängigkeit ist geprägt von:

... ich kann das nicht ... das schaff ich nicht ... das ist gemein ... mir muß wer helfen ...

Ich möchte eine Entwicklung fördern die Menschen die Chance gibt Autonomie zu erlangen. Wenn ich den starken Wunsch nach Autonomie habe, kann ich mit den Positionen einer Frau Maurer nichts anfangen.

Wir leben in einer globalisierten Welt mit globalem Wettbewerb und wollen tatsächlich Menschen bis zum Abschluß des Studiums von der Leistungsorientierung, Eigenverantwortung und den Konsequenzen Ihres Handelns fernhalten? Leistungsorientierung habe ich nicht an der WU sondern in meinem Auslandssemester an der GSM at UCI kennen gelernt.

Wer nicht ernsthaft studieren will, der muß sich auch nicht bewegen - Hauptsache es ist gratis. Eigentlich ist das alles nur traurig, weil es zeigt wie wenig sich Menschen in diesem Land zutrauen.

Dienstag, 13. Juli 2010
michi-heli-hochzeit-turku-2010

I love this picture - pure emotion.

Donnerstag, 3. Juni 2010
Ein Land, in dem es schon genügt, „Wirtschaft“, „Gewinn“, „Banken“ und „Finanzen“ zu sagen, alles Sachen also, von denen der permanent Beleidigten nix versteht und auch nix verstehen will, um ja nicht zu den Bösen zu gehören. Und in der immer mehr Leute mit dieser „Ich-Werde-Benachteiligt“-Fresse durch die Landschaft laufen und sofort Umverteilung und Ausgleich fordern, statt ihren Arsch mal zu bewegen oder sich schlicht mit sich selbst und ihren Möglichkeiten zu arrangieren. Doch dieses Ignorieren der Wirklichkeit ist es ja, was das Beleidigtkeitsmonopol des „Guten Deutschen“ ausmacht. Es ist eine institutionalisierte Kränkung, berechnend, heucherlisch, verlogen. Harmonie verblödet.
Danke an Wolf Lotter für diese Worte - Sie sprechen mir aus der Seele. Und nachdem Wolf Lotter, bzw. Menschen die einen Gedanken ähnlich klar und zugespitzt formulieren können, ein rares Gut ist/sind, sind seine Texte wohl so begehrt. Bei mir zumindest.

Auch der restliche Text ist sehr lesenswert, gefunden via Niko Alm. btw - das ist 1:1 auch auf Österreich anwendbar.

Mittwoch, 5. Mai 2010
Nachdem man den Artikel aus dem Datum über Herbert Kickl und seine Rolle in der FPÖ gelesen hat ist man sich nicht mehr sicher ob da nicht wirklich der Schwanz mit dem Hund wedelt. H.C. Strache der gescheiterte Zahntechniker mit Hang zu Botox und geringem intellektuellen Potential und sein Redenschreiber und Hetzer im Hintergrund der über sein Verhältnis zu Strache sagt:

„Jede Partei braucht einen denkenden und einen handelnden Teil “
In diese Kerbe schlägt auch Peko Baxant und sammelte allerhand amüsantes aus dem Umfeld Kickls.

Beeindruckend finde ich vor diesem Hintergrund auch das Video von BIG DNC auf YouTube unter dem Titel Big DnC - Na C.-Strache (Musikvideo):


Der junge Mann bedient sich erfolgreich vieler Klischees und Mechanismen des HipHop und verleiht solcherart seinem Widerstand Ausdruck und erreicht über YouTube damit knappe 100.000 Views. Gratulation! Wenn man das sieht, dann sind all die Rufe um eine politisch desinteressierte Jugend verfehlt - dank YouTube.

Donnerstag, 18. Februar 2010
Das finde ich sehr spannend - Der ORF bzw. einzelne Journalisten berichten ab und an von Interventionsversuchen der Mächtigen dieses Landes, sei es aus der Wirtschaft oder der Politik. Als unabhängiges öffentlich rechtliches Medium, sollte der ORF auch unbedingt gegen "Interventionismus" auftreten und das am besten in der Organisation kulturell verankert.

youtube-orf-interveniert-claudia-reiterer-opernball

Nun zeigt sich aber, dass der ORF selbst interveniert, wenn ihm was nicht passt. Zum Beispiel die Dokumentation der offensichtlichen Englisch-Inkompetenz der ORF Mitarbeiterin Claudia Reiterer. Von Claudia Reiterer als Opernballmoderatorin gab es einen Videomitschnitt auf YouTube wo sie in verzweifeltem Öttinger-englisch einen Opernball Gast interviewt.

Mittwoch, 17. Februar 2010
... ist eine tägliche spannende Herausforderung und bietet permanente Entwicklungschancen. Ich habe (erst) heute mit Begeisterung ein Interview mit Edit Schlaffer in der Presse am Sonntag gelesen. Edit Schlaffer ist auch Gründerin der Organisation Frauen ohne Grenzen, deren Website auch ein Blog, einen YouTube Channel und eine Facebook Page hat. Inhaltlich hat mich v.a. fasziniert:

Halb zogen Sie ihn, halb sank der Mann also?
Die Männer hatten in ihrer Fantasie, nicht in der Realität, mehr zu verlieren als zu gewinnen. Die Männer haben sich wenig versprochen von Gleichberechtigung. Frauen sind natürlich eine neue Konkurrenz, weil sie ein sehr belesenes, lernwilliges und innovationsbereites Geschlecht sind. Frauen sind nicht die besseren Menschen, aber noch mit viel Elan ausgestattet, weil sie ja im Aufbruch sind. Gleichzeitig kamen bei Männern persönliche Ängste auf. Denn Frauen versuchten nicht nur, sich ökonomisch abzusichern. Sie verlangten plötzlich, dass Männer auch Partner in der Alltagsrealität und im Familienleben werden. Die revolutionäre Erkenntnis, dass das Persönliche politisch ist, hat alles durchgerüttelt.

[...] Führt das nicht zu wahnsinnig viel Verunsicherung und Konflikten?
Absolut. Ich glaube aber, dass Konflikte und Verunsicherungen positiv sind. Konflikte sind der treibende Motor für Veränderung. Wenn wir uns den Konflikten stellen und sie nicht verdrängen, können wir nur gewinnen.

Sie schrieben über Frauen, Partnerschaft, Erziehung. Wie kamen Sie aufs Terrorthema?
(Lacht:) Ich habe mich zuerst mit persönlichem Terror auseinandergesetzt. Wie wir Gesellschaft bauen, hat immer eine interpersonelle Komponente. Und deshalb haben wir auch die erste Anti-Terror-Organisation für Frauen geschaffen. Terroristen fallen nicht vom Himmel. Sie werden in Familien gemacht. Und da haben Frauen eine unglaublich wichtige Rolle.

Zurück zum privaten Dialog in der Familie: Was ist für Sie eine ideale Partnerschaft zwischen einem Mann und einer Frau?
Ein langes Gespräch, eine Kette freier Assoziationen, wo man aussprechen kann, was man denkt, ohne sofort auf Widerstand zu stoßen. Der Test ist der Alltag. Es geht in jeder Beziehung – privat oder beruflich – um Arbeitsaufteilung.

[...]Dafür müssten Eltern zunächst aber über sich selbst nachdenken.
Kindererziehung bedeutet auch Auseinandersetzung mit sich selbst. Sonst ist es schwer, Orientierung zu geben. Daher kommt auch die Verunsicherung. Ganz schlecht ist es, Probleme zu tabuisieren. Nur aus Widersprüchen entsteht Neues. Ich liebe Widersprüche. Das ist meine Lebensmaxime.

Tolle Gedanken - viel Zustimmung! Es gibt einen Punkt wo ich Sie gar nicht verstanden habe:

Sie haben in „Die Emotionsfalle“ Frauenempfohlen, Gefühle im Kühlschrank aufzubewahren, wenn sie vorwärts kommen wollen. Wie soll so eine Gefrieraktion funktionieren?
Mit Disziplin. Ich führe ein sehr diszipliniertes Leben. Nicht immer gern. Aber in dem Chaos und der medialen Ausgesetztheit, in der wir leben, ist es wichtig, den eigenen Kurs beizubehalten und sich zu fragen, was man eigentlich möchte. Ich reise ja viel, das erzeugt Unruhe. Und da sind Inseln der Disziplin und kontinuierlicher Tagesorganisation ja im Grunde eine Rettung, um etwas weiterzubringen.

Diese Frage und die Aussage bieten zu wenig Kontext, ich vermute ein Missverständnis durch mangelnden Kontext. Man könnte das so lesen, dass sie meint es wäre von Vorteil sich von seinen Gefühlen abzuschneiden - ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das ernsthaft meint.

Freitag, 5. Februar 2010
Der oberösterreichische SPÖ Chef und Soziallandesrat Josef Ackerl meldet sich zu Wort und hat tolle Ideen:

"Bei Leuten mit einem Jahreseinkommen ab 350.000 Euro sollten sie [Anm.: Steuern] auf 60 bis 70 Prozent steigen."
Die Frage ist warum, wozu? Ackerl möchte daraus zusätzliche Mittel für den Arbeitsmarkt, die Beschäftigung zu lukrieren - und die Pflege.

Macht denn das Sinn, oder ist das Populismus? Oder gar falsch?

Wenn man sich die integrierte Lohn- und Einkommensstatistik der Statistik Austria von 2006 ansieht, dann erkennt man das Ackerl die Themen Arbeitsmarkt und Pflege ganze 5% des gesamten Steueraufkommens als den richtigen und relevanten Hebel ansieht (Annahme: 50% jenes Steueraufkommens der Einkommensbezieher von EUR +200.000,-). Dieser Vorschlag dient wohl eher um über eine Neiddebatte dem Verlangen nach Populismus gerecht zu werden.

Wie ist es denn eigentlich für Herrn und Frau Österreicher?

Wir haben heute eine Situation, wo durch Arbeit niemand mehr Wohlstand schaffen kann. Zur Erinnerung, seit 1.1.2009:

# 36,5 % für Einkommensteile zwischen 11.000 und 25.000 Euro jährlich
# 43,214 % für Einkommensteile zwischen 25.000 und 60.000 Euro jährlich

Das heißt, wenn eine Mitarbeiterin die bisher EUR 1.300,- brutto im Monat verdiente (Jahresbrutto rd EUR 18.200,-) eine Gehaltserhöhung von EUR 100,- brutto bekommt dann gehen davon (unter Berücksichtigung von Sozialversicherung, usw) EUR 36,5 an den Staat. Sehr leistungsfördernd!

Noch schlimmer für alle ab EUR 25.000,- Jahresbrutto, das heißt für alle jene die mehr als EUR 1.785,- / Monat brutto verdienen!

Wer eine Leistungsgesellschaft will, der muß für Vermögenssteuern sein

Österreich ist bekannt für eine geringe soziale Mobilität und aus meiner Sicht ist die enorme Besteuerung von Arbeit einer der Hauptfaktoren dafür. Es lohnt sich einfach nicht zu arbeiten und Leistung zu erbringen, weil "eh nix überbleibt".

Stattdessen scheffeln die Rudolf Fries´, Veit Sorgers und Michael Gröllers dieses Landes obszöne Summen über mehr als fragwürdige Praktiken und Konstruktionen um die Erlöse steuerschonend in dafür geschaffenen Vehikeln zu parken.

Vermögen zu besitzen ist keine Leistung und Vermögen muß stärker besteuert werden, nicht Arbeit!

Das ist leider die kapitale Falle in die die SPÖ seit Jahren läuft. Eine Partei die offen und ehrlich für eine deutliche Vermögensbesteuerung eintritt und gleichzeitig die Steuern auf Arbeit senkt kann sich mit gutem Gewissen als Förderer einer leistungsgerechten Gesellschaft positionieren. In der Zwischenzeit betreibt die ÖVP weiterhin Ihre Klientelpolitik, ist in Ihrem Habitus weiter denn je von einer Leistungsgerechtigkeit entfernt aber hängt sich dennoch das Mäntelchen irgendwie um ohne irgendwas dafür zu tun.

Die Situation derzeit ist:
# Wer viel leistet zahlt viel

Wo wir hin sollten ist:
# Wer viel hat zahlt viel

Ich bin weder Sozialromantiker, noch Linkslinker, kein Kommunist und kein Profiteur des Sozialstaates - mir liegen ernsthafte Rahmenbedingungen für eine faire Leistungsgesellschaft am Herzen die Leistung fördert und soziale Mobilität zulässt und diese beiden Dinge führen nur über Vermögenssteuern.

Wann traut sich endlich wer drüber?

Montag, 1. Februar 2010
Nun weiß die Welt wie peinlich, weltfremd, sexistisch, ungebildet und fragwürdig das österreichische Bundesheer ist.

Natürlich wußte keiner was, gedacht hat sich keiner was dabei und überhaupt meinte Generalstabschef Entacher das Video sei nicht als ein offizielles Werbe-Video des Bundesheeres vorgestellt worden ... - is ja nur YouTube.



So peinlich das Video auch ist - das Vorbild aus der Ukraine ist dem Video aus Österreich in jeder Hinsicht zumindest was die handwerkliche Qualität angeht überlegen.



Gut zu wissen, was mit meinem Steuergeld so passiert.

Freitag, 22. Januar 2010
Heute wurde ich von einer geschätzten Leserin auf meine verminderten Blogaktivitäten aufmerksam gemacht. Ein Stachel im Fleisch!

Die Frequenz meiner Blogposts ist wirklich drastisch nach unten gegangen. Das hat zum einen damit zu tun, dass immer soviel zu tun ist und ich mir weniger Zeit zum bloggen nehme (oder zum Basketballspielen im Innenhof!). Weiters nütze ich Twitter sehr intensiv - dadurch gibt es weniger Bedarf sich via Blog mitzuteilen.

Dabei gäbe es so viele Dinge die mich beschäftigen, bewegen und wo ich Gedanken und Meinung dazu hätte - nur eben keine Zeit um drüber ausführlich zu schreiben.

Da gäbe es korrupte Kärntner Herrenbauern die dem Rechtsstaat auf der Nase herumtanzen, begeisternde österreichische Handballer bei der Heim EM die nostalgische Gefühle in mir wecken, Gedanken dazu warum Social Media nicht für jede/n geeignet ist, eine Flut von selbsternannten Experten oder Überlegungen wie man Unternehmen einen Return on Investment für Ihre Social Media Aktivitäten näherbringen kann ...

Ein weiterer Punkt einer gefühlten Unlust ist mein altes Kleid - das alte Kleid dieses Blogs in dem ich mich schon länger nicht mehr wohl fühle. Um interne Ressourcen für einen Relaunch bemühe ich mich gar nicht erst (Kundenprojekte gehen vor!) Gibts jemanden der mein Blog visuell relaunchen möchte? Bin für jede Hilfe dankbar ...

Mittwoch, 23. Dezember 2009
rechtzeitig am 23.12.2009 eingetroffen, Briefpapier + Visitenkarten mit der neuen CI. Und so schauts aus:

vi-knallgrau-Dieter-Rappold-Visitenkarte